Pest! Eine Spurensuche

Foto: wbg Theiss
Foto: wbg Theiss

Was ist die Pest? Wo liegen die ältesten Nachweise? Mit diesen Fragen beginnt eine Reise durch die faszinierende Geschichte der Seuche. Sie führt über die frühesten archäogenetischen Nachweise in der Steinzeit über den ersten gut überlieferten Ausbruch in der Spätantike zunächst bis zum berüchtigten ›Schwarzen Tod‹ des Spätmittelalters, dem ein großer Teil der europäischen Bevölkerung zum Opfer fiel. Im 18. Jahrhundert verschwand die Pest weitgehend aus Europa, um kurz vor 1900 nun weltweit Angst und Schrecken zu verbreiten.
Wie gingen die Menschen mit dieser existenziellen Krise um? Welche Folgen hatte die Seuche für vormoderne Gesellschaften? Das tödliche Potenzial der Pest ist noch immer vorhanden - doch wie würde man heute auf einen erneuten Ausbruch reagieren?
Anhand von zahlreichen Essays renommierter Autoren und rund 300 archäologischen und kulturgeschichtlichen Objekten präsentiert der Katalog ein einzigartiges Panorama der Pest in Geschichte und Gegenwart.

 

Ausstellungskatalog "Pest! Eine Spurensuche"  bei wbg Theiss erschienen

Wie keine andere Krankheit hat sich die Pest in das kollektive Gedächtnis unserer Gesellschaften eingeschrieben. Der Ausstellungskatalog »Pest! Eine Spurensuche« präsentiert ein einzigartiges Panorama der Pest in ihrem kulturhistorischen Zusammenhang. In Essays renommierter Autorinnen und Autoren und anhand von eindrucksvollen Exponaten wird ein Bogen von der Steinzeit über die Spätantike, vom ›Schwarzen Tod‹ des Mittelalters bis zum jüngsten Ausbruch auf Madagaskar gespannt. Wie gingen die Menschen mit der Absurdität dieser Krankheit um? Wie interpretierten sie die Seuche?
Die Autorinnen und Autoren fragen nach den unterschiedlichen gesellschaftlichen Strategien im Angesicht der Pest, ihrer Verarbeitung in Kunst und Literatur und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Pesterreger ›Yersinia pestis‹. So wird das Motiv des ›Schwarzen Todes‹ unter anderem in der frühen anatolisch-türkischen Dichtung und in »La Peste« von Albert Camus analysiert – die Pest als existenzielle Grenzsituation, die individuell durchlitten wird, auch wenn sie große Kollektive heimsucht. In anderen Essays werden klimatische Veränderungen in Relation zu den Seuchenausbrüchen gesetzt. Aber auch die verschiedenen Interpretationen der Bedeutung für unsere Gegenwart sind ein zentrales Thema, das sich durch den Ausstellungskatalog zieht. Denn das Pestbakterium ist immer noch virulent und der Nachweis von Antibiotikaresistenzen bei Pesterregerstämmen aus Madagaskar zeigt, dass auch die moderne Medizin dem tödlichen Potential der Seuche kein hundert Prozent wirksames Allheilmittel entgegensetzen kann.
Noch nie wurde die Pest in ihrer kulturhistorischen und globalen Dimension so umfassend beleuchtet, wie in diesem Ausstellungskatalog und der dazugehörigen Sonderausstellung. »Pest! Eine Spurensuche« ist ein großartiger Band über eine Seuche, die stets beides war: Bedrohung und Mythos zugleich.
Der Ausstellungskatalog ist am 17.09. bei wbg Theiss erschienen.

 

 

 

LWL-Museum für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum, Herne
»Pest! Eine Spurensuche«
wbg Theiss
696 S.,  mit etwa 700 farb. Abb.,
Preis: 40,00 Euro. (D)
ISBN: 978-3-8062-3996-6
Erschienen am 17.9.2019.

 

Die Sonderausstellung »Pest!« des LWL-Museums für Archäologie Herne läuft vom 20.09.2019 bis zum 10.05.2020.
Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: https://pest-ausstellung.lwl.org/de/.
 

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Autor: wbg Theiss; zusammengestellt von Gert Holle – 12.10.2019