DER SKLAVE UND SEIN HÄNDLER

Foto: Wiederkehr Verlag
Foto: Wiederkehr Verlag

Wie kam Antonio Congo nach Ottenstein, und warum wurde der afrikanische Häuptlingssohn dort begraben? Was verbindet das kleine Örtchen in der niedersächsischen Provinz mit dem renommierten New Yorker Schomburg Center for Research in Black Culture? Erzählerisch ambitioniert wechselt Wolfgang Sorge  in „Der Sklave und sein Händler“ (Wiederkehr Verlag) zwischen drei  Zeitebenen in unterschiedlichen literarischen Gattungen und kreiert ein facettenreiches Gesamtkunstwerk. Ob Prosa der Gegenwart, Reisetagebuch aus dem Jahr 1926 oder Drama der 1880er Jahre ‒ der fiktionale Spannungsbogen umfasst das Schicksal vom schwarzafrikanischen Tischlergesellen und der reichen Gutsherrentochter Anna-Sophie von Schomburg vor dem Hintergrund realer Geschehnisse. Gemeinsam mit den Nachfahren enthüllt der Leser peu à peu die dunklen Familiengeheimnisse, die Ende des 19. Jahrhunderts Ottenstein überschatteten und bis in das New York der Jetztzeit nachwirken.

 

Neben dem Spaß an dramaturgisch-literarischen Überraschungen regt „Der Sklave und sein Händler“ vor allem an, sich mit den Themen Diskriminierung und Sklaverei auseinanderzusetzen. Einmal mehr widmet sich Wolfgang Sorge den Skandalen vergangener Epochen und beleuchtet damit gleichzeitig Themen, die heute aktueller sind denn je.

 

Das Schicksal spielt dem afroamerikanischen Literaturprofessor Francisco Schomburg ein mysteriöses Reisetagebuch aus dem Jahr 1926 in die Hände. Darin wird von einem Friedhof in der niedersächsischen Provinz berichtet, wo das Grab des kongolesischen Sklaven Antonio Congo liegen soll.

 

Außerdem ist von einem unfassbaren Gerücht die Rede: In jenem idyllischen Ort scheint es einen grausamen Sklavenhändler namens Schomburg gegeben zu haben. Um das Geheimnis dieser Botschaft aus der Vergangenheit zu lüften, macht sich Francisco Schomburg auf die Suche nach einer verschollenen Familienchronik, die von der Tochter des Sklavenhändlers verfasst worden sein soll. Nach dem Fund der Chronik stellt sich heraus, dass die literaturbegeisterte Gutsherrentochter vom Doppelleben ihres Vaters schockiert war und die tragischen wie hoffnungsvollen Ereignisse aus dem Jahr 1843 in Form eines romantischen Dramas der Nachwelt hinterlassen hat. 

 

 

Foto: Wiederkehr Verlag
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Wolfgang Sorge, dessen Großvater und Urgroßvater in Ottenstein lebten, schrieb in seiner Jugend Kurzgeschichten und entdeckte schon in der Schule seine Liebe zu klassischer Literatur. In  den nachfolgenden Jahren widmete er sich Familie und Beruf, kam weniger zum Schreiben denn zum Lesen.  Seiner alten Leidenschaft, der Schriftstellerei, wandte sich der in Hannover lebende Autor und Hotelier  vor acht Jahren wieder zu. Die Geschichte um den ehemaligen Sklaven und Tischlergesellen Antonio Congo und dessen Verbindung zur Familie Schomburg in Ottenstein spiegelt nicht nur Wolfgang Sorges Hingabe für das Schreiben, sondern auch seine Begeisterung für historische Rätsel und deren Recherche wieder.

 

Wolfgang Sorge

 

DER SKLAVE UND SEIN HÄNDLER

 

Format: Taschenbuch
ISBN-10: 3947108001
Seiten: 312
Sprache: Deutsch
Maße: 13,6 x 20,5 cm
Type: Roman

 

Wiederkehr Verlag

 

Preis: 14,80 €

 

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Autor: Wiederkehr Verlag ; zusammengestellt von Gert Holle – 13.01.2018