DER DENKANSTOSS

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm. 12,21)

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

Wie schwer ist schon,

 

dem Bösen widerstehen,

 

das uns seit Adam

 

wie ein Fluch verhängt!

 

Ich möchte wohl,

 

doch kann ihm nicht entgehen,

 

weil es mich täglich,

 

stündlich hart bedrängt.

 

 

 

Es ist in Worten,

 

spricht aus Blick und Mienen...

 

so manche Geste

 

ist von ihm bestimmt.

 

Wer zählt die Taten,

 

die dem Bösen dienen?

 

Wer wägt die Kraft,

 

die seine Macht mir nimmt?

 

 

 

Wie schwer ist's erst,

 

mit Gutem zu entgegnen!

 

Ich müßte lächeln,

 

wo der Zorn mich faßt.

 

Den, der mir flucht,

 

soll meine Güte segnen,

 

ein freundliches Gesicht,

 

dem, der mich haßt.

 

 

 

Und doch ist's möglich,

 

beides zu erfüllen:

 

Es ist die Liebe,

 

der's allein gelingt

 

das fremde Böse

 

schirmend einzuhüllen;

 

sie gibt den Schutz,

 

der seine Macht bezwingt.

 

 

 

Nur: diese Liebe

 

muss und soll sich regen!

 

Sie wartet nicht,

 

bis Bosheit sich erhebt. 

 

Sie kommt zuvor,

 

sie läuft ihr schon entgegen,

 

indem sie Gutes tut

 

und Güte lebt!

 

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Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Gert Holle - 10.11.2019