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Ein ganzer Stadtteil lebt von Hartz IV
19.2.2010
(Harburg/cr) - Die Stadtteildiakonie Harburg-Heimfeld und Süderelbe starten einen stadtteilweiten Aufruf zum „anderen Fasten-Projekt“: Vier Wochen leben von dem Regelsatz nach Hartz IV, 359 Euro im Monat

Stadtteildiakonin für Harburg-Heimfeld, Julia Stephan, meint: „Wir rufen alle Harburger auf, mit uns vier Wochen lang vom Arbeitslosengeld II zu leben. Damit hat jeder die Chance am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet Hartz IV-Empfänger zu sein.“ Mit weniger als 12 Euro am Tag würden ein Kinobesuch oder ein neuer Pullover schnell zum unerschwinglichen Luxus“. Die Stadtteildiakonin freut sich, dass prominente Harburger wie Propst Jürgen F. Bollmann an der Aktion teilnehmen. „Anliegen dieses Kirchenprojekts ist es, die Menschen für das Thema Hartz IV zu sensibilisieren. Was bedeutet ein Leben nach dem Regelsatz des Arbeitslosengeldes II? Ich lade alle Harburger ein, sich selbst ein Bild zu machen“, so der Propst.

Weitere Gruppen unterstützen die Initiative wie die Selbsthilfeinitiative Pengl, Arbeitslosengeld II-Bezieherinnen, die Sozialberatung Harburg im Kirchenkreis Hamburg-Ost und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA). Die Stadtteildiakonien begleiten das Hartz IV-Projekt mit wöchentlichen Treffen zum gemeinsamen Austausch. Das erste findet statt am Mittwoch (17. Februar) von 18 bis 20 Uhr im Ev.-Luth. Gemeindezentrum St. Trinitatis in der Bremer Straße 9 und parallel dazu in der Ev.-Luth. Michaelis-Kirchengemeinde in der Cuxhavener Straße 323.

Bis zum 31. März folgen hier sechs weitere Mittwochs-Termine zur selben Uhrzeit. Zwei Diskussionsabende und drei Gottesdienste flankieren das Projekt: Am Donnerstag (4. März) referiert der wissenschaftliche Mitarbeiter des Deutschen Bundestags, Ronald Blaschke unter dem Titel „Bedingungsloses Grundeinkommen“. Am Dienstag (23. März) moderiert der Journalist Burkhard Plemper das Thema „Fördern und Fordern der ARGE“. Gottesdienste finden statt am 28. Februar und
1. April jeweils um 10 Uhr in der St. Johannis- sowie am 21. März um 18:30 Uhr in der Michaelis-Kirchengemeide.

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