Kriminell, korrupt, katholisch?  Italiener im deutschen Vorurteil

Foto: Franzz Steiner Verlag
Foto: Franzz Steiner Verlag

Gerade erst ist der Haushaltsstreit Italiens mit der EU in aller Munde. Die temperamentvollen Italiener, die Meister der dolce vita, die Kunst und Kultur zelebrieren und zugleich die Schuldenlast ihres Landes, in dem Mafia-Gruppen wie die Cosa Nostra die Korruption im Land weiter vorantreiben, nicht in den Griff bekommen.

 

 

 

Unser Bild von Italien ist sehr ambivalent. Klaus Bergdolt geht diesem merkwürdigen Zwiespalt zwischen Sehnsucht und negativen Klischees in seinem neuen Buch nach. Mit seiner kunst- und kulturhistorischen Expertise zeigt der Autor die Entwicklung des widersprüchlichen deutschen Bildes der italienischen Lebensart auf.

 

 

 

Das Buch ist im Oktober im Franz Steiner Verlag erschienen.

 

 

Der Kunst- und Medizinhistoriker Klaus Bergdolt geht in „Kriminell, korrupt, katholisch?“ der erstaunlichen Ambivalenz auf den Grund, die zwischen demonstrativer Begeisterung für italienische Kunst und Geschichte und einem Überlegenheitsgefühl schwankt, das im 19. Jahrhundert sogar pseudowissenschaftlich untermauert wurde und bis heute fortwirkt. Der Titel erscheint Ende Oktober im Franz Steiner Verlag.

 

Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh’n? Klaus Bergdolt beleuchtet deutsche Italienbilder zwischen Verehrung und Hochmut/neu im Franz Steiner Verlag

 


Für Goethe ist es viele Jahre lang das „Ziel seiner innigsten Sehnsucht“, bis er 1786 endlich aufbricht nach Italien. Auch Grillparzer notiert 1819 auf seiner Reise in den Süden: „Wer am Markusplatz sein Herz nicht schlagen fühlt, hat keines.“ Und Felix Mendelssohn-Bartholdy schafft 1833 mit seiner 4. Symphonie so etwas wie eine klingende Ansichtskarte aus dem „unglaublichen“ Land, wie er es nennt. Bis heute faszinieren uns die Landschaften, die Geschichte und die Kunst Italiens – und, nicht zu vergessen, die Lebensart, die Mode und das Design.

Auf der anderen Seite ist unser Italienbild seit Jahrhunderten auch von Abwertung und negativen Klischees insbesondere über den Süden des Landes geprägt: Machismo, Mammismo und Mafia, Korruption, Katholizismus und Kriminalität. Klaus Bergdolt geht diesem merkwürdigen Zwiespalt zwischen Sehnsucht und Schelte nach und gelangt zu Einsichten, die nachwirken – nicht nur bis zum nächsten Besuch in der Trattoria.

 

 

Klaus Bergdolt
Kriminell, korrupt, katholisch?
Italiener im deutschen Vorurteil

 

2018, Originalausgabe.
Gebunden, 243 Seiten.
Franz Steiner Verlag
ISBN: 978-3-515-12123-1
€ 32 [D]

 

 

 

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Autor: Franz Steiner Verlag; zusammengestellt von Gert Holle – 28.11.2018