Dem größten Museumsraub der Naturgeschichte auf der Spur

"Der Federndieb" von Kirk Wallace Johnson

Foto: Droemer
Foto: Droemer

 

Kirk Wallace Johnsons Buch ist eine fesselnde Abenteuer-Geschichte mit dem Sog eines True-Crime-Falles, ein Ausloten menschlicher Abgründe, eine Liebeserklärung an die Schönheit der Natur, aber auch ein Ausflug in die Naturgeschichte auf der Spur der Entdeckungsreisenden Darwin und Wallace: Packend wie ein Krimi, abenteuerlich wie ein Roman und doch basierend auf einer wahren Begebenheit.

 

 “Ein aufwühlender Bericht über die katastrophalen Folgen menschlicher Gier für bedrohte Vogelarten, ein starkes Argument für den Umweltschutz – und vor allem: ein fesselnder Kriminalfall.”
Peter Wohlleben

"Es war die seltsamste Geschichte, die mir jemals zu Ohren gekommen ist," erzählt Kirk Wallace Johnson über den Moment, als er erstmals von dem Diebstahl im Britischen Naturkundemuseum erfährt. Knietief steht er beim Fliegenfischen in der Wathose in einem Fluss, als sein Guide ihm davon erzählt. Seitdem lässt ihn der Fall um die geraubten Federbälge nicht wieder los. Am 28. Juli 2009 bricht ein junger Mann namens Edwin Rist, Flötist und vom Federnfieber erfasst, in die ornithologische Abteilung des Britischen Naturkundemuseums ein und stiehlt unzählige Vogelbälger, darunter Federkleider von Paradiesvögeln, einst gesammelt vom Naturforscher Alfred Russel Wallace.

 

Kirk Wallace Johnson macht es sich von da an zur Lebensaufgabe, dem Fall nachzugehen. Der passionierte Angler nimmt die Spur der Federn auf. Seine leidenschaftliche Detektiv-Suche führt ihn zu Hobbykünstlern, die Fliegen zum Lachsfischen nach historischen Vorlagen binden - aus den kostbarsten Federn der Welt, er vergräbt sich in die Tagebücher Alfred Russel Wallace, beschäftigt sich mit der perversen Faszination für Federn, die Europa und die USA um 1900 erfasste, schildert die Ächtung des Vogelabschlachtens im Zuge des Erstarkens der Frauenbewegung.

 

Packend erzählt Kirk Wallace Johnson von seiner abenteuerlichen Recherche, der Begegnung mit dem Täter – und wie er die Hintermänner überzeugt, die Federn wieder zurückzugeben. Und die Abbildungen im Bildteil zeugen von der beeindruckenden Schönheit der Köderfliegen, viel mehr aber noch davon, wie atemberaubend das Vogelkleid der zum Teil ausgestorbenen Spezies ist.

 

 

Kirk Wallace Johnson liebt Fliegenfischen. Beruflich aber schreibt der engagierte Publizist für den New Yorker, die New York Times oder Washington Post. Mit seiner Stiftung »List Project« setzt er sich für Menschen im Irak ein – oder er steht mit der Angel hüfttief in einem Fluss und geht der Frage nach, wer die Köderfliege gebunden hat.

 

 

Kirk Wallace Johnson

 

Der Federndieb

Ein passionierter Fliegenfischer kommt dem größten Museumsraub der Naturgeschichte auf die Spur

 

Hardcover, Droemer HC
01.10.2018, 384 S.

ISBN: 978-3-426-27684-6

 

€ 22,99

 

E-Book (€16,99)

 

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Das Buch ist kein Kriminalroman, kein Sachbuch im herkömmlichen Sinne, kein Buch übers Angeln, auch wenn das Fliegenfischen im Mittelpunkt des Interesses steht. Kirk Wallace Johnson wartet mit zahlreichen Details rund ums Fliegenbinden und einen spektakulären Diebstahl auf, nimmt einen auf seiner Suche nach Motiven des Täters und der verschwundenen Beute mit auf seiner Reise durch halb Europa und die USA. Man taucht ein in die Welt eines wirklich sehr seltsamen Hobbys, trifft manch seltsame Gestalten, erfährt Einiges aus der Naturgeschichte - auf den Spuren der englischen Entdeckungsreisenden Darwin und Wallace.

Ich war von der ersten Seite an von der Geschichte rund um den Federndieb Edwin Rist gefesselt und habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen. Unbedingt lesenswert und  allen, die noch ein tolles Geschenk für Weihnachten suchen, ans Herz gelegt. - Gert Holle

 

 

 

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Autor: Droemer; zusammengestellt von Gert Holle – 4.12.2018