Über Krieg und Frieden - Die Friedensschriften des Erasmus von Rotterdam

In einer von großen Umbrüchen und Kriegen geprägten Zeit entwickelte der Gelehrte Erasmus von Rotterdam (ca. 1466 bis 1536) eine wirkmächtige humanistische Gesinnung, die in etlichen Friedensschriften ihren Ausdruck fand. Zum ersten Mal gesammelt und neu übersetzt sind diese Schriften jetzt in dem Band „Über Krieg und Frieden. Die Friedensschriften des Erasmus von Rotterdam“, herausgegeben von Wolfgang F. Stammler und Theo Stammen, im Alcorde Verlag erschienen.

 

 

Als die berühmteste Schrift des Erasmus von Rotterdam (ca. 1466–1536) gilt bis heute seine "Klage des Friedens", die er vor 500 Jahren (1517) verfasste. Immer wieder widmete sich Erasmus den drängenden Fragen von Krieg und Frieden, in einer Zeit, als innerhalb der christlichen Nationen die großen Herrscherhäuser um die Vorherrschaft in Europa kämpften. Die Mächte intrigierten gegeneinander und schmiedeten Bündnisse, nur um sie gleich wieder zu brechen. Selbst die "heidnischen Barbaren", die Türken, waren in diesem System machtpolitischer Interessen ein willkommener Bündnispartner, auch wenn man sah, dass gerade von ihnen die größte Gefahr für das christliche Abendland ausging.

 

 

Erasmus von Rotterdam lebte in einer friedlosen Epoche. Der europäische Kontinent wurde von zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen gebeutelt und durch die Reformation tief gespalten. Hinzu kam die ständige Bedrohung durch die Türken, die unaufhaltsam nach Europa vorrückten. Als jemand, der überparteilich bleiben und sich nicht vereinnahmen lassen wollte, stand Erasmus von Rotterdam zwischen den konfessionellen und politischen Fronten. Vor diesem Hintergrund entwickelte der kosmopolitische Gelehrte seine humanistische Philosophie und appellierte im Sinne des Friedens an die menschliche Vernunft.

 

 

Erasmus von Rotterdam wollte sich nicht damit abfinden, dass die Menschen ihren Verstand mehr darauf verwendeten, auf ihren Untergang hinzuarbeiten, als ihr Glück zu bewahren. In seinen Texten wendete er sich gegen dieses unvernünftige Handeln. Dabei bediente er sich unterschiedlicher Formen wie der Rede, der Satire, der Fürstenbelehrung, des Essays, des Briefs und des fiktiven Gesprächs. Wer die Texte heute liest, staunt, wie wenig wir seither vorangekommen sind. Erasmus von Rotterdams Gedankenwelt ist höchst aktuell geblieben.

 

Sämtliche Friedensschriften des bedeutenden Humanisten wurden für diese Ausgabe neu oder erstmals ins Deutsche übersetzt. Das Erstaunliche an den Texten ist: Sie klingen gerade heute, in Zeiten immer wieder neu aufbrechender Uneinigkeiten innerhalb der europäischen Staaten und mit der Türkei, genauso aktuell wie vor 500 Jahren. Einführende Beiträge zum historischen Kontext, unter anderem von dem Historiker Volker Reinhardt, und ein umfangreicher Anmerkungsapparat ergänzen die Lektüre mit allen wichtigen Hintergrundinformationen. Viele Farbtafeln und Abbildungen illustrieren den Text.

 

 

 

Über die Herausgeber

 

 

 

Wolfgang F. Stammler studierte Geschichte, Politik, Soziologie und Romanistik in Tübingen. Er war in mehreren Verlagen als Leiter und Lektor tätig und ist seit 2003 Verleger und Publizist.

Theo Stammen
habilitierte sich in München im Fach Politikwissenschaft und lehrte bis zu seiner Emeritierung 2001 Politikwissenschaft und Europäische Kulturgeschichte in Augsburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Politische Ideengeschichte..

 

 

 

Wolfgang Stammler /
Theo Stammen (Hrsg.)
Über Krieg und Frieden
Die Friedensschriften des Erasmus von Rotterdam

 

Bibliothek historischer Denkwürdigkeiten

November 2017
Gebunden mit Schutzumschlag,
86 farbige Abbildungen,
544 Seiten.

alcorde Verlag
ISBN: 978-3-515-11956-6
€ 48,00 [D]

 

 

 

Neuentdeckung eines großen Humanisten: „Über Krieg und Frieden“ vereint erstmals sämtliche Friedensschriften des Erasmus von Rotterdam. Der überraschend aktuelle Band ist jetzt bei Alcorde erschienen, in Kooperation mit dem Franz Steiner Verlag

 

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Autor: Franz Steiner Verlag; zusammengestellt von Gert Holle – 16.01.2018