DKMS-Sommergespräch: Metalstar Nergal über seinen Überlebenskampf nach der Diagnose Blutkrebs

Simone Henrich aus der DKMS Kommunikation führte mit Nergal das Interview bei Wacken Open Air Festival. Foto: DKMS
Simone Henrich aus der DKMS Kommunikation führte mit Nergal das Interview bei Wacken Open Air Festival. Foto: DKMS

„Es war ein echter Schock – so, als hätte mich jemand mit einem Schlag zwischen die Augen außer Gefecht gesetzt. Nach fünf Minuten habe ich gedacht: Steh auf und schaff das!“

 

 

Der polnische Metalsänger Adam Darski genannt „Nergal“ berichtet in der aktuellen Interviewreihe „Sommergespräch“ über seinen härtesten Kampf: Den, um sein Überleben nach der Schockdiagnose Blutkrebs. Gemeinsam mit der DKMS startet er einen eindringlichen Hilfsappell. Es folgt eine Welle der Solidarität, die ihn bis heute bewegt: Denn mehr als 80.000 Menschen allein in Polen und Deutschland lassen sich daraufhin als potenzielle Spender registrieren.

 

Er sagt: „Ich bin der lebende Beweis, dass es funktioniert und ich bin euch super dankbar. Es ist kein großer Aufwand, sich registrieren zu lassen. Es sind nur fünf Minuten Deines Lebens, die für jemand anderen die ganze Welt bedeuten können. So wie für mich!“

 

Es ist ihm neben dem Aufruf zur Registrierung in die DKMS ein großes Anliegen, auch auf das Thema Vielfalt hinzuweisen. Denn diese macht Gesellschaften aus und spielt vor allem auch im Kampf gegen Blutkrebs eine lebenswichtige Rolle. In diesem Kontext hat für ihn der Song „Blood Brothers“ von den Kultrockern der Band Iron Maiden eine besondere Bedeutung: Wir sind über unser Blut verbunden und alle Menschen sind gleich.

 

Rückblick: 2010 erhält der heute 41-jährige Frontmann und Sänger der international sehr bekannten polnischen Deathmetal-Band Behemoth die Diagnose Blutkrebs und schnell ist klar, dass er auf eine Stammzelltransplantation angewiesen ist. Ein Riesenschock für Nergal und auch für die weltweite Heavy-Metal-Fangemeinde, an die er sich mit seiner Hilfsbotschaft richtet – für sich, aber auch für alle anderen Patienten auf der Suche nach einem geeigneten Stammzellspender.

 

Gemeinsam mit der DKMS in Polen beginnt er daraufhin, lebensrettende Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. In allen Teilen Polens werden in seinem Namen Registrierungsaktionen veranstaltet und auf die Möglichkeit der Online-Registrierung hingewiesen – mehr als 70.000 Menschen lassen sich daraufhin in die polnische DKMS-Datei aufnehmen. Auch in Deutschland hat Nergal viele Fans, die sich um ihn sorgen und sich daher als potenzielle Spender registrieren lassen.

 

Irgendwann dann die erlösende Nachricht: Ein passender Spender ist gefunden, der ihm eine zweite Chance auf Leben schenkt. „Ohne die Unterstützung von so vielen Menschen wäre dies nicht möglich gewesen“, so Nergal kurz vor der Transplantation. Zwei Jahre später – am 19. Dezember 2012 – lernt er in Warschau seinen Lebensretter kennen.

 

Auch acht Jahre nach der Diagnose ist Nergal immer noch überwältigt von der Hilfsbereitschaft und Solidarität, die er während seiner Krankheit erfahren hat und es ist ihm seither eine Herzensangelegenheit, sich für den Kampf gegen Blutkrebs einzusetzen.

 

Über die DKMS

Foto: DKMS Aachen
Foto: DKMS Aachen


Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen lebensbedrohliche Blutkrebserkrankungen verschrieben hat. Unser Ziel ist es, so vielen Patienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu ermöglichen. Dabei sind wir weltweit führend in der schnellstmöglichen Versorgung von Patienten mit lebensrettenden Stammzelltransplantaten. Die DKMS ist außer in Deutschland in den USA, Polen, UK und Chile aktiv. Gemeinsam haben wir mehr als acht Millionen Lebensspender registriert. Darüber hinaus betreibt die DKMS in wissenschaftliche Forschung und setzt in ihrem Labor, dem DKMS Life Science Lab, Maßstäbe bei der Typisierung neuer Stammzellspender.

 

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Autor: DKMS; zusammengestellt von Gert Holle – 14.09.2018