DER DENKANSTOSS

Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern. (Luk. 12,48)

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

Das kann berechnend,

 

eng und kleinlich scheinen!

 

So halten wir's,

 

das ist der Menschen Art:

 

Wir säen gern,

 

wo wir zu ernten meinen,

 

doch wird die Frucht

 

verschlossen und bewahrt.

 

 

 

Wer mag sein Gut

 

gedankenlos verschenken?

 

Gibt einer dem,

 

der Gaben dann verprasst?

 

Soll denn ein Mensch nur

 

groß und selbstlos denken,

 

wie holt er's ein,

 

wenn er sein Glück verpasst?

 

 

 

So halten wir's,

 

doch geht's um Gottes Gaben!

 

Schenkt er nicht frei,

 

seit meinem ersten Tag?

 

Will Gott zurück,

 

was wir erhalten haben?

 

Ist seine Gunst

 

ein Schielen nach Ertrag?

 

 

 

Doch nicht für sich!

 

Wo ich mit Gut und Freude

 

so ängstlich spare,

 

da verdirbt das Glück. 

 

Gerade dort,

 

wo ich mich nicht vergeude,

 

fließt seine Güte

 

ungenutzt zurück.

 

 

 

Denn wenn es heißt:

 

Es ist dir viel gegeben...

 

wo du sie sparst,

 

liegt Gottes Güte brach!

 

Verschenk' sie weiter!

 

Hilf den andern leben,

 

und sei gewiss:

 

Dann kommt auch Liebe nach!

 

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Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Gert Holle - 9.08.2020