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Mit Logik zum Ziel: Irene Huss sucht die Mörder einer Sexsklavin

Von Susanna Gilbert-Sättele, dpa
(München/dpa) - Ein Trost für alle, die Kommissar Wallander
nachtrauern: Es gibt noch Irene Huss, die sympathische Polizistin aus
den Krimis der Schwedin Helene Tursten, die mit ihrer patenten,
einfühlsamen Art mehr Optimismus verströmt als der melancholische
Romanheld von Henning Mankell je vermochte. Huss steht mitten im
Leben, sorgt sich um Mann und Zwillingstöchter und den
altersschwachen Familienhund Sammie ebenso wie um die Opfer
skrupelloser Verbrecher.
In ihrem neuesten, dem siebten Fall befasst sich die
Kriminalinspektorin mit der «Toten im Keller», einem Kind noch, dass
die Göteborger Polizei eher zufällig erdrosselt in einem Erdloch
entdeckt. Dank der Hilfe einer engagierten Kollegin vom Dezernat für
Menschenhandel - die Tote weist nämlich Verletzungen auf, die auf
Missbrauch schließen lassen - kommt Huss einem internationalen
Mädchenhändlerring auf die Spur, der sie bis auf die Kanarischen
Inseln folgt. Doch die Suche nach den Hintermännern dieses
schmutzigen Geschäftes bringt die Heldin selbst in Lebensgefahr.
Schritt für Schritt darf der Leser die konsequenten Ermittlungen
des Göteborger Kriminalistenteams verfolgen, ohne von falschen
Fährten und komplizierten Umwegen fehlgeleitet zu werden. Auch das
Privatleben der Heldin vollzieht sich dezent im Hintergrund, bis der
Fall gelöst ist. «Sie ist sehr menschlich», so hat Tursten einmal ihr
Geschöpf in einem Interview beschrieben, «sie lügt manchmal, sie geht
ihren eigenen Weg. Manchmal hat sie enorme Vorurteile. Und dann muss sie diese anhand des Falles, den sie zu klären hat, abarbeiten.»
Die Geschichte mag zwar nicht so raffiniert angelegt sein wie
andere Krimis, dafür aber weckt sie die Lust des Lesers, der sich
deshalb umso lieber an der Enttarnung der Bösewichte beteiligt, weil
er die Arbeit der Polizisten nachvollziehen kann. Trotz ihres
kühl-logischen Vorgehens empfindet Huss viel Empathie für die
kindlichen Opfer, Sexsklaven, deren Schicksal sie vor allem am
stimmigen Ende aus der Tabuzone heraus holt.
Die 53jährige Autorin war Zahnärztin, bevor sie anfing, Krimis zu
schreiben. Ihre Serie um Irene Huss soll nach Verlagsangaben von der
ARD verfilmt werden.
Helene Tursten: Die Tote im Keller
Verlag btb, München
312 S., Euro 19,95
ISBN-13: 978-3-4427-5200-3
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Susanna Gilbert-Sättele, dpa
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