Strategies to rebuild Aleppo

Foto: Nünnerich-Assmus
Foto: Nünnerich-Assmus

Der Krieg scheint kaum beendet und die Friedensverhandlungen laufen eher zögerlich an – was bleibt ist ein entvölkertes und zerstörtes Syrien. Für die Stadt Aleppo als Sinnbild des Krieges richtet man den Blick schon wieder in die Zukunft. Ob und wie eine Stadt in Trümmern, einst Weltkulturerbe, neuentwickelt werden kann, wird in dem Buch „Strategies to rebuild Aleppo“ erstmals erörtert.

Neue Vision für Aleppo- Ansätze zu einem Wiederaufbau der Stadt

 

 

Die Waffen sind kaum zum Schweigen gebracht und wo einst eine der schönsten Altstädte des Nahen Ostens stand, ist eine Trümmerlandschaft geblieben – Aleppo ist Sinnbild und Mahnmal des Krieges in Syrien. In die Trauer um Menschen und den Verlust von Heimat mischen sich bereits Gedanken an Rückkehr und Wiederaufbau. Als eine Aktion gegen das Vergessen und für die Zukunft versteht sich die Arbeitsgemeinschaft „Rebuilding Aleppo“, die sich mit dem Buch „Strategies to rebuild Aleppo“ (ET: Januar 2017; Nünnerich-Asmus Verlag) von Mamoun Fansa dem Projekt des Wiederaufbaus der Stadt widmet. Ein internationales Expertenteam aus Architekten, Städteplanern, Archäologen und Handwerkern tauschen ihr Wissen über potentielle Lösungen zur Neubebauung des alten Aleppo aus.

 

Die Überlegungen setzen bei temporären Behausungen für die rückkehrende Bevölkerung, deren Versorgung und Einbindung in den Rekonstruktionsprozess an und begreifen auch soziale und umwelttechnische Fragen zu modernen Städteplanungen. Denn eine zerstörte Altstadt muss an eine bestehende Neustadt wieder angebunden werden. Ein originalgetreuer Neuaufbau wird nicht erwogen. Vielmehr möchte man den verschiedenen Objekttypen einer geschichtsträchtigen orientalischen Stadt gerecht werden: Stadthäuser mit begrünten Innenhöfen oder Basare sollen auch in Zukunft wieder das städtische Bild prägen. Ideen und Strategien werden hier als Antwort auf komplexe, aktuelle Fragestellungen versucht: Was können Pläne der einstigen Altstadt zu neuen Baulösungen beitragen? Was bedeutet es, eine Stadt im 21. Jahrhundert – in einer Zeit der steigende Weltpopulation und einer Lebenswelt, in der komplexe urbane Systeme den Wohnraum bestimmen – neu zu entwickeln? Das vorliegende Büchlein wagt einen mutigen und grundlegenden ersten Schritt.

 

Die Herausgeber von „Strategies to rebuild Aleppo“

 

Mamoun Fansa geboren in Aleppo, siedelte 1967 nach Deutschland um. Er studierte Kunst an der Fachhochschule für Kunst und Design

in Hannover sowie von 1972–1979 Nordeuropäische Archäologie an den Universitäten Hannover und Göttingen. In den Jahren 1978–1987 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Denkmalpflege in Hannover beschäftigt. Im Anschluss daran war er zunächst Abteilungsleiter und schließlich Leitender Museumsdirektor am Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg. Hier ermöglichte er zahlreiche Ausstellungen über die historische Beziehung zwischen dem Orient und Europa.

 

Carola Simon ist Architektin und Absolventin der RWTH Aachen. Seit mehreren Jahren arbeitet sie als Projektleiterin in Deutschland,

Irland und Norwegen. Außerdem setzt sie sich seit langem mit der kriegerischen Zerstörung von Städten und deren Auswirkungen auf Menschenrechte und Architektur auseinander.

 

Lena Wimmer ist Architektin und Researcher. Nach dem Studium an der Berliner Universität der Künste gründete sie 2014 das Büro Lena

Wimmer Architects in Berlin. Sie war als Assistenzprofessorin unter anderem an der Universität ETSAM MCH Madrid und für die Masterklasse Utopia der Universität Tokyo tätig. Auf der Architektur-Biennale 2010 war sie Ausstellerin des Deutschen Pavillons.

 

 

 

Mamoun Fansa, Carola Simon, Lena Wimmer

Strategies to rebuild Aleppo

 

120 Seiten,

74 Abbildungen

17 x 23 cm Broschur

ISBN: 978-3-945751-96-1

€ 17,90 (D) / sFr 17,90 / € 18,40 (A)

englisch

 

Nünnerich-Asmus Verlag

 


Autor: Nünnerich-Asmus Verlag; zusammengestellt von Gert Holle - 27.01.2017