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Journal / Kultur
Filme der Woche - 30.10.2008
Foto: Sony Pictures dpa

Kantig und kämpferisch - Der neue Bond-Film «Ein Quantum Trost»
James Bond (Daniel Craig) in einer Szene von "Ein Quantum Trost" (undatierte Filmszene). Der neue Bond-Film feiert am 29.10.2008 in London Weltpremiere. Darin spielt Craig zum zweiten Mal den Geheimagenten.



Von Aliki Nassoufis, dpa

(Berlin/dpa) - Badehose trägt James Bond nicht mehr, Muskeln hat
er immer noch. Daniel Craig hat in «Casino Royale» die Rolle des
berühmten Agenten revolutioniert, jetzt kommt seine zweite Mission in
die Kinos. Auf technischen Spielkram, den richtigen Drink und Miss
Moneypenny verzichtet dieser Bond. Craig hat mit seinen stahlblauen
Augen auch nicht mehr den Verführercharme eines britischen Gentleman,
sondern ist ein kantiges Muskelpaket im Kampf gegen das Böse. «Ein
Quantum Trost», der am Mittwochabend in London Weltpremiere feierte
und am 3. November in Berlin Deutschlandpremiere hat, knüpft an den
Vorgänger an und beginnt inhaltlich dort, wo «Casino Royale» vor zwei
Jahren aufhörte. Bond will diesmal herausfinden, wer hinter dem
Verrat an seiner großen Liebe Vesper steckt.

Dies nimmt der gebürtige deutsche Regisseur Marc Forster
(«Monster's Ball») als Ausgangspunkt, um 007 um die halbe Welt zu
schicken. Der Agent kämpft in «Bond 22» einmal mehr an
unterschiedlichsten Schauplätzen weltweit - mal in Italien, mal in
Haiti, dann wiederum in Bolivien oder bei einem Opernabend in
Bregenz, für den Regisseur Forster 1000 Statisten in Abendkleidung
steckte. Selbst wenn «Ein Quantum Trost» dabei mit gerade einmal 103
Minuten der kürzeste Bond-Film aller Zeiten ist, so ist die
Geschichte im Detail doch recht komplex.

Nach einigen Verwicklungen kommt Bond dem rücksichtslosen
Geschäftsmann Dominic Greene (Mathieu Almaric) auf die Spur. Greene
engagiert sich zwar nach außen für den Umweltschutz. In Wahrheit
jedoch ist er treibende Kraft der Organisation «Quantum» und betreibt
im Geheimen damit schmutzige Geschäfte. Er will die Natur Boliviens
aus dem Gleichgewicht bringen, eine Dürre erzeugen und so viel Geld
in die eigenen Taschen spülen lassen.

Mathieu Almaric, der zuletzt als fast vollständig gelähmter
Journalist und Lebemann in «Schmetterling und Taucherglocke» zu sehen
war, trumpft dabei als Bonds ebenbürtiger Gegenpart auf. Dieser
Widersacher ist ein unberechenbarer Geschäftsmann auf globalem
Parkett und erwartungsgemäß nicht leicht zu greifen. Zu geschickt
wickelt er mit Hilfe seines Assistenten Elvis (gespielt vom Wahl-
Berliner Anatole Taubman) immer mehr Mitspieler um seine Finger, so
dass seine Ziele und Geschäfte erst nur schwer zu durchschauen sind.
In gewisser Weise wird «Ein Quantum Trost» so zum Spiegel der
Unsicherheiten unserer Zeit, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse
längst nicht mehr so klar verlaufen wie während des Kalten Krieges.

Auch mit seinen inneren Konflikten erinnert Bond mehr an moderne
Filmhelden wie etwa kürzlich Batman in «The Dark Knight». Der Verlust
seiner Liebe Vesper nagt an 007 und treibt ihn fast manisch voran, so
dass er sich irgendwann sogar den Anweisungen seiner Chefin M. (Judi
Dench) widersetzt und den Mörder Vespers auf eigene Faust jagt.
Unterstützt wird er dabei von dem neuen Bond-Girl Camille (Olga
Kurylenko), die ebenfalls nach persönlicher Rache sinnt.

Bis zum Showdown in der Flammenhölle bietet «Ein Quantum Trost»
aber natürlich zahlreiche, extrem schnell geschnittene Actionszenen.
Ob Bond in schwindelerregender Höhe von Dach zu Dach springt, mit
einem kleinen Fischerboot atemberaubende Stunts vollführt oder gleich
in der Eröffnungssequenz über enge, kurvige Straßen am Berghang rast
- stets wirken diese Verfolgungen authentisch und handgemacht und
lassen Craigs Körpereinsatz sowie seine Verletzungen während des
Drehs erahnen. Dabei wirkt «Ein Quantum Trost» zwar streckenweise
etwas zu glatt poliert, dem Vergnügen als rasantes, cleveres und
zeitgemäßes Actiondrama steht das aber nicht im Weg.

Internet: www.ein-quantum-trost.de

Gunter Demnigs Erinnerungskunst - Dokumentarfilm «Stolperstein»
Foto: Jens Ressing dpa
Der Kölner Bildhauer und Künstler Gunter Demnig kniet vor dem Thalia Theater in Hamburg vor einem "Stolperstein" (Archivfoto/Illustration vom 19.10.2007). Seit mehreren Jahren verlegt Gunter Demnig, seine mit Messingplatten versehenen Pflastersteine, auf denen die Namen von Menschen stehen, die von den Nazis ermordet worden sind vor deren Häusern. Der Dokumentationsfilm "Stolperstein" kommt am 06. November in die deutschen Kinos.


Von Elke Vogel, dpa

(Berlin/dpa) - Es ist ein Erinnerungsprojekt der besonderen Art. Mehr als 15 000 «Stolpersteine» hat der Kölner Künstler Gunter Demnig inzwischen in ganz Deutschland verlegt. Zwischen die gewöhnlichen Pflastersteine fügt er immer dort seine goldglänzenden Messing-Platten ein, wo die Nationalsozialisten damals jüdische Mitbürger aus ihren Wohnungen und Häusern zerrten, auf Lastwagen luden und in die Vernichtungslager brachten. Passanten stolpern also im wahrsten Sinne des Wortes über die Schicksale der Holocaust-Opfer.

«Hier wohnte...» steht auf jedem «Stolperstein», darunter Name und Jahrgang - dann das Deportationsdatum sowie Ort und Zeitpunkt der Ermordung durch die Nazi-Schergen. Auf dem diesjährigen Internationalen Filmfestival Locarno wurde Dörte Frankes Dokumentation «Stolperstein» über Demnigs Initiative erstmals gezeigt. Jetzt kommt der mit unaufdringlicher Sympathie gedrehte Film in die Kinos.

«Der Name soll dorthin zurückkommen, wo die Menschen ihr Zuhause hatten», erklärt Demnig sein unermüdliches Tun. Auch aus dem europäischen Ausland gibt es immer mehr Nachfragen für Stein-Verlegungen. Die ersten Steine liegen in 12 Orten Österreichs - darunter auch in Braunau am Inn, der Geburtsstadt von Hitler. In Ungarn und den Niederlanden erinnern die kleinen Steine ebenfalls an großes Leid. Im nächsten Jahr reist Demnig mit seinen einzeln in Handarbeit gefertigten Steinen nach Belgien, weitere Anfragen gibt es aus Frankreich und Italien.

Oft sind die Nachkommen der Ermordeten bei der Verlegung der ausschließlich privat finanzierten Steine dabei. Die Kamera begleitet die Hinterbliebenen bei der Zeremonie, fängt aber immer wieder auch Stimmen von Passanten ein oder zeigt die Hamburger Frauen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Steine regelmäßig zu putzen und zu polieren. 95 Euro kosten Herstellung und Verlegung eines Steins.

Nicht in allen deutschen Städten gelten die «Stolpersteine» aber als angemessene Form, der Holocaust-Opfer zu gedenken. In Hamburg sind bisher rund 2380 Steine verlegt worden, und in Berlin wird im November der 2000. Stein eingeweiht. In München dagegen gibt es mangels Behördengenehmigung keine «Stolpersteine» im öffentlichen Raum.

Für und Wider gehe da mitten durch den Zentralrat der Juden in Deutschland, sagt der Generalsekretär des Verbandes, Stephan Kramer, bei einer Stein-Verlegung in Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern), wo finster blickende Rechtsextreme das Geschehen beobachten. Kramer betont in der Filmsequenz, es sei wichtig, dass die Menschen durch die Gedenksteine auf ihrem Weg anhalten und nachdenken.

Auf der Würde der Opfer dürfe nicht - im Wortsinn - herumgetrampelt werden, sagen dagegen Demnigs Kritiker, darunter Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch und Münchens SPD-Oberbürgermeister Christian Ude. Beide seien nicht zu Stellungnahmen vor der Kamera bereit gewesen, heißt es im Abspann des unaufgeregten und dafür umso wirkungsvolleren Films.

«Im Osten kriegen wir grundsätzlich Polizei mitgeschickt», sagt Demnig gelassen über seine Touren durch die neuen Bundesländer. 41 Steine seien bislang beschädigt worden. In Halle (Sachsen-Anhalt) verschwanden nach Angaben des Künstlers einmal 8 Steine. Ein Benefizkonzert habe dann das Geld für gleich 26 neue Messing-Platten eingebracht. «Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist», sagt Demnig.

Internet: www.stolpersteine.com

«Rumba»: Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte kommt in die Kinos
Foto: X Verleih dpa
Dom (Dominique Abel) und Fiona (Fiona Gordon) tanzen in einer Szene von "Rumba" (undatierte Filmszene). Der Film erzählt die Liebesgeschichte von Dom und Fiona und vom Verlieren und Wiederfinden ihrer Liebe. Der Film kommt am 06. November in die deutschen Kinos.


Von Manfred Präcklein, dpa

(Hof/Saale/dpa) - Eine außergewöhnliche Liebeskomödie, tragisch und komisch zugleich, kommt jetzt (6. November) in die Kinos. In der französisch-belgischen Filmproduktion «Rumba» verkörpern die beiden Regisseure Fiona Gordon und Dominique Abel selbst ein Paar, das unsterblich ineinander verliebt ist und leidenschaftlich gerne Rumba tanzt. Ihr Haus steht voller Trophäen. Nach getaner Arbeit erwarten die beiden Lehrer nichts sehnlicher, als in Kleid und Anzug zu schlüpfen und dem sinnlichen Rhythmus zu verfallen.

Auf dem Heimweg von einer Tanzveranstaltung ereilt sie das Schicksal. Ein tollpatschiger Selbstmörder (Philippe Martz) kann sich nicht entscheiden, ob er sich vor einen Zug wirft oder sich in einer Bahnunterführung einem Auto in den Weg stellt. Um den Mann vor dem Freitod zu bewahren, fahren sie mit dem Auto gegen die Betonmauer. Das Leben von Fiona und Domm ändert sich mit einem Schlag. Fiona wacht in einem Ganzkörpergips auf und hat nur noch ein Bein. Doms Gedächtnis leidet fortan unter Systemausfall.

Für beide beginnt ein Leben mit ungewohnten Missgeschicken, kleineren und größeren Katastrophen. Dom sorgt sich rührend und tollpatschig um seine behinderte Frau. Eines Tages vergisst er beim täglich Einkauf den Heimweg. Er landet in einer Imbissbude am Meer und trifft dort den immer noch lebensmüden und jammervollen Selbstmörder. Fiona macht sich auf eine abenteuerliche Suche nach ihm. Als sie die Hoffnung fast schon aufgegeben hat, können sich Fiona und Dom am Ende doch wieder frisch verliebt in die Arme schließen.

In «Rumba» beschreiben Gordon und Abel das tragikomische Streben des Menschen nach Glück. Ihr zweiter Spielfilm nach «Iceberg» 2005 ist eine außergewöhnliche Liebeskomödie und ein unverfroren komisches Lustspiel aus Possen, Spaß und halsbrecherischem Slapstick. Die beiden sehen sich dabei in der Tradition von Buster Keaton und Jacques Tati. Bei der Premiere im Rahmen der 42. Internationalen Hofer Filmtage in der vergangenen Woche freute sich das Publikum über einen clownesken Film, gespickt mit selbstironischem Humor. Unter dem Strich ist Fiona Gordon und Dominiqiue Abel eine sinnliche Inszenierung gelungen, eine sehenswerte Geschichte über das Verlieren und Wiederfinden der Liebe, ihre Verletzbarkeit und Widerstandskraft.

Rumba, Frankreich/ Belgien 2008, 77 Min., FSK ab 6, von Dominique Abel, Fiona Gordon, Bruno Romy, mit Dominique Abel, Fiona Gordon, Philippe Martz,

Internet: http://www.rumba-film.mk2.com


«Waltz With Bashir»: Spektakulärer Tanz von Comic mit Doku
Foto: Pandorafilm dpa
Eine Szene aus dem Trickfilm "Waltz with Bashir" (undatierte Filmszene). Das israelische Werk ist ein dokumentarischer Animationafilm über das Massaker von Sabra und Schatila aus der Perspektive des Regisseurs Ari Folman, der zu jener Zeit als israelischer Soldat im Libanon stationiert war. Der Film kommt am 06. November in die deutschen Kinos.


Von Karin Zintz, dpa

(Hamburg/dpa) - Wie bekommt man Halluzinationen vor die Kamera?
Wie kann man verdrängte Erinnerungen in einem Dokumentarfilm zeigen?
Der israelische Regisseur Ari Folman hat in seinem Film «Waltz With
Bashir» eine höchst kreative Antwort darauf gefunden und ein ganz
neues Genre geschaffen: den «animierten Dokumentarfilm». Thematisch
rekonstruiert der Film Folmans eigene Erinnerungsreise zu
schrecklichen Erlebnissen als junger israelischer Soldat im
Libanonkrieg Anfang der 1980er Jahre. Doch stilistisch ist er in
schönstem Comicstil spektakulär gestaltet, ein zeitgeistiger Trip
durch Musik und Popkultur der 1980er Jahre. Nach vielen
Auszeichnungen hat Israel «Waltz Witz Bashir» auch zur Oscar-
Nominierung vorgeschlagen.

Produziert wurde das Werk von den Deutschen Gerhard Meixner und
Roman Paul, die mit ihrer Firma Razor Film (Berlin) bereits einen
anderen herausragenden Film aus dem Nahen Osten gemacht haben:
«Paradise Now» aus Palästina. Das Drama über palästinensische
Selbstmordattentäter war vor zwei Jahren mit einer Nominierung schon
ganz nah dran an einem Oscar. Dass sie jetzt wieder einen Film aus
der Kriegs- und Krisenregion gemacht haben, ist für die beiden
eigentlich Zufall: «Wir kriegen seit "Paradise Now" ziemlich viele
Angebote aus der Region», sagt Roman Paul. «Waltz» sei für sie aber
vor allem ein «spannender Film mit einer ganz ungewöhnlichen
Herangehensweise» gewesen.

Ausgehend von grässlichen Alpträumen eines ehemaligen israelischen
Soldaten tastet sich «Waltz With Bashir» Schritt für Schritt an
seinen Kern heran: Das Massaker an palästinensischen Flüchtlingen im
Libanon im September 1982. Tausende wurden damals in den Lagern Sabra
und Schatila von christlichen Milizen niedergemetzelt, nachdem der
christliche Militärführer Bashir Gemayel bei einem Attentat getötet
worden war. Israelische Soldaten mussten dem Grauen tatenlos zusehen.
Warum niemand den Befehl zum Eingreifen gab, ist bis heute nicht
vollends geklärt.

Folman, ein erfahrener Dokumentarfilmer, verfremdet die üblichen
Doku-Mittel durch Animation. Er hat etliche Interviews geführt und
als Realfilm aufgenommen. Bild für Bild nachgezeichnet und
verfremdet, passen sich diese Gespräche nahtlos in den Kontext der
Geschichte ein. Folman verbindet das Private mit dem Politischen.
Doch dank Zeichenkunst und Musikmix wird «Waltz With Bashir» nie
plakativ, sondern schwebt surreal zwischen Wahrheit und Fantasie.

«Das ist kein politischer Film», betonte Regisseur Folman im Mai
beim Filmfestival in Cannes, wo sein Werk nach der Uraufführung
bejubelt wurde. «Es geht um die persönlichen Geschichten von
Soldaten» - um seine eigene Geschichte. Weil es dazu eben kein
Dokumentarmaterial gebe, das den Horror und seine Verdrängung zeige, habe er einen Animationsfilm gedreht.

Was mit Alpträumen und Halluzinationen beginnt, wird inhaltlich
immer konkreter und realistischer. Bis am Ende eine 50 Sekunden lange
«echte» Sequenz aus dem Archiv den Blick auf die realen Opfer des
Massakers lenkt. Dieser stilistische Bruch stößt den Zuschauer nach
einem aufregenden Kinotrip brutal in die Wirklichkeit zurück. «Die
meisten Anti-Kriegsfilme gehen total an ihrem Ziel vorbei. Die sind
viel zu heldenhaft», begründete Folman die drastischen Szenen am
Schluss. «Ich will mit der Animation zwar auch die 16-Jährigen
erreichen - aber sie sollen nicht nur Spaß haben.»

Waltz with Bashir, Israel/Frankreich u. a. 2008, 87 Min., FSK ab 12, von Ari Folman.

Internet: http://waltz-with-bashir.pandorafilm.de


Meixner und Paul: Zweite Oscar-Nominierung zum Greifen nah

(Hamburg/dpa) - Sie verkörpern nicht die selbstbewusste Wucht eines Bernd Eichinger, sondern pflegen die leisen Töne. Dennoch gehören Gerhard Meixner und Roman Paul heute zu den international erfolgreichsten Filmproduzenten in Deutschland. Nach der Oscar-Nominierung für den von ihnen produzierten palästinensischen Film «Paradise Now» (2006) ist nun die zweite Nominierung für «Waltz With Bashir» zum Greifen nah. Dieses Mal hat Israel ein Werk von Paul und Meixner ins Oscar-Rennen geschickt.

Dass es ausgerechnet zwei Filme aus dem Krisen- und Kriegsgebiet Naher Osten sind, die ihrer Firma Razor Film in Berlin den Durchbruch brachten, ist für Meixner und Paul eigentlich Zufall. «Zweigleisig fahren, deutsche Projekte und internationale Filme machen», so umschreiben sie ihre Pläne. Durch die Arbeit an «Paradise Now» hätten sich einfach viele Kontakte in der Region ergeben, die nun zu dem hochgelobten animierten Dokumentarfilm «Waltz With Bashir» geführt hätten. Zur Zeit realisieren sie ein Projekt in Kolumbien, danach folgt eine deutsche Produktion.

Ihr persönliches Credo als Filmenthusiasten klingt bescheiden und ernsthaft. «Wir wollen authentisch sein», sagt Meixner. «Wir wollen Stoffe finden, die die Leute dazu bringen, einen Abend ihrer Lebenszeit im Kino zu verbringen.» Dass sich dahinter kein Kommerzdenken verbirgt, sondern ein enormer Anspruch an sich selbst, zeigt Roman Pauls Bekenntnis im Interview: «Wir wollen etwas hinterlassen.»

Internet: www.razor-film.de

«Gerdas Schweigen»: Doku über Tragödie einer Mutter in Auschwitz
Foto: Pifflmedien dpa
Der Journalist Knut Elstemann und seine Tante Gerda in einer Szene in "Gerdas Schweigen" (undatierte Filmszene). Der Fim erzählt die Lebensgeschichte von Gerda, die von engen Familien- und Freundschaftsbanden der Vorkriegszeit, vom Überleben jüdischer Freunde und Bekannte, aber auch von Deportation und Tod berichtet. Der Film kommt am 06. November in die deutschen Kinos.


(Hamburg/dpa) - Es ist die Geschichte einer Auschwitz- Überlebenden, die lange geschwiegen hat: Die Kinodokumentation «Gerdas Schweigen» von Britta Wauer beruht auf dem gleichnamigen Buch von Knut Elstermann. Geschildert wird Außergewöhnliches: Der Berliner Journalist Elstermann fragte als Kind seine Nenn-Tante Gerda aus Amerika, die zu Besuch in der DDR war, wie sie ihr Kind im Konzentrationslager verloren habe. Die Kaffeegäste schwiegen entsetzt. 30 Jahre später besuchte er Gerda in New York und sie erzählte ihm von ihrem Schicksal. Im KZ Auschwitz musste sie dem Sterben ihres neugeborenen Kindes tatenlos zusehen. Später entkam Gerda dem Todesmarsch, weil ein Wehrmachtssoldat sie beschützte. In den USA fing sie später ein neues Leben an. Für den Film wurde auch die heute 87-jährige Hauptperson in New York interviewt.

Gerdas Schweigen, Deutschland, 95 Min., FSK o. A., von Britta Wauer.

Internet: http://www.pifflmedien.de


Autor: dpa; zusammengestellt von Eva Holle - 30.10.2008
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