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Journal / Buchjournal
„Ein außergewöhnliches und eindrucksvolles Bauwerk sollte es werden" -
Neues Buch über Trierer Mariensäule erschienen

(Trier/bt) –Seit 144 Jahren thront die Mariensäule hoch über Trier. Tausende Touristen machen sich jedes Jahr auf den Weg zu dem Wahrzeichen, für die Trierer ist es eines der Wahrzeichen der Stadt. Der Merziger Autor Arthur Fontaine hat sich die Entstehungsgeschichte des Denkmals etwas genauer hingeschaut: Auf Einladung der bibliophilen Gesellschaft Trier Pro Libris e.V. und der Katholischen Erwachsenenbildung Trier präsentierte er am Dienstag, 19. Januar in der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Trier sein Buch über „Die Marienstätten am Trierer Markusberg – das Ensemble von Mariensäule, Mariahilf-Kapelle und Stationsweg".

„Das Buch berichtet spannend vom begeisterten Start, drohendem Scheitern, mutiger Entschlossenheit, mühsamer, zäher Kleinarbeit und von einer Vielzahl von Menschen, die im Laufe der Zeit ihr Engagement für das aufwendige Werk und seine Erhaltung eingebracht haben", beschrieb Dr. Alexander Reverchon Geschäftsführer des Kliomedia Verlags das Werk. In seinem Vortrag hob Autor Arthur Fontaine die wichtigsten Stationen in der Entstehungsgeschichte des Marienensembles in Trier hervor. Das Vorhaben auf dem Pulsberg über Trier eine Statue für die Muttergottes zu errichten, sei 1858 in einem Wirtshaus entstanden. Einige Trierer Handwerker und Kaufleute um die Gerbermeister Philipp Ertz und Gustav Heis lasen damals in der Zeitung vom Bau einer Mariensäule in Köln. „Nach der Verkündigung des Dogmas von der Befreiung der Gottesmutter Maria von der Erbschuld durch Papst Pius IX. 1854 wurden in vielen Städten Denkmäler zu ihren Ehren errichtet. Es war eine Zeit großer Marienfrömmigkeit", erklärte Fontaine. Schon bald darauf wurde ein Komitee gegründet. „Die Initiatoren und handelnden Personen des Trierer Projektes waren hauptsächlich Handwerker und Kaufleute aus der Stadt und den damaligen Vororten", sagte der Autor. Von Seiten des Klerus, der Beamtenschaft und des Bildungsbürgertums habe es erst während der Bauphase Unterstützung gegeben. Da das Bauvorhaben trotz einer wirtschaftlichen Flaute von den „kleinen Leuten" der Stadt und schließlich des ganzen Bistums durch Spenden, Kollekten, Benefizkonzerte, Verlosungen und andere Aktionen finanziert wurde, könne man von einer „religiösen Bürgerinitiative" sprechen.

Zwischen 1859 und 1866 sei dann die rund 40 Meter hohe Mariensäule errichtet worden, bis 1884 kamen noch eine Mariahilf-Kapelle und ein Stationsweg dazu. „Diese Stätten sind keine Addition, sondern eine Komposition, die von Anfang an so vorgesehen war", sagte Fontaine. Konnten bereits 1868 die Kapelle und eine Station des Stationsweges eingeweiht werden, so dauerte die Fertigstellung wegen Geldmangels und des zwischenzeitlich einsetzenden Kulturkampfes 25 Jahre. Mit einem Mythos räumt Fontaine in seinem Buch auf: „Für die weit verbreitete These, der Bau der Mariensäule sei eine Provokation der katholischen Trierer gegen die protestantische preußische Obrigkeit gewesen, habe ich keinerlei Belege gefunden".

Bibliografische Angaben: Arthur Fontaine. Die Marienstätten am Trierer Markusberg – das Ensemble von Mariensäule, Mariahilf-Kapelle und Stationsweg. 184 Seiten. Kliomedia Verlag Trier. Ab Ende Januar 2010 im Buchhandel erhältlich.




- 22.1.2010
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