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Halkia holt zweites Gold für Gastgeber - Unger erster Deutscher im 200-m-Finale seit 1984 - Heidler mit Rekord Vierte - Campbell siegt-Halkia holt zweites Gold für Gastgeber - Unger erster Deutscher im 200-m-Finale seit 1984 - Heidler mit Rekord Vierte - Campbell siegt

GlaubeAktuell ist ein tagesaktuelles, unabhängiges Nachrichtenmagazin. Es bietet Themen aus aller Welt, Sport, Politik, Wirtschaft, Kultur. Hintergründe zu Religion, Ethik, Glaubensfragen, PredigtHalkia holt zweites Gold für Gastgeber - Unger erster Deutscher im 200-m-Finale seit 1984 - Heidler mit Rekord Vierte - Campbell siegt
Halkia holt zweites Gold für Gastgeber - Unger erster Deutscher im 200-m-Finale seit 1984 - Heidler mit Rekord Vierte - Campbell siegt

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Tobias Unger; Foto: epa/dpa Arne Dedert

Von Martin Kloth und Peter Juny, dpa

(Athen/dpa) - Die griechische Frauen-Power hat den Gastgebern die
zweite Leichtathletik-Olympiasiegerin in Athen beschert - die
deutschen Sprinter bejubelten ihren ersten 200-m-Finalisten seit
1984. Mit einem Sturmlauf war Fani Halkia am Mittwochabend in 52,82
Sekunden sensationell zur Goldmedaille über 400 m Hürden gerannt.
Anschließend hatte auch das deutsche Team Grund zum Feiern: Tobias
Unger sprintete in 20,54 Sekunden in den Endlauf. Dies war zuletzt
Ralf Lübke vor 20 Jahren in Los Angelos gelungen. «Jetzt bin ich im
Finale und freue mich wahnsinnig», sprudelte es aus Unger heraus.

Halkia, die sich in dieser Saison um rund vier Sekunden
verbesserte, siegte vor der Rumänin Ionela Tirlea-Manolache (53,38)
und vor Tetjana Terestschuk (Ukraine/53,44). Am Montag hatte Athanasia Tsoumeleka das 20 km Gehen gewonnen. «Ich wollte zeigen, dass wir Griechen geborene Sieger sind. Ich wusste von vornherein, dass ich gewinnen werde», tönte Fani Halkia nach ihrem Triumph, bei dem sie
von den 75 000 Zuschauern frenetisch gefeiert wurde. Olympiasiegerin
über 200 m wurde in der Weltjahresbestzeit von 22,05 Sekunden
Veronica Campbell (Jamaika) vor der Junioren-Weltrekord laufenden
Allyson Felix (USA/22,18) und Debbie Ferguson (Bahamas/22,30).

Trotz des deutschen Rekordes von 72,73 m verfehlte Hammerwerferin
Betty Heidler aus Frankfurt/Main als Vierte um 43 Zentimeter die
zweite Medaille für den deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).
Siegerin wurde Olga Kusenkowa aus Russland mit 75,02 m vor den
Kubanerinnen Yipsi Moreno (73,36) und Yunaika Crawford (73,16).

Heidlers Mannschaftskollegen führten ihre Zitter- und Hängepartien
zu einem glücklichen Ende. Speerwerferin Steffi Nerius übertraf erst
im dritten Versuch mit 62,16 m die geforderte Weite von 61,00 m und
qualifizierte sich für den Endkampf. «Manchmal mache ich mir das
Leben selbst schwer», kommentierte die Leverkusenerin. Weitspringerin
Bianca Kappler (Rehlingen) qualifizierte sich mit 6,69 m ebenfalls im
dritten und letzten Versuch für den Endkampf.

Für rund eine halbe Stunde war Danny Ecker bereits ausgeschieden.
Der deutsche Meister im Stabhochsprung hatte in der Qualifikation
drei ungültige Versuche bei seiner Anfangshöhe 5,50 m. Erst nach
einem Einspruch wurde ihm ein neuer dritter Versuch zugestanden, mit
dem er die Starthöhe problemlos meisterte. Anschließend überquerte
der Leverkusener wie sein Vereinskamerad Lars Börgeling und Tim
Lobinger (Köln) die Finalvorgabe von 5,70 m. «Eigentlich hatte ich
mit meiner Karriere schon abgeschlossen», bekannte Ecker nach dem
Hickhack.

Das erste Kräftemessen in Athen zwischen den Olympiasiegern
Kenenisa Bekele und Hicham El Guerrouj endete im 5000-m-Vorlauf
nahezu mit einem Patt. 10 000-m-Sieger Bekele aus Äthiopien gewann in
13:21,16 Minuten, 1500-m-Gewinner El Guerrouj aus Marokko folgte in
13:21,87 Minuten dichtauf.

Derweil hat sich der Skandal um den gestürzten Diskus-
Olympiasieger Robert Fazekas zu einem Doping-Krimi ausgeweitet. Einen
Tag nach der Aberkennung seiner Goldmedaille, die er wegen der
Verweigerung einer Urin-Kontrolle wieder verlor, bezichtigte Lars
Riedel den Ungarn des systematischen Sportbetrugs. «Ich habe im
letzten Jahr gezeigt bekommen, wie er Doping-Kontrollen manipuliert»,
erklärte der fünfmalige Diskus-Weltmeister aus Chemnitz.

Diese Informationen habe Riedel an den Deutschen Leichtathletik-
Verband (DLV) weitergegeben, der wiederum den Weltverband IAAF davon
unterrichtete. «Ich weiß davon», bestätigte IAAF-Generalsekretär
Istvan Gyulai (Ungarn). Fazekas hingegen hat angekündigt, gegen
seinen Olympia-Ausschluss Berufung bei der Ad-hoc-Kammer des
Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) einlegen zu wollen.

Unter Doping-Verdacht ist auch Dreisprung-Olympiasiegerin
Francoise Mbango Etone geraten. Wie der griechische Fernsehsender
MEGA berichtete, soll die 28-Jährige aus Kamerun nach ihrem Triumph
positiv getestet worden sein. Sie wäre nach Fazekas und der Russin
Irina Korschanenko (Kugelstoßen), die ihre Medaille nicht zurückgeben
will, der dritte Athlet, der in Athen Gold verlieren würde. Auf Platz
eins käme bei einer Bestätigung die Griechin Hrysopiyi Devetzi.

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