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Denkanstoß
Der klingende Adventskalender: 21. Dezember - gelesen von Jens-Uwe Flügel
Klicken Sie einfach auf den Adventskalender, schalten Sie zuvor bitte Ihre Lautsprecher ein, dann können Sie den folgenden Text hören
WEIHNACHTEN (Kurt Tucholsky)

So steh ich nun vor deutschen Trümmern
und sing mir still mein Weihnachtslied.
Ich brauch mich nicht mehr drum zu kümmern,
was weit in aller Welt geschieht.
Die ist den andern. Uns die Klage.
Ich summe leis, ich merk es kaum,
die Weise meiner Jugendtage:
O Tannebaum!

Wenn ich so der Knecht Ruprecht wäre
und käm in dies Brimborium
-bei Deutschen fruchtet keine Lehre-
weiß Gott! ich kehrte wieder um.
Das letzte Brotkorn geht zur Neige.
Die Gasse grölt. Sie schlagen Schaum.
Ich hing sie gern in deine Zweige,
o Tannebaum!

Ich starre in die Knisterkerzen:
wer ist an all dem Jammer schuld?
Wer warf uns so in Blut und Schmerzen?
Uns Deutsche mit der Lammsgeduld?
Die leiden nicht. Die warten bieder.
Ich träume meinen alten Traum:
Schlag, Volk, den Kastendünkel nieder!
Glaub diesen Burschen nie, nie wieder!
Dann sing du frei die Weihnachtslieder:
O Tannebaum! o Tannebaum!

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Die verrückten Weihnachtsmänner
- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

21

Bärchen, Rübe, Hatschi und der Engel saßen im Himmel und hielten das zerbrochene Herz des Weihnachtsmannes in ihren Händen. Ein warmes Licht erstrahlte über dem Herzen, erfüllte den Raum um sie herum. Langsam, kaum wahrnehmbar verlosch das Licht.
Die vier saßen noch eine Weile schweigend zusammen, die Augen noch immer geschlossen.
Allmählich regten sie sich, öffneten vorsichtig die Augen.
„Schaut“, flüsterte Bärchen voll Bewunderung. „Das Herz ist heil. Wie ist das passiert?“
Und der Engel sagte: „Ja, es ist heil - hoffentlich bleibt es auch heil. Ihr - wir haben es getan - zwei Menschenkinder und zwei himmlische Wesen. Wenn Himmel und Erde zusammenkommen, können Wunder passieren, Zerbrochenes wird wieder heil.“
Sie schwiegen, hielten sich an den Händen, das Herz in ihrer Mitte.
Dann sagte Rübe: “Gut. So schön das hier ist, aber es ist nicht unser Herz. Wir müssen es zum Weihnachtsmann bringen.“
„Ja!“ rief Bärchen. „Auf zum Nordpol!“
„Quatsch!“ kicherte Hatschi. „Der Weihnachtsmann wohnt doch nicht am Nordpol.“
„Wo denn?“ wollte Bärchen wissen.
„Ääh...“, Hatschi zögerte. „Das weiß ich nicht.“
„Ach“, sagte Bärchen, „das ist ja ganz toll. Also, mein Lieber,“ er wandte sich an den Engel, „dann bist du mal wieder gefragt.“
„Das tut mir leid“, sagte der Engel. „Ich weiß es auch nicht.“
„Oh Mann! Was wißt ihr überhaupt!“ ärgerte sich Bärchen.
„Ganz ruhig“, sagte Rübe, „es ist kein Problem. Das Herz kennt den Weg. Es wird uns führen. - Auf, mir nach!“
„Laufen, laufen, laufen... Hört das denn nie auf!“ murmelte Bärchen, doch tapfer stand er mit den anderen auf und so zogen sie wieder einmal los.
Da und dort sahen sie Sterne oder einen Engel, aber je weiter sie gingen, desto seltener wurden die Sterne.
„Bist du sicher, daß wir hier richtig sind?“ fragte Bärchen seine Schwester. Und Rübe sagte einfach: „Ja, das ist der Weg.“
Bald sahen sie die Sterne nur noch aus der Ferne, es wurde einsam um sie herum und Bärchen fröstelte.
Rübe nahm ihren Bruder an die Hand. „Keine Angst, wir sind gleich da - und bald wieder zuhause. Da drüben, da wohnt der Weihnachtsmann.“


Copyright by Matthias Schwarz, Eichelstraße 30, 63667 Nidda - Nov 2013
Weihnachten


Autor: Kurt Tucholsky; gelesen von Jens-Uwe Flügel; Grafik: Gert Holle - 21.12.2014