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Predigt zur Jahreslosung 2010 - 31.12.2009 / 1.1.2010
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Predigt zur Jahreslosung 2010 - 31.12.2009 / 1.1.2010

Jahreslosung 2010: Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich. (Jh. 14,1)


Liebe Gemeinde!

"Euer Herz erschrecke nicht." Wie von allein sind unsere Gedanken ja jetzt zu uns selbst gegangen und wir fragen, was uns denn persönlich an der Schwelle dieses neuen Jahres erschreckt und ängstigt: Was wird in den kommenden 12 Monaten geschehen? In der Welt, der Politik und Wirtschaft, aber eben auch und ganz besonders: in unserer Familie und im eigenen Leben. Welches Leid wartet auf mich? Wird es Zeiten der Trauer geben? Werde ich gesund bleiben?

"Euer Herz erschrecke nicht." Wir stehen an der Tür des beginnenden Jahres und fühlen uns wie ein ängstliches Kind. Die Tür ist noch geschlossen, finster und ein wenig unheimlich. Wir wissen nicht, was dahinter liegt? Helles oder Dunkles? Schönes oder Leid? - Und wir zögern noch, die Tür aufzutun und einzutreten. Es ist nicht leicht, das alte Jahr zu verlassen und hinüberzugehen ins unbekannte, neue.

Ich will einmal dieses Bild von der Tür aufnehmen und noch weiter ausmalen. Vielleicht hilft uns das, von allem frei zu werden, was unsere Schritte hemmt und uns Herz so beklommen macht. Vielleicht kann das unseren Glauben kräftigen, unser Vertrauen stärken und uns Hoffnung schenken, dass wir fröhlich und ohne Angst hinübertreten ins neue Jahr?

Das Bild, das ich vor Ihre inneren Augen stelle, ist das eines großen Hauses mit vielen Türen und vielen Zimmern, die hinter diesen Türen liegen ... Es ist das Bild unseres Lebens, das ich Ihnen male. Wir - jede und jeder von uns - gehen durch dieses Haus mit den vielen Räumen. Wir öffnen eine Tür nach der anderen, 60-, 70-, 80- oder gar 90mal tut sich eine neue Tür auf für uns ... wenn Gott will. Dann durchschreiten wir die unbekannten Zimmer dahinter. Wir nehmen in uns auf, was jeder Raum an Gutem und Schwerem für uns bereithält. Wir halten uns ein ganzes Jahr in ihm auf und stehen dann, wenn wir alles im Zimmer kennen gelernt und erfahren haben, an einer weiteren Tür.

Heute soll sie sich öffnen, die Tür zum neuen Jahr. Aber wir zögern noch. Was werden wir sehen, wenn sich der Türspalt weitet? Wird der neue Raum Glück und Freude bereithalten? Wird Trauer und Schmerz auf uns warten? Wem werden wir begegnen? Von wem werden wir Abschied nehmen müssen? Und die bedrängendste Frage: Wird auf der anderen Seite des Zimmers für uns noch eine weitere Tür sein?

Schauen wir uns, bevor wir die nächste Tür öffnen und über die Schwelle gehen, noch einmal in dem Zimmer um, das wir bald verlassen werden. Es ist gut, wenn man den Blick noch einmal schweifen lässt und noch dies und das der Erinnerung einprägt und vielleicht in Gedanken mitnimmt oder geordnet zurücklässt, bevor man weitergeht.

Ganz hinten, auf der anderen Seite des Raums, den wir verlassen wollen, stehen all die guten Vorsätze, die wir vor 12 Monaten gefasst haben. Dies und das wollten wir lassen. Diesen oder jenen wollten wir besuchen. Ja - so war es unser wichtigster Vorsatz - unser ganzes Lebens sollte mehr Tiefe bekommen. - Was ist wahr geworden davon?

Wir hatten vor, mehr aus dem Wort Gottes heraus zu leben, zu denken, zu arbeiten, zu entscheiden ... Wir wollten ihm, unserem Gott, endlich bei uns mehr Platz und mehr Bedeutung einräumen. So wie es ihm ja auch zusteht. Das wirklich Wesentliche sollte uns groß werden und nicht so sehr die eigenen Interessen, die äußerlichen Dinge, der Kram dieser Welt ...

Unseren Eigensinn wollten wir zurückdrängen, unsere ewige Ichsucht ... Ein bisschen mehr für andere leben wollten wir, Frucht tragen für die Nächsten, die Menschen in unserer Nähe und in der Ferne auch. Was hat sich davon erfüllt? Was hat uns wirklich von diesen Vorsätzen in den vergangenen 365 Tage bestimmt und begleitet?

Dort drüben, mitten im Licht des Raumes, erkennen wir auch all die frohen Erlebnisse des vergangenen Jahres; die hat es ja auch gegeben. Die gelungenen Stunden, die Freude, das Glück: Die Erfahrungen der Liebe zu einem Menschen, die guten Worte, die wir gewechselt haben, die Hilfe, die uns zuteil wurde, der überraschend gute Ausgang einer Sache, die uns erst so viele Sorgen gemacht hat. Die Zusage, die unsere berufliche Zukunft öffnete, das gesunde Kind, der Enkel, der uns geschenkt wurde ...

Dorthin, wo all diese schönen Dinge stehen, schauen wir gern. Das hat uns froh gemacht und unser Herz leicht und frei. Tage waren das, an denen wir gern gelebt haben und glücklich waren. - Haben wir eigentlich immer für alles gedankt, was wir da empfangen durften? War uns das ein Lob des Gebers aller guten Gaben wert, oder ist uns vieles davon nicht als unser eigenes Verdienst erschienen?: Erfolge, die uns doch zustanden, unsere Arbeit, unsere Leistung!

Und wenn es doch anders war bei uns, wo hat uns die Dankbarkeit so bewegt, dass wir dann weitergeschenkt haben, was wir erhalten hatten? Aber hat der Geber aller guten Gaben nicht vielleicht gerade das bei uns erreichen wollen: Dass wir weiterschenken, was er uns gibt? Ja, waren wir ihm das nicht eigentlich schuldig, dem Gott aller Güte, dem Herrn unseres Lebenshauses und jedes Raumes darin, den wir durchschreiten, dem Herrn unserer Jahre?

Da drüben, an diese düstere Wand, haben wir all die schlimmen, belastenden Erlebnisse des vergangenen Jahres gestellt. Dorthin zu blicken, fällt uns nicht leicht. Das war die schwere Zeit, in der es uns so schlecht ging und wir nicht wussten, wie es weitergehen soll. Es hat uns die Luft abgedrückt und unser Glaube wäre fast dem Zweifel gewichen. Dort sind auch all die bösen Momente des vergangenen Jahres: Die Minuten der Angst, die Stunden der Schwermut, die Augenblicke des Ärgers, des Zorns, der Wut ...

In jedem Raum, den wir bis heute durchmessen haben, blieb auch Schlimmes und Dunkles zurück. Immer war das so. Aber: Wollten wir nicht auch das Schwere aus der Hand Gottes nehmen? Wollten wir nicht alles, was uns widerfährt, vor ihm bedenken, seine Stimme darin hören, die Winke seiner Hand erkennen? Und wollten wir nicht alles, was wir erleben, auch im Gebet vor ihm ausbreiten, vor seinem Wort prüfen und darin Hilfe und Weisung empfangen? - Wie viel von alledem, was wir vorhatten im vergangenen Jahr, ist wahr geworden? Oder ... wie wenig?

"Euer Herz erschrecke nicht." - Wieder stehen wir an einer neuen Tür und hinter ihr wird es wieder so sein: Wir werden Dinge, Erfahrungen und Erlebnisse vorfinden - wir werden ihnen begegnen müssen, mit ihnen umgehen und mit ihnen fertigwerden müssen. Jetzt ist der Augenblick da, dass wir die Tür auftun. Haben wir genug Mut dazu?

"Glaubt an Gott und glaubt an mich", sagt Jesus. Wir öffnen also die Tür im Glauben und im Vertrauen auf Gott und auf unseren Herrn Jesus Christus. Gewiss, alles was uns begegnen wird, ist noch unbekannt und offen hinter der Schwelle zum Neuen. Nichts ist schon sicher und fest, so dass wir uns darauf verlassen könnten. Nur das eine ist felsenfest und sicher: "Glaubt an Gott und glaubt an mich." Der Herr des Hauses, der uns in seiner Güte heute einen neuen Lebensraum öffnet, will bei allem mit dabei sein! Er bietet uns heute seine Hand zur Begleitung an. Er schenkt uns heute die Möglichkeit, seine Jüngerinnen und Jünger zu werden, schenkt uns neue Chancen, seine Wahrheit zu begreifen und gibt unserem Leben einen neuen Anfang.

Das kann nun das Jahr sein, in dem Vorsätze wahr und wirklich werden: Heute können wir den ersten Schritt in eine Zukunft mit Gott tun, in der wir in Dank und Bitte des täglichen Gebets vor ihm leben. Das kann das Zimmer unseres Hauses werden, in dem wir die tiefsten Erfahrungen machen, die wesentlichen Entscheidungen treffen, die beglückendsten Erlebnisse haben. Alles ist noch offen hinter der Tür. Es kommt so viel darauf an, was wir mit dem, was wir vorfinden, tun, mit welcher Haltung wir ihm begegnen. Der Glaube an die Güte unseres Herrn, das Vertrauen auf seine Gnade und Geduld werden uns helfen!

Wir haben die Klinke schon in der Hand. Gleich werden wir sie herunterdrücken. Lasst uns jetzt alles, was uns erschreckt, befangen und ängstlich macht, an der Schwelle ablegen: die Zweifel, ob es wohl im kommenden Jahr besser werden kann mit uns und unserem Leben. Die furchtsamen Erwartungen, was im neuen Raum wohl an Schwerem und Bedrängendem auf uns wartet. Auch das Urteil über uns selbst: Ich kann mich ja doch nicht mehr ändern!, lassen wir zurück. Auch die Schuld, die wir im vergangen Jahr aufgehäuft haben. Gott vergibt sie uns.

Lassen wir das alles jetzt an der Schwelle abfallen von uns. Es soll uns nicht mehr belasten. Wir sind frei! Wir treten ein in den neuen Raum unseres Lebens und danken Gott: 365 Tage misst das Zimmer. An jedem Tag will unser Herr bei uns sein vom Morgen bis zum Abend. Mit ihm können wir den neuen Raum ganz getrost betreten und durchschreiten. Ihm gehört das ganze Haus. Aber er hat es uns überlassen für die Jahre unseres Lebens. Es wird an uns liegen, ob wir ihm den Platz darin geben, der ihm zusteht! Wo er mit uns lebt und arbeitet, da weicht alle Furcht und aller Schrecken. Es ist ein sicheres Gehen an seiner Seite. Auch unsere Schuld, die wir uns immer wieder aufladen, tragen wir nicht allein. Und er nimmt sie uns ab, wenn wir ihn bitten.

Wenn wir im kommenden Jahr auch dunkle Stunden erfahren müssen, werden wir nicht allein sein. Mit der Hilfe Gottes können wir alles bestehen, was uns erwartet. Und selbst wenn wir aus diesem Haus in ein anderes gehen müssen, Gott verlässt uns nicht. Er begleitet uns und hat das neue Haus schon bereitet - durch Jesus Christus, unseren Herrn, der uns heute zusagt: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.

Gedicht zur Jahreslosung 2010
Jesus Christus spricht:
Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich. (Jh. 14,1)


Ist Glaube nicht dem Wollen ganz entzogen?
Gilt, wenn ich hoffen will, dass ich’s auch kann?
Wie oft hat, was ich wollte, schon getrogen!
Wie fängt der Mensch - aus sich! - im Glauben an?

Gut wär’ das schon, in dieser Zeiten Schrecken,
den Halt zu haben, der uns trägt und stützt,
in Christi Wort die Weisung zu entdecken,
die uns vor Ängsten und Verzweiflung schützt.

Vielleicht ist Glaube etwas wie das Schwimmen?
Ob Wasser trägt, erfährt nur, wer’s probiert!
Wer weiß zuvor, ob die Versprechen stimmen,
dass durch Vertrauen sich die Angst verliert?

Es ist verborgen erst, du musst es wagen!
Ein kühner Sprung ... Gott hält dich! ... und du weißt!
Spürst seine Hilfe, hörst „mein Kind!“ ihn sagen
und du erfährst, warum Gott „Vater“ heißt.

Er schenkt Geborgenheit, getrosten Glauben,
reißt dich aus Zweifel, Schrecken, Angst heraus!
Das lass dein Leben lang dir nicht mehr rauben,
dann bleibt sein Segen über deinem Haus.

Und sei gewiss: Am Ende darfst du sehen,
was deines Glaubens feste Hoffnung war.
Wenn wir in Christi Spur hinübergehen,
wird aller Fragen Antwort offenbar!

Manfred Günther

Predigt zur Jahreslosung 2010 – ins Plattdeutsche übertragen von Ihne de Boer, Emden

Jesus seggt: Jau Haart erschreckt nait. Lövt an Gott und lövt an mi. (Joh. 14,1)


Laiv Gemeen.

„Jau Haart erschreckt nait. Lövt an Gott und lövt an mi!“ As van heil alleen sind uns Gedank’n ja nu tau uns sülst goahn un wi froag’n, wat uns nu dann pesönlich an’t Schweell vant nai Johr vefehrt of bang moakt: Wat kummt in dai komm’de 12 Moant up uns doal? In dai Welt, int Politik und Wirtschaft, oaber ok un dat heil besünners: In uns Famili’n un in uns eig’n Lem’t. Wat vör Leid/Pien wacht up mi? Gift dat Tie’n van Trüür? Bliv ik gesund?

„ Jau Haart erschrecke nait.“ Wi stoahn ant Döör, van dai in poor Stüün anfangde nai Johr, un föhl’n uns as’n bang Kind. Dai Döör is noch schloot’n, düster un bitje unheimlich. Wi wait’n nait, wat deachte licht. Helles of wat Düsters? Wat mois, of wat uns bang moakt? Und wi zöger’n noch, dai Döör op’n tau moak’n un intau tree’n. Dat is nait licht, dai ooll Johr tau veloat’n un rove tau goahn int unbekannte, in’t Nai.
Ik will eenmoal disse Bild van dai Döör upnehm un noch wat wiede utmoal’n. Viellicht help uns dat, van all dat freei tau worr’n, wat uns Staap’m hemmt un uns Haart so schworr moakt. Viellicht kann dat oaber ok uns Glaub’n un uns Vetrau’n stark moak’n un uns Hoop skenk’n, dat wi bliet un ohne Angst rovergoahn, int nai Joahr.

Dat Bild wat ik jau nu vört Og’n stell, is dat van heil groot Hus mit’n heilbült Döörn un heilvöl Zimme’s, dai achte disse Döörn lieg’n. Dat is dat Bild van uns Lem’t, wat ik jau nu moal’n will. Wi – jede un jaide van uns – goahn dör disse Huus mit dai völ Rüm’n. Een Döör noatanner worr’t van uns op’’n moakt, 60-, 70-, 80- of sogoar 90-moal dait suk dai nai Döör vör uns op’n, - wenn Gott dat will! Dann dör staap’n wi dai vör uns frööm Zimme’s. Wi nehm in uns up, wat jaide Rüm’te an Gaut’s un Stuur’s vör uns bereit hoalt. Wi holl’n uns ‘n heil Johr in dai Rüm’te up, un stoahn dann, wen’f all in’t Zimmer ken’n lehrt un erfohrn hem, an een nai Döör.

Vandoch sall nu dai Döör taut nai Joahr 2010 op’n goahn. Oabe wi zögern noch. Wat seehn wi dorr, wenn dai Döör nu Gliev vör Gliev op’n gait. Hollt dai nai Rüm’te vör uns Glück un Bliedtskup bereit? Of wacht Trüür un Pien up uns. Well seehn wi dorr, well kummt uns integ’n? Van well mut’n wi uns veabschied’n. Un dann dai drings’te Froag: Gift dat in dai nächste Zimmer noch weer’n nai Döör vör uns? Kiek wi uns, bevör wi dai nächste Döör op’n moak’n un over dai Drüppel goahn, noch eenmoal in dai Zimmer um, dai wi nu in por Stün’n veloat’n daun.Ik denk, dat is gaut, ween wi uns Blick noch eenmoal taurüch daun, um dat in uns Erinnerung’n in präg’n un viellicht in Gedank’n mitnehm of geordnet taurüch loat’n, bevör man wiede gait.

Heil achtern, up dai anner Siet van disse Rühm’te dai wi verloat’n wööll, stoahn all dai gaut Vorsätze, dai wi uns vör 12 Mon’t vörnohm harn. Dit un dat wullt’n wi loat’n. Een of anner wulltes’sen wi unbedingt besök’n. Joah, un wat is ut uns wichtigste Vörsatz worr’n – uns Lem’t sull mehr Sinn un Düp’te krieg’n. - Wat is eenlik dorvan wohr worr’n?
Un haarn wi uns ok nait vörnohm, mehr ut dat Woort van Gott herut tau lem’n, tau denk’n, tau Arbei’n, tau Entscheid’n.... Wi wulltes’sen hum, uns Gott, endlek bi uns mehr Platz un mehr Bedüt’n in rüm’n. So as hum dat ok ja tau staiht. Dat wat wirklich Wichtech is, dat Wesentliche sull’tes bi uns groot worr’n, un nait so vööl dai eig’n Intressen, dai äußerliche Dinge, der bedütungslösse Kroam van disse Welt. Ok wullt’n wi uns Eigensinn taurüch dräng’n, uns ewige Ichsucht...... Bitje mehr vör dai anne’n le’m, uns Nächste un ok dai in de Frömde tau help’n, hör bi taustoahn, worrt nödech was. Wat hät sük dorvan erfüllt? Wat hät uns wirklich van disse Vorsätze in dai ofloop’nde 365 Doag’n bestimmt un begleitet?

Ja un dann dorr aachten, mit’n in’t Lücht van dai Rüm’te, erkenn wi ok al dai blied, dai gaut Erlebnisse vant ofloop’nde Johr, dai hät ja ok geb’n. Dai wundebor moi Stün’n, dai Bliedskub, dat Glück. Dai Erfohrung’n, dai Laivde taun een Minske, dai gaut Woor’n, dai wi wesselt hem, dai Hülp, dai uns anboo’n wur, dai vör uns überraschende gaut Utgang van’n Soak, dai uns erst so vööl Sörg moakt hät. Dann dat Tausegg’n, dai uns berufliche Taukunft seker’n dait, dat gesuun’n Kind, dai Enkel dai uns skunk’n wuur.

Dorhen worr all dai moi Soak’n stoahn, kiek’n wi geern henn. Dat hät uns blied moakt, un uns Haart licht un freei. Doag’n wassen dat, an dai wi geern levt hem un blied wassen. - Oaber hem wi eigentlik immer vör all dat dankt, wat wi kreeg’n hem? Was uns dat een Lob an’t Geber aller gaut Goab’n weert, of is uns vööl dorvan as uns eeig’n Verdenst vörkoom? Erfolch, dai uns doch tau stuuhn, uns Arbeit, uns Leistung!
Un wenn dat doch anner’s was bi uns, worr hät uns dai Dankborkeit so bewegt, dat wi dann wiede skenkt hem, wat wi kreeg’n hem? Oaber hät dai Geber aller gaut Goab’n nait viellicht nedderkroat dat bi uns erreichen wullt: dat wi wiedeskenk’n, wat hai uns gift? Joah, wassen wi hum dat nait eigenlik sküllech, dai Gott van all dat Gaud, dai Heer van uns Lebenshuus un van jaide Rüm’te dorrin, dai wi dörr lop’n, dai Heer van uns Johr’n?

Dorr an’t anner Sied, an dai düster Wand, hem wi all dai schliimm, belastene Begebenheit’n vant oflopende Johr henn stellt. Dorrhenn tau kiek’n, faalt uns nait licht. Dat wassen stuur Tied’n, in dai uns dat schlecht gung un wi fok nait wussen, waut wiede goahn sull. Fok haar’n wi dat Gefööhl, as wenn uns dai Luft of-schnört wuur un uns Glaube dai Twiefel wiek’n dee. Dorr sind ok all dai schliimm, maal Moment’n vant vergangene Johr: Dai Minüt’n in Angst, dai Stünn in Schworrmaut, dai Oagenblick’n van Arge’r, van Wut un Entäuschung......
In jaide Rüm’te, dai wi bit vandoch döörmet’n hem, blev ok Schlimmes un Düsternes taurüch. Immer was dat so. Oaber: Wööl wi nait ok dat Stuurs ut dai Hand van Gott neeh’m? Wööl wi nait all, wat uns wiedefohrt, vör hum bedenk’n, sin Stimm dorrin hör’n, dai Wink’s of Taik’n van sin Hand erkennen? Un wulltes’sen wi nait all dat, wat wi belevt hem, ok in Gebet vör hum utbraai’n, vör sin Woort prüfen, um dorrin Hülp un Weisung tau empfang’n? Wauvööl is van all dat, wat wi vörhaar’n int oflopende Johr, wohr worr’n? Of --un nu mutn’f eehrlek ween-- wau min’n?

„Jau Haart erschrecke nait.“ Wehr stoahn wi an nai Dörr un achter hör is dat weehr genau so: Wi finn weehr Soak’n of Dinge vör, Erfohrung’n un Erlebnisse – un wi mut’n -of wi wööl’n of nait – mit hör umgoahn, mit hör kloar koom. Un Ve-nacht um 12, is dai Moment weehr dorr, worr wi dai Dörr op’n moak’n dürrn. Hem wi genuch Maut dorr tau?

„Lövt an Gott un lövt an mi“ segg’t Jesus. Wi moak’n also dai Dörr op’n in’t Glauben un in’t Vertrau’n up Gott un up uns Heer Jesus Christus. Dat stimmt, all wat wi beleem daun, is noch unbekannt un op’n is noch aachte dai Schweell vant nai Dörr. Nix gornix, is all seker un fast, so dat wi uns dorrup verloat’n könn. Nur dat een staiht felsenfest un is 100% seker: „Lövt an Gott un lövt an mi“ Dai Heer van t Huus, dai uns een nai Leem’s-rüm’te op’n moakt, will bi all, wat wi beleem – of gaut of schlecht- debi weehn! Hai büt uns vandoch sin Hand an, uns tau begleit’n. Hai skenkt uns vandoch dai Mögelkeit, sin Jüngerin of Jünger tau worr’n, hai skenkt uns nai Chancen, sin Wohrheit tau begrieb’n un gift uns Lem’t een nai Anfang.

Dit kann nu dat Johr weeh’n, in dai uns Vörsätze wohr - un Wirklichkeit worr’n: Vandoch kön’n wi dai erst Staap in een Zukunft mit Gott daun, in dai wi Dank un Bitte jaide Dag int Gebet vör hum breng’n un mit hum lem. Dit kann dai Rüm’te van uns Huus worr’n, in dai wi schliimm trürege Erfohrung’n moak’n, wi wesentliche Entscheidung’n treffen maut’n, dai mois’te un glückligs’te Erlebnisse hem. All is noch op’n aachte dai Dör. Dat kummt sovööl druup an, wat wi mit dat, wat wi vörfin’n, daun, mit wat’förn Haltung wi Gott inteeg’n goahn! Dai Glaube an Gott, dat Vertrau’n up sin Gnade un Gedüld mit uns daun dorbi help’n .
Wi hem dai Klink all in Hand. Fut drück’n wi hum andoal. Loat uns nu all dat, wat uns bang, befang’n un ofschreckt an’t Dörschwell oflegg’n. Ok dai Twiefel, of dat in 2010 beeter worr´n kann mit uns un uns Lem’t. Loat uns oflegg’n ok dai Urdeil over uns sülm’st: Ik kann mi ja doch nait meehr ännern! Un ok dai Sküld, dai wi in’t oflopende Johr doahn hem. Gott vergift uns hör!!

Nix sall uns meehr belast’n. Wi sind freei! Wi treehn in dai nai Rüm’te van uns Lem’t un dank’n Gott: 365 Dog’n mett dat Zimmer. An jaide Dag will uns Heer bi uns weehn van Schmörns bit Oab’ns. Mit hum kön’n wi dai nai Rüm’te getrost betreehn un dörstap’n. Hum hört dai heil Huus. Oaber hai hätt uns dai overloat’n, vör dai Johrn van uns Lem’t. Dat licht nu an uns, of wi hum dai Platz dorrin geeb’n, dai hum tau staiht. Wor Gott mit uns levt un arbeit, dorr is keen Angst un Schreck’n meehr. Wi goahn heil seker un fast an sin Siet. Un ok uns Sküld, dai wi uns immer weehr upload’n, droag’n wi nait alleen.Hai nimmt uns hör of, wenn’f hum dorrum beet’n.

Wenn’f in koom’de Johr ok düste Stünn beleem daun, lövt mi, wi sind nait alleen. Mit dai Hülp van uns Voader int Himmel kön’n wi all bestoahn, wat uns vewacht. Un sülst wenn wi ut disse Huus in een anner goahn maut’n, Gott verlett uns nait. Hai gait mit uns un hätt dai nai Huus all kloar vör uns – dör Jesus Christus, uns Heer, dai uns vandoch tauseggt: „ Jau Haart erschreckt nait. Lövt an Gott und lövt an mi.“


Predigt zur Jahreslosung 2010 - 31.12.2009 / 1.1.2010


Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Archiv - 6.12.2009
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