Gedicht zur Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offb. 21,6)

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

 

 

 

 

 

Wo gehn wir hin, wenn wir den Hunger spüren,

 

den Durst nach Sinn, der in der Seele brennt?

 

Wer kann mich durch des Schicksals Tiefen führen,

 

wenn meine Angst nicht Weg, nicht Richtung kennt?

 

 

 

Wer hat der Freude volles Maß zu geben

 

und nicht des Spaßes kurzen Überfluss?

 

Wo lerne ich zu lieben und zu leben?

 

Wer schenkt die Fülle, nicht den Überdruss?

 

 

 

Und wo ist Hoffnung, wo ist Trost zu finden,

 

wenn mich des Todes dunkler Schatten schreckt?

 

Wer gibt den Augen Licht, dass er uns Blinden

 

des Glaubens Ziel und Zuversicht entdeckt?

 

 

 

Es ist der Herr, wir kennen seinen Namen,

 

und er kennt uns und weiß um unsre Not.

 

Er nährte einst, die hungrig zu ihm kamen:

 

Ein wenig Fisch den vielen, etwas Brot,

 

 

 

doch dann das Wort, das er wie Speise teilte,

 

bis Kraft und Mut das letzte Herz bewegt. -

 

Es ist derselbe noch, der damals heilte,

 

der uns sein Wort tief in die Seele legt!

 

 

 

In ihm ist Gott. Den Durstigen die Quelle,

 

die stetig frei aus seinen Händen quillt.

 

Wo wir im Dunkeln sind, macht er es helle

 

und gibt das Wort, das Leid und Kummer stillt.

 

 

 

Manfred Günther