DER DENKANSTOSS

Wenn sich „Schafe“ entfernen

Foto: Archiv
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Es war einmal ein guter und liebevoller Schäfer, der sich aufopfernd bemühte, zusammen mit seinen treuen Hunden, die Schafe zu hüten. Innerhalb dieser Gemeinschaft waren alle Schafe in Sicherheit und erhielten Schutz, denn in der Gegend gab es Wölfe, die nur darauf lauerten, sich der Schafe zu bemächtigen, die sich absonderten.

Der gute Hirte sorgte stets dafür, dass sie wunderbares Weidegras und Heideflächen zur Verfügung hatten. Eines Tages aber wurden die Schafe Elfriede und Emil unzufrieden. Sie sahen in der Ferne hohes grünes Gras und fingen an es zu begehren. So kam es, dass sie sich immer weiter von der Herde entfernten, um an die großen Grasbüschel zu gelangen. Am Horizont gab es große Felsen, hinter denen gierige Wölfe lauerten. Als sich Elfriede den Felsbrocken näherte, sprang ein großer ausgewachsener Wolf auf sie zu, biss ihr in die Kehle und schon bald lag sie tot im grünen Gras. Der Schafsbock Emil sah voller Schrecken einen anderen blutrünstigen Wolf auf sich zukommen, konnte noch fliehen, doch wurde er eingeholt und schwer verletzt, bevor die helfenden Hunde eintrafen. Der gute Hirte eilte herbei, versorgte liebevoll das verletzte Schaf und brachte es in die Obhut der Herde zurück.

So kann es auch uns Menschen ergehen, wenn wir uns vom himmlischen Schöpfer und Gott lösen und entfernen, weil wir der Meinung sind, dass es außerhalb dieser Gemeinschaft besser, freier, spaßiger und schöner ist. Der Trugschluss folgt oft auf den Fuß. Unzufriedenheit schleicht sich ins Herz und die ständige Suche nach Ausgleich und Befriedigung beginnt. Das Leben bietet viele Verlockungen, Begehrlichkeiten aller Art und oft auch unsinnige Vergnügungen und Laster, die aber ihre Wirkung verlieren, wenn alles ausgekostet und langweilig geworden ist. Erneute aufkommende Unzufriedenheit treibt diese Menschen weiter in den Abgrund oder in die Fänge von symbolischen Wölfen. Ein Zurück in Gottes Nähe macht das Leben wieder lebenswerter und sinnvoller.



Autorin: © Heidrun Gemähling; Foto: Archiv
- 19.9.2014