Eva Lermer und Peter Fischer über die Verrohung der modernen Gesellschaft

Das Unbehagen im Frieden

Foto: claudius
Foto: claudius

Die Psychologen Peter Fischer und Eva Lermer liefern in ihrem Buch „Das Unbehagen im Frieden“ erhellende Einsichten über die neue Lust am Leid/neu im Claudius Verlag

 

 

Warum erleben wir trotz wirtschaftlicher Prosperität und einer langen Zeit des Friedens eine neue Verrohung in unserer Gesellschaft? Diese Frage stellen Peter Fischer und Eva Lermer in einem Buch, das sich aus psychologischer Sicht in die aktuelle Debatte über den grassierenden Rechtsruck einmischt und zeigt, wie wir die uns innewohnende Destruktivität besser in den Griff bekommen können. Auch um unsere aufgeklärte Gesellschaft zu retten.

Gaffer, die bei Unfällen tatenlos zusehen und die Opfer filmen. Hetzer, die andere in den sozialen Medien mit Hass attackieren und ihre Weltsicht für unumstößlich halten. Wähler, die ihre Stimme autoritären Strukturen geben und nach einer radikalen Politik rufen. Obwohl die Arbeitslosenquote auf einem Rekordtief ist, seit fast 75 Jahren Frieden in Europa herrscht und wir in in nie zuvor gekanntem Wohlstand leben, scheinen Menschen wieder verstärkt zu einer gefährlichen Risikobereitschaft und starken Konfliktfreudigkeit zu neigen. Die renommierten Psychologen Peter Fischer und Eva Lermer gehen in „Das Unbehagen im Frieden: Die neue Lust am Leid“ der Frage nach, warum wir die Rückkehr der Aggression heraufbeschwören, wenn unsere moderne Gesellschaft damit ihr friedliches Zusammenleben aufs Spiel setzt. Das Buch ist am 26. November 2018 im Claudius Verlag erschienen.

„Wir behaupten“, heißt es in der Einleitung des Buches, „dass es Menschen in besonders guten Zeiten so ,langweilig‘ werden kann, dass sie dann wieder ,action‘ suchen. Gesellschaftliche Umwälzungen sind dabei ein willkommener Anlass, denn sie sind neu, spannend, aufregend.“ Wir Menschen, so die Schlussfolgerung der Autoren, hätten ein großes Problem damit, „positive Zustände wie Frieden, Wohlstand und Freude langfristig auszuhalten‘“. In elf Kapiteln erörtern Fischer und Lermer zunächst Grundsätze des menschlichen Verhaltens, in der Gruppe und als Individuum. Sie zeigen, warum sich beispielsweise Personen mit einem hohen Selbstwert von der Richtigkeit ihrer eigenen Weltsicht überzeugter fühlen und im Risiko einen emotionalen Kick suchen. Im zweiten Teil des Buches präsentiert das Autorenduo Strategien, mit denen psychologische Verhaltensmuster, die zur gesellschaftlichen Destruktivität und zur Sehnsucht nach Extremsituationen beitragen, besser verstanden und durchbrochen werden können.

 

 

 

Eva Lermer ist Psychologin und Soziologin. Sie forscht und lehrt an der FOM Hochschule in München sowie am Lehrstuhl für Sozial-, Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Regensburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Risikoverhalten, Entscheidungen und Positive Psychologie.

Peter Fischer
ist Inhaber des Lehrstuhls für Sozial-, Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Regensburg. Seine Schwerpunktthemen liegen in den Bereichen evidenzbasierte Führung, Digitalisierung und Informationsverarbeitung bei Entscheidungen.

 

 

 

Peter Fischer, Eva Lermer
Das Unbehagen im Frieden
Die neue Lust am Leid

 

1. Auflage, 2018
160 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Claudius Verlag
ISBN 978-3-532-62825-6
€ 18,00

Am 26. November 2018 erschienen.

 

 

 

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Autor: claudius / literaturtest; zusammengestellt von Gert Holle – 6.12.2018