DER DENKANSTOSS

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach. 4,6b)

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

Wir denken,

 

dieser Satz sei auszulegen;

 

wir deuten ihn

 

und fragen was er heißt?

 

Dann setzen wir

 

die eig'ne Sicht entgegen:

 

Ein wenig Heer und - ja! -

 

auch Gottes Geist!

 

 

 

Doch ist dies Wort

 

kein Wort, an ihm zu drehen!

 

Und wir verstehen's auch,

 

der Sinn ist klar:

 

Es soll durch Geist,

 

nicht unsre Kraft geschehen,

 

durch Gottes Macht!

 

Doch es ist sonderbar:

 

 

 

Wir rufen stets

 

nach großer Männer Taten,

 

und gut ist,

 

wer's mit eig'ner Stärke schafft. 

 

Wir suchen Schutz

 

im Volk wie im Privaten

 

in Heer und Waffen

 

aus des Menschen Kraft.

 

 

 

Bei Gott Geleit und Schutz

 

sich zu erbitten,

 

erscheint uns - auch als Christen! -

 

nicht genug.

 

So wird durch uns

 

das Band der Kraft zerschnitten,

 

statt Gottes Arm

 

vertrau'n wir Schein und Trug.

 

 

 

Ob heute nicht

 

- zu allen andern Dingen -

 

der Geist des Herrn

 

uns neuen Glauben schenkt?

 

Wenn wir vertrau'n

 

im Großen und Geringen,

 

gibt es kein Ding,

 

das uns sein Arm nicht lenkt!

 

 

 

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Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Gert Holle -1.06.2020