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Ist das denn wahr?
Wer setzt denn auf Erbarmen?
Wir trauen lieber
menschlichem Verstand,
entwinden uns dem
göttlichen Umarmen
und nehmen unser Heil
in eig'ne Hand:
Was meinem Gott gefällt -
ich kann es machen!
Ich schaffe mir
die Gunst vor ihm, mein Glück,
erwerbe mir Gerechtigkeit
wie Sachen,
doch halte stets mich selbst -
mein Herz - zurück!
"Sieh nur, mein Gott,
wie innig fromm ich bete!
Nimm meine Zeit,
die Tat, mein Opfer an,
und schau' doch auch,
wenn ich dein Haus betrete,
wie demutsvoll
mein Auge blicken kann!"
Als ginge es vor Gott
um Werk und Taten!
Als hätte ich,
was ihm nicht längst gehört!
So wird durch mich
"Barmherzigkeit" verraten,
weil sich mein Stolz
behauptet und empört.
Ich habe nichts,
rein gar nichts vorzuweisen,
und was ich gebe,
ist mir erst geschenkt.
Ich muß in allem
Gottes Güte preisen,
der mir das Herz
selbst noch zum Preisen lenkt!
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