Momente der Geschichte und Erfahrungen der Dritten Generation

Leben mit Auschwitz

Foto: Gütersloher Verlagshaus
Foto: Gütersloher Verlagshaus

Andrea von Treuenfeld lässt in ihrem bewegenden Buch jüngere Nachfahren von Holocaust-Überlebenden zu Wort kommen

 

Am 27. Januar 2020 jährt sich die Befreiung des größten Konzentrations- und Vernichtungslagers der Nationalsozialisten zum 75. Mal. Andrea von Treuenfeld hat Enkelinnen und Enkel von Überlebenden der Todesmaschinerie von Auschwitz befragt, wie das Wissen um das Grauen der Massenmorde und das Erinnern daran ihr heutiges Leben in Deutschland beeinflussen. Das Buch „Leben mit Auschwitz. Momente der Geschichte und Erfahrungen der Dritten Generation“ offenbart, wie sehr Biografien durch das Erbe von Auschwitz auch weiterhin geprägt sind. Zudem zeigt es, wie das einstige KZ zum Ort des Gedenkens und der Aufarbeitung geworden ist. Es ist am 20. Januar 2020 im Gütersloher Verlagshaus erschienen.

 

In „Leben mit Auschwitz“ lässt Andrea von Treuenfeld den Enkelinnen und Enkeln von Auschwitz-Überlebenden viel Raum, ihre Geschichten und die ihrer Angehörigen zu erzählen und zu reflektieren. Der Leser erfährt nicht nur etwas über die unvorstellbaren Gräueltaten, sondern auch, wie tief die Überlebenden durch dieses Leid geprägt wurden und die daraus resultierenden Traumata an ihre Nachkommen weitergaben. Während die Zweite Generation, so die Autorin in ihrem Buch, das Schweigen der Überlebenden noch akzeptierte, stellte die Dritte Generation Fragen. Der Leser wird durch deren Erzählungen Teil des schwierigen und bewegenden Antwortsuchens. Wie wichtig es ist, sich gerade im heutigen Deutschland gegen den wieder erstarkenden Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung zu positionieren, wird in diesen Passagen besonders deutlich. Auf einer zweiten Ebene beschreibt das Buch die Geschichte von Auschwitz und seiner Täter sowie die der juristischen und erinnerungskulturellen Aufarbeitung dieses Ortes.

 

So ist ein eindringliches und aktuelles Buch entstanden, das zeigt, warum uns dieses Verbrechen an der Menschheit weiterhin beschäftigen sollte – und dass es eben keinen Schlussstrich des Gedenkens an diesen ungeheuren Zivilisationsbruch geben kann und darf.

 

 

Andrea von Treuenfeld, hat in Münster Publizistik und Germanistik studiert und nach einem Volontariat bei einer überregionalen Tageszeitung lange als Kolumnistin, Korrespondentin und Leitende Redakteurin für namhafte Printmedien, darunter Welt am Sonntag und Wirtschaftswoche, gearbeitet. Heute lebt sie in Berlin und schreibt als freie Journalistin Porträts und Biografien. Im Gütersloher Verlagshaus erschienen bereits ihre Bücher "In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel", „Zurück in das Land, das uns töten wollte“, "Erben des Holocaust" und "Israel. Momente seiner Biografie".

 

Andrea von Treuenfeld
Leben mit Auschwitz
Momente der Geschichte und Erfahrungen der Dritten Generation

Mit Vorwort von Kurt Grünberg

256 Seiten, Hardcover
Gütersloher Verlagshaus
ISBN 978-3-579-06612-7
€ 20

Am 20. Januar 2020 erschienen.

 

 

 

Dieses Buch versammelt Zeugnisse von Enkelinnen und Enkeln von Auschwitz-Überlebenden. Es sind oft berührende, manchmal erschütternde und immer nachdenkenswerte Berichte darüber, wie wirkmächtig das Geschehen von damals im Leben von Menschen auch heute noch ist. Auschwitz war nicht nur gestern, Auschwitz ist heute – immer noch und bleibend.

 

  • Wegmarken der Wahrnehmung von Auschwitz "nach Auschwitz"
  • Geschichten hinter der Geschichte

 

 

 

Berührend und erschütternd

Seit 75 Jahren müssen Überlebende und deren Nachfahren, muss die Welt, müssen die Deutschen mit dem Zivilisationsbruch leben, den der Name "Auschwitz" markiert. Das Buch folgt dieser Geschichte und zeigt auf, dass es keinen Schlussstrich des Gedenkens an diesen unfassbaren Zivilisationsbruch geben darf.  Ein eindringliches Buch, dass nicht nur über die unvorstellbaren Gräueltaten Auskunft gibt. Es beschreibt, wie tief die Überlebenden  durch das erlittene Leid geprägt wurden und wie ihre Nachkommen mit den daraus resultierenden Traumata umgingen. Darüber hinaus wird deutlich, wie das einstige KZ zum Ort des Gedenkens und der Aufarbeitung geworden ist.

Ein wichtiges Buch, gerade im heutigen Deutschland, in dem der Antisemitismus wieder zu erstarken droht und Tendenzen der Intoleranz und des Hasses aufflammen.  - Gert Holle, GlaubeAktuell

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Autor: Gütersloher Verlagshaus; zusammengestellt von Gert Holle – 21.01.2020