DER DENKANSTOSS

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. (Luk. 18,31)

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

Was ist das doch,

 

dies alles vor sich sehen:

 

Den Weg ans Kreuz,

 

die Qual, die Schmach, das Leid...

 

und dennoch ohne Zögern

 

gehen, gehen...

 

zu allem, was da

 

kommen mag, bereit.

 

 

 

Allein schon das:

 

Zu wissen, ich muss sterben!

 

Ist's nicht genug,

 

dass jeder Mensch sich wehrt?

 

Doch dann so schändlich

 

leiden und verderben

 

und ohne Schuld...

 

Wir wären umgekehrt!

 

 

 

Wer hätte dies

 

für andere getragen?

 

Wer ginge diesen Weg -

 

nur einen Schritt?

 

Wer würde nicht

 

in Not und Angst verzagen?

 

Wer käme als des Herrn

 

Begleiter mit?

 

 

 

Und alles hat er

 

uns zugut erlitten!

 

Die Straße, die

 

zum Kreuzeshügel führt,

 

hat dieser eine hier

 

für uns beschritten.

 

Er nimmt den Tod,

 

der dir und mir gebührt.

 

 

 

Wird jemals eines

 

Lebens Spanne reichen,

 

dass einer diesem Herren

 

danken kann?

 

Und doch: Ich will

 

die Liebesschuld begleichen

 

mit Herz und Hand!

 

Ich fange heute an!

 

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Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Gert Holle - 23.02.2020