Weihnachten als Provokation

Frieden auf Erden?

Foto: Herder
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„Wir können an Weihnachten nur zu Menschen des Friedens werden, wenn wir den Schrei aller Menschen nach Gerechtigkeit und Frieden nicht überhören und denen unsere Stimme leihen, die durch Gewalt, Einschüchterung und Unterdrückung zum Verstummen gebracht werden. Nur so bleibt die Provokation lebendig, die von Weihnachten, dem großen Fest der Liebe, ausgeht.“ (Eberhard Schockenhoff)

 

 

  • Profilierter Friedensethiker und Theologe
  • Die Friedensbotschaft von Weihnachten für heute erschlossen

 

Weihnachten als Provokation

 

Weihnachten wird als das große Fest des Friedens gefeiert. Doch was bedeutet die Hoffnung von Weihnachten in einer friedlosen Welt? Was würde fehlen, wenn es Weihnachten nicht gäbe? Und welche Provokation bedeutet Weihnachten? Schockenhoffs Ausführungen erschließen auf profunde Weise die Friedensbotschaft von Weihnachten für heute.

 

Das Fragezeichen hinter dem Titel „Frieden auf Erden?“ verweist auf den andauernden Skandal, dass diese Sehnsucht auch im 21. Jahrhundert an vielen Orten der Erde noch immer unerfüllt ist, obwohl alle Mitglieder der Staatengemeinschaft mit der Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen feierlich eine universale Ächtung des Krieges ausgesprochen und auf den Einsatz jeder Art von militärischer Gewalt verzichtet haben. In diesem Buch zeigt der Autor das kritische Potenzial auf, das dem Weihnachtsfest von seinen Ursprüngen her innewohnt und es zu einer oft überhörten Provokation macht, die den persönlichen Lebensstil, aber auch das Verständnis von Politik und Gesellschaft infrage stellt. Der Grundgedanke, den er entwickelt, lautet: Wenn Gott Mensch wird, gerät alles ins Wanken, worauf die Menschen ihre Gewissheiten, ihre Denkgewohnheiten und ihre vermeintliche Überlegenheit über andere oft gründen. Die Trennungslinien zwischen oben und unten werden durchbrochen, das Verhältnis von Nehmen und Geben, von Fordern und Gewähren umgekehrt, die Logik von Herrschen und Dienen auf den Kopf gestellt: Weihnachten will Menschen zu aufrechten Menschen machen, die sich nicht vor den Mächtigen verneigen, sondern ohne herablassendes Gehabe auf Augenhöhe mit denen leben, die der Unterstützung und Hilfe bedürfen, um selbst den aufrechten Gang zu erlernen. An Weihnachten mit Überraschungen zu rechnen, die das Vertraute oder auch fremd Gewordene durchbrechen und die Lebenseinstellung verändern können – dazu möchte dieses Buch anleiten.

 

 

Eberhard Schockenhoff

 

geb. 1953, Dr. theol., Professor für Moraltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 2001-2016 Mitglied des Deutschen Ethikrats, seit 2009 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, seit 2010 Mitglied in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

 

 

Eberhard Schockenhoff

Frieden auf Erden?

Weihnachten als Provokation

Verlag Herder

1. Auflage 2019

Gebunden

144 Seiten

ISBN: 978-3-451-38546-9

18,00 € inkl. MwSt.

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In seinem neuen Buch erschließt Eberhard Schockenhoff in seinen Ausführungen auf profunde Weise die Friedensbotschaft von Weihnachten für heute. Der Moraltheologe deutet Weihnachten als ein subversives Fest, als Protest gegen die politische Theologie des römischen Kaiserreichs. Diese Deutung des Weihnachtsfestes bringt die provokativen Zwischentöne zum Klingen, die im zeitgenössischen Kontext unüberhörbar waren: den Protest gegen die Gewalt, den Schrei nach Gerechtigkeit und die Sehnsucht nach Frieden. „In diesem Buch möchte ich das kritische Potenzial aufzeigen, das dem Weihnachtsfest von seinem Ursprüngen her innewohnt und es zu einer oft überhörten Provokation macht, die unseren persönlichen Lebensstil, aber auch unser Verständnis von Politik und Gesellschaft infrage stellt.“

Doch ist die Weihnachtsgeschichte vom göttlichen Friedensfürst im Stall nicht zu schön, um wahr zu sein? Und was bedeutet die unabgegoltene Hoffnung von Weihnachten in einer friedlosen Welt? „Wer auf das Kind im Stall blickt und die Gottesgeburt in seinem Herzen feiert, der wird auch Gott im Stall seines Nachbarn und überall in der Welt suchen und finden. Die Erlösung, die in dem göttlichen Kind ihren Anfang nimmt, will im Tun der Menschen, die sich von ihm anrühren lassen, Kreise ziehen und wie das Licht in der Dunkelheit in die Welt hinein ausstrahlen.“

 

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Autor: Herder; zusammengestellt von Gert Holle – 21.09.2019