Besinnlich und heiter

Entwicklung

Foto: Archiv
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Ein Christ, man konfirmiert ihn eben,
verspricht zu seinem Herrn zu stehn:
Er will sein ganzes Christenleben
den guten Weg des Glaubens gehn!

Wie rasch ist ein Jahrzehnt vergangen:
der junge Christ beschließt es neu,
nun aber wirklich anzufangen:
In Liebe und in Hoffnung treu!

Die Zeit verfliegt. Mit vierzig Jahren
ist leicht verändert der Beschluss:
Er will sein Christentum noch sparen!
(Weils der Karriere schaden muss!)

Mit sechzig kommen dann die Tage,
an denen - jeder! - rückwärts blickt.
Auch unser Christ stellt bang die Frage:
„Woher, wohin?“ Und er erschrickt!

Was ging ihm vieles doch verloren:
Der Glaube, Gott, der Sinn der Zeit,
die Treue, die er einst geschworen...
Wie ist das alles fremd und weit!

So wird noch einmal aufgeschoben:
„Da mach ich mich im Alter ran;
mit siebzig geht mein Blick nach oben!
Das schwör ich mir, ein Wort, ein Mann!“

Mit siebzig schließlich wird dem Alten,
den Schwur zu halten ziemlich schwer:
Jetzt will er sich als Christ entfalten,
nur - leider! - lebt er schon nicht mehr!




Autor: Manfred Günther; Foto: Archiv - 10.7.2014