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GlaubeAktuell ist ein tagesaktuelles, unabhängiges Nachrichtenmagazin. Es bietet Themen aus aller Welt, Sport, Politik, Wirtschaft, Kultur. Hintergründe zu Religion, Ethik, Glaubensfragen, Predigt„Priester haben Vertrauen auf grausamste Weise verraten“ - Bischof Ackermann geht am Priestertag auf Fälle sexuellen Missbrauchs ein
„Priester haben Vertrauen auf grausamste Weise verraten“ - Bischof Ackermann geht am Priestertag auf Fälle sexuellen Missbrauchs ein
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(Trier/bt) – „Priester haben das Vertrauen von Menschen auf grausamste Weise verraten.“ Das hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am 21. April in Trier im Blick auf den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester betont. In seiner Predigt beim Priestertag während der diesjährigen Heilig-Rock-Tage, dem Trierer Bistumsfest, kritisierte der Bischof auch „Fehler in der Kommunikation der Bischöfe und auch von Rom aus.“ Zu dem Priestertag kamen rund 250 Priester aus allen Teilen des Bistums Trier in der Domstadt zusammen.
Bischof Ackermann machte in seiner Predigt deutlich, dass Opfer sexuellen Missbrauchs oft ihr ganzes Leben leiden würden. Wie bei dem gerade ausgebrochenen isländischen Vulkan, so könne man den Eindruck haben, dass nun auch im Blick auf das Thema des sexuellen Missbrauchs durch Priester eine „Kruste aufgebrochen“ sei. „Eine giftige, stinkende Wolke entlädt sich“, sagte der Bischof. Im Blick auf den priesterlichen Dienst würden sich Höhenflüge daher derzeit verbieten. Oft habe er sich in letzter Zeit auch gefragt, warum diese Situation gerade im Priesterjahr auftrete, das Papst Benedikt XVI. ausgerufen hat und das noch bis Ende Juni geht. Zwar sei er nach wie vor „froh und stolz, Priester Jesu Christi in dieser Kirche zu sein“, und zwar sei auch nicht Verzagtheit angebracht, aber doch Nachdenklichkeit. Viele Priester, so betonte der Bischof, seien nun auch nachdenklich und aufgewühlt, schauten in die eigene Lebensgeschichte und stellten sich die Frage, ob sie auch selbst schuldig geworden seien. Dabei müsse es gar nicht nur um sexuellen Missbrauch gehen, sondern man müsse sich etwa auch die Frage stellen, ob man in früheren Jahren Kinder geschlagen habe oder weggeschaut habe bei Verfehlungen anderer.
Anders als früher glaube er heute nicht mehr, so sagte Bischof Ackermann, dass derjenige, der getauft und zum Priester geweiht wurde, wirklich automatisch schon bei Jesus angekommen sei und dass sein Hunger nach Leben dadurch gestillt sei: „Christ sein und Priester sein heißt Kommen und Gehen, heißt unterwegs sein. Und immer wieder begegnet uns dabei auch die Gefahr, abzudriften.“ Gerade die Ereignisse der letzten Zeit machten deutlich, dass es viel an fehlgeleitetem Hunger nach Nähe und Macht auch bei Priestern gebe. Offensichtlich befänden sich auch Priester in der Gefahr, den Hunger nach Leben anderswo zu stillen als in der Beziehung zu Jesus Christus. Der Bischof rief die Priester, aber auch alle anderen Gläubigen dazu auf, nicht nur auf sich selbst zu hören, sondern auch auf die Stimme Jesu Christi. Zwar habe auch er kein „fertiges Konzept“, um der aktuellen Krise zu begegnen, doch notwendig sei es ganz sicher, „dass wir uns als Priester gegenseitig helfen und auch korrigieren, denn sonst werden wir abdriften von Jesus Christus.“ Die „bedrängte Zeit“, in der sich die Kirche derzeit befinde, werde aber nicht zwangsläufig zu einem Abdriften führen. Bischof Ackermann: „Was äußerlich vielleicht aussieht wie ein Umweg oder ein Abweg, kann innerlich eine Bewegung auf Jesus zu sein.“
Die Priester und die übrigen Gläubigen spendeten Bischof Ackermann nach seiner Predigt lauten Beifall.
Die Predigt steht als Original-Ton im Internet unter
www.bistum-trier.de
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