Kirchengeschichte auf Papstmedaillen

Glänzende Propaganda

Foto: Herder
Foto: Herder

 

  • Kirchen-Geschichte anschaulich gemacht
  • Für Geschichtsinteressierte und Numismatiker

 

Papstmedaillen erzählen Kirchengeschichte

Papstmedaillen sind eine faszinierende, bislang noch kaum verwertete Quellengattung. In der Regel halten sie ein besonderes Ereignis eines Pontifikates fest, manchmal ist in einem Bild der gesamte Pontifikat zusammengefasst. Der repräsentative Band vereint 50 dieser Erinnerungsmedaillen, mit großformatigen Abbildungen der Medaillen (beidseitig) und ihrer numismatischen Beschreibung; danach wird das kirchenhistorische Ereignis, um das es geht, konzise und kompetent geschildert. Zum Beispiel

 

  • die Medaille von Sixtus V., auf der die Seeschlacht von Lepanto 1571 dargestellt ist
  • eine Medaille, die den gerade fertiggestellten Petersplatz zeigt
  • die Medaille anlässlich des Verbots der Jesuiten 1773 (auf der sie von Christus weggeschickt werden: „Ich kenne euch nicht…“)
  • die Medaille anlässlich der Öffnung der vatikanischen Archive für die Wissenschaft 1881 durch Leo XIII., die die Versöhnung von Glauben und Wissenschaft feiert
  • die Medaille Benedikts XV. anlässlich seiner Friedensvermittlung 1917
  • die Medaille, die die Rundfunkansprachen Pius‘ XII. 1942 feiert, der über das Radio die ganze Welt zum Frieden mahnt

Papstmedaillen erzählen Kirchengeschichte von 1400 bis heute

 

Medaillen sind münzähnliche Schau- oder Gedenkstücke, die im Unterschied zur Münze jedoch nicht als Zahlungsmittel, sondern als Erinnerungsstücke dienen, als „Denkmal für die Hand“. Meist wird auf der Vorderseite das Bildnis des Auftraggebers festgehalten und auf der Rückseite eine symbolisch verdichtete Botschaft in Wort und Bild propagiert. Vor dem Medienzeitalter waren die Päpste darauf angewiesen, ihre eigene Amtsführung zu rechtfertigen sowie ihre Rolle als Kirchenführer als auch ihr gesellschaftlich-politisches Wirken nach außen hin darzustellen. Dafür erwiesen sich Medaillen als probates Mittel.

 

Der opulent ausgestattete Band Glänzende Propaganda von Kay Ehling und Jörg Ernesti präsentiert rund 50 Papstmedaillen aus der Zeit um 1400 bis heute. Den großformatigen Abbildungen der Vorder- und Rückseiten werden die numismatische Beschreibung der Medaille sowie die Schilderung des kirchenhistorischen Ereignisses, das in der Regel auf der Rückseite der Medaille abgebildet ist, beigegeben. Die Autoren nehmen den Leser mit auf eine spannende Reise durch die Kirchen- und Papstgeschichte vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart. Dabei wird an weltgeschichtliche Ereignisse (Seeschlacht von Lepanto 1571) ebenso erinnert wie an Höhepunkte der römischen Barockarchitektur (Petersplatz, Piazza Navona) oder innerkirchliche Ereignisse. Papstmedaillen werden so als faszinierende und bislang kaum verwertete Quellengattung erfahrbar.

 

 

Kay Ehling, geboren in München, studierte an der Freien Universität Berlin Geschichte und Klassische Archäologie. Er war Assistenzkurator an der Kunsthalle Düsseldorf und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Gerhard-Mercator-Universität GH Duisburg und ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Augsburg und Oberkonservator für antike Münzen an der Staatlichen Münzsammlung München / Museum für Geldgeschichte. 2017 gab er den Ausstellungskatalog Luther imagines 17, München 2017 heraus.

 

Jörg Ernesti, geb. 1966, Studium in Paderborn, Wien und Rom, 1993 Priesterweihe, 1997 Promotion in Kirchengeschichte in Rom und 2007 in Ökumenischer Theologie in Paderborn, 2003 Habilitation in Mainz, seit 2013 Professor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Universität Augsburg.

 

 

Kay Ehling / Jörg Ernesti

Glänzende Propaganda

Kirchengeschichte auf Papstmedaillen

Verlag Herder

1. Auflage 2019

Gebunden mit Schutzumschlag

240 Seiten

ISBN: 978-3-451-37698-6

35,00 € inkl. MwSt.

 

************

Autor: Herder; zusammengestellt von Gert Holle – 13.02.2020