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Verbraucherschützer fordern Werbeverbot an Schulen
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2005
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Mittwoch
Sept
September
(Berlin/dpa) - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat
ein bundesweit einheitliches Verbot von Produktwerbung an Schulen
gefordert. «Werbung an Schulen ist mit dem öffentlichen
Bildungsauftrag nicht vereinbar», sagte die Verbandsvorsitzende Edda
Müller am Montag in Berlin. Darüber hinaus sollte
die Kultusministerkonferenz klare Regeln verabschieden, wie
Unternehmen an Schulen als Sponsoren auftreten dürfen. Dabei müsse
beispielsweise sichergestellt werden, dass Lehrpläne nicht auf
Sponsoren zugeschnitten werden.
Nach Einschätzung von Experten haben Werbung und Sponsoring an
Schulen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zu den
Firmen, die in vielen Schulen aktiv sind, gehören Konzerne wie die
Deutsche Telekom, McDonald's oder Coca-Cola. Inzwischen gibt es auch
Agenturen, die der Wirtschaft den Kontakt zu Schulen verschaffen.
Auf einer Tagung in Berlin stellte der Verbraucherverband dazu eine
eigene Studie vor.
Demnach ist der Unterschied zwischen Sponsoring und Werbung in
vielen Fällen fließend. Bislang habe die Politik die Brisanz des
Themas nicht erkannt, kritisierte Müller. Sponsoring sei an vielen
Schulen bereits Alltag. Dagegen sei Werbung derzeit nur in Berlin,
Bremen und Sachsen-Anhalt erlaubt. Genaue Zahlen, wie viele Schulen
Werbe- oder Sponsoring-Partner haben, gibt es nach Angaben des
Verbandes nicht.
Nach Einschätzung der Verbraucherschützer wollen die
werbetreibenden Unternehmen die insgesamt mehr als zwölf Millionen
Schüler frühzeitig als Kunden binden. Allein die Kaufkraft der 6-
bis 13-Jährigen betrage etwa 5,5 Milliarden Euro. Der Autor der
Studie, Helmut Schorlemmer, wies darauf hin, dass auch Kindergärten
zunehmend im Visier der Industrie stünden. «An einer Schule, die
sich als Jahrmarkt darstellt, sind ideelle Werte wie Teamgeist
glaubwürdig nicht zu vermitteln.»
Mit zunehmend aggressiven Methoden wendeten sich Marketing-
Agenturen an Schulen und Kindergärten, kritisierten die
Verbraucherschützer. Überdies seien die Einnahmen für Schulen häufig
nur gering. Schorlemmer berichtete zum Beispiel von einer Schule,
die für 25 Euro pro Monate ein Werbeplakat für eine örtliche
Fahrschule aufgehängt habe.
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