Die Ästhetik des Alltags

Foto: MIDAS
Foto: MIDAS

Dieses Buch verrät, wie man mit Nervensägen umgeht, dem Blick von Schildkröten begegnet und sich Buddha mit dem Smartphone vorstellt. Frank Berzbach begleitet seine Leser offen, witzig, stilsicher und wohlwollend durch den Alltag und zeigt, wie man nicht den Kopf verliert, sondern seine Mitte behält.

 

In seinen hier erstmals versammelten Kolumnen nimmt sich Frank Berzbach alle Themen wie Zutaten eines bunten großen Büffets und legt sie gleichberechtigt auf den Teller. Auf Augenhöhe und, wenn man so will, auch auf Herzhöhe zeigt er uns, wie man nicht den Kopf verliert, sondern seine Mitte behält. Inmitten von Neonationalismus, Intoleranz und Polarisierung beileibe keine leichte Aufgabe. Während viele in der Öffentlichkeit lauthals streiten und sich verbal fetzen, wagt Frank Berzbach dagegen die Mitte und das Maß. 

 

Pressestimmen:

 

»Die besondere Kostbarkeit dieses Buches besteht darin, dass Sie die Texte mehrmals lesen können und dabei ein Phänomen erleben. Bei einer zweiten oder dritten Lektüre lösen die Texte tiefere gute Gefühle aus, weil sich darin Ihre eigene Sensibilisierung und Entwicklung zu spiegeln beginnen. Deshalb ist dieses Buch auch ein intelligentes Geschenk für Menschen, die Sie noch für eine sehr lange Zeit gernhaben wollen.« (Anton Ladner, Chefredaktor Doppelpunkt)

 

DR. FRANK BERZBACH, geboren 1971, unterrichtet Psychologie an der ecosign Akademie für Gestaltung und Kulturpädagogik in Köln. er hat als Wissenschaftler, Journalist, Fahrradkurier, technischer Zeichner, in der Psychiatrie und als Buchhändler gearbeitet. seit vielen Jahren ist er Zen-praktizierender, bleibt aber katholisch. Er arbeitet zu Fragen achtsamkeitsbasierter Psychologie, Arbeitspsychologie, Kreativität, Spiritualität, Mode, Popmusik und Popkultur.

 

 

 

Frank berzbach

 

Die Ästhetik des Alltags

 

Betrachtungen zur Lebenskunst

 

160 Seiten, edle Ausstattung, Prägecover

 

Broschur, € 20.– (d), € 20.70 (A), sFr. 25.–

 

ISBN: 978-3-03876-128-0 | Wg 1973 | August 18

 

 

 

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Autor: MIDAS; zusammengestellt von Gert Holle – 30.11.2018

 


"Wer sich der Welt zuwendet, hat genug Anlässe, Gott in allem zu finden"

Foto: Midas Collection
Foto: Midas Collection

 

Um es gleich vorwegzunehmen: Das Buch macht Lust auf mehr - Lust auf noch mehr intelligente Gedanken von Frank Berzbach zu Fragen, die einen denkenden Menschen beschäftigen können. Mit seinen 29 Beiträgen - die meisten waren bereits in verschiedenen Magazinen erschienen - lädt er in unaufdringlicher,  unaufgeregter Weise zu einem bewussten Leben ein. Frei von missionarischem Eifer plädiert der promovierte Psychologe  für einen ethischen Lebensstil aus der Mitte des Lebens, womit dem Alltäglichen und Oberflächlichen eine neue Dimension gegeben werden könnte.

Man muss nicht mit allen Gedanken konform gehen, aber sie regen dazu an, die eigene Position zu überprüfen, vielleicht sogar erst zu finden, da man bislang kein Auge auf diese oder jene Fragestellung hatte. In den Beiträgen spürt man das ernsthafte Interesse des Autors , "die Welt, die Menschen, die Beziehungen zu verschönern, besser zu gestalten, wahrhaftig zu werden."

 

"Wie können wir Formbewusstsein entwickeln, um frei zu werden und politisch frei zu bleiben?

Wie konsumieren wir, wie arbeiten wir, und wie gestalten wir damit die Welt?"

Diese Fragen sind der Motor und führen Berzbach zu intelligenten Ausführungen über die großen und kleinen Belange des Lebens.

"Wie ist der Umgang in unserer Familie?"

"Dürfen wir Fleisch essen?"

"Warum sind Proteste wichtig?" -

Er philosophiert über den Sinngehalt von Ordnung im Alltag und er plädiert für die Fähigkeit, sich schämen zu können und Schuld zu empfinden.

 

Es sind Sätze wie diese, die einen zur intensiven Beschäftigung mit sich und anderen herausfordern:

- "Wer sich der Welt zuwendet, der hat genügend Anlässe, Gott in allem zu finden"

- "Proteste sind wichtig, wenn sie konstruktive Aspekte zeigen und dem "Gegner" Spielraum eröffnen" - Im anderen Fall sind sie nichts als destruktive Emotion ..."

- "Wer gegen alles ist, aber für nichts, der sagt vor allem etwas über sich selbst. Er rüttelt vergebens an der geschlossenen Tür zum Paradies - die bleibt aber vorerst zu."

-  "Wer dauerhaft (die Gesellschaft) mitgestaltet, muss Spannungen aushalten. Der muss geduldig sein."

 

Das Buch kann als Plädoyer verstanden werden, sein eigenes Leben wieder in die Hand zu nehmen. Denn "wir sind permanent damit beschäftigt, ästhetisch, ethisch und politische  Handlungen auszuüben, ganz egal, ob wir interessiert sind oder nicht. Uninformiert, unbedacht agieren wir meist fremdgesteuert. Manipuliert von Populisten, der Werbung, der Erziehung, Gewohnheiten oder niederen Trieben."

Warum das so ist, arbeitet Berzbach in seinen Texten heraus. Dabei werden oft bestehende Vorstellungen auf den Kopf gestellt. Auf diese Weise  schärft er die Sinne für Veränderungen, für die Ästhetik des Lebens.

 

Das Buch macht nicht nur Lust auf mehr, es eignet sich auch als hervorragende Lektüre für die kommende Adventszeit. Und natürlich auch als ideales Weihnachtsgeschenk.

 

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Autor: Gert Holle - 29.11.2018