GEDICHT ZUM WOCHENSPRUCH

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was  verloren ist. (Luk. 19,10)

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

"Wir sind das nicht!

Wir sind dem Herrn verbunden!

Da gibt es andre,

die er längst verlor!

Wir sind ihm nah,

gerufen und gefunden;

aus unsern Werken

steigt sein Reich empor!"

 

So denken viele,

die sich Christen nennen. 

Ihr eitles Dünken

ordnet Menschen ein;

was Gott nur weiß,

sie meinen es zu kennen:

"Wer anders singt,

kann Gottes Freund nicht sein!"

 

So denken viele,

ohne dies zu sehen:

Es gibt kein Wort,

das nur von andern spricht!

Dein harter Spruch,

dein Richten wird sich drehen

und wird dir selbst

zu Urteil und Gericht!

 

Und sieh auch das:

Gesetzt sie wär'n verloren,

wie es dein Stolz,

dein falscher Wahn gedacht,

dann ist der Herr

für sie zuerst geboren!

Er kam für sie,

dass er sie selig macht!

 

Denn dies gerade

ist das Ungeheure:

Es sind die Frevler,

die er sucht und liebt!

Es ist der Sünder

diesem Herrn der Teure;

er ist's ihm wert,

dass er sein Leben gibt.

 

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Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Gert Holle - 3.07.2022


„Denn Gott ist dem Menschen nah …“ - Im Herbst 2005 vertonte ich einen Liedtext meines Freundes Manfred Günther, der über 20 Jahre Woche für Woche Predigten auf seiner Seite www.predigt-eichendorf.de stellte. Auch auf www.glaubeaktuell.net waren diese Predigten zu lesen. Sie wurden von über 8000 Menschen europaweit Woche für Woche angeklickt. Manfred Günther starb im November 2019.