Wie die Diagnose „Krebs“ den Blick auf das Leben und das Sterben klärte

Ich sehe den Himmel

Foto: werdewelt Verlag
Foto: werdewelt Verlag

Leben nach der Krebsdiagnose: In „Ich sehe den Himmel“ dokumentiert Esther Schulz ihre letzten Monate und ihre Auseinandersetzung mit dem Tod/
neu im werdewelt Verlags- und Medienhaus

 

Ben: „Ist es dein Wunsch, nach deinem Tod weiterhin wirksam zu sein?“
Esther: „Ben, was hast du schon wieder im Kopf?“

 

Ich sitze am Pflegebett meiner sterbenden Mutter. Nachdem bei ihr Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde und sie sich gegen die Chemo entschieden hat, ist klar, wie diese Geschichte ausgeht. Aber Esther überrascht ihr Umfeld, indem sie so gar nicht das widerspiegelt, was man von ihr in ihrem Zustand erwarten würde. Statt betrübt und traurig, ist sie lebensfroh wie eh und je – und stößt ihr Umfeld mit ihrem ganz eigenen Blick auf Leben und Tod immer wieder vor den Kopf. An zwei Tagen, vier Wochen bevor sie gestorben ist, hat sie deshalb erzählt: Warum sie schon im Krankenhausbett ihr Trauerevent geplant, welche Momente der Dankbarkeit ihr die Krankheit beschert und wem sie ihre besten Stücke geschenkt hat. Dabei herausgekommen ist ein Buch von einer Frau, die eine ganz eigene Sichtweise im Umgang mit ihrem Krebs hatte und damit Angehörigen und selbst Erkrankten eine Inspiration und Hilfestellung sein kann.

 

Am 29. Mai 2018 erhielt Esther Schulz die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Sie entschied sich gegen eine Chemotherapie. Ihrer Berufung, Menschen Gott und Jesus näherzubringen, ist die Gemeindediakonin auch noch bis an ihr Lebensende nachgegangen. Bewusst und bis zuletzt war sie geradeaus wie immer, teilte mit, was sie fühlte, klärte, was zu klären ging, kämpfte, nahm ihr Sterben an und gab anderen dabei Mut und Hoffnung. In „Ich sehe den Himmel. Wie die Diagnose ‚Krebs‘ den Blick auf das Leben und das Sterben klärte“ erzählt Esther Schulz von dieser Reise, die am 8. Juli 2019 endete. Ihr Mann Günther Schulz und ihr Sohn Benjamin Schulz haben das Buch nach ihrem Tod herausgegeben und sie auf ihrem Weg begleitet. Auch sie teilen ihre Gedanken und Gefühle über diese Zeit mit. Das Buch erscheint im werdewelt Verlags- und Medienhaus.

Offen erzählt Esther Schulz über alles, was sie bewegt, was ihr passiert und was mit ihr passiert: von den Reaktionen auf ihre Entscheidung, keine Chemo zu machen, der Solidarität ihrer Familie und deren Begleitung in ihren letzten Monaten, von den Kämpfen gegen die unfassbaren Schmerzen, einem wunderbaren Palliativteam – aber auch vom völligen Unverständnis der meisten Ärzte über ihre Entscheidung. Die Planung ihrer Bestattung hat Esther Schulz selbst übernommen. Als gläubige Frau gab ihr die Zuversicht auf ein Leben nach dem Tod Halt. So ist das Buch „Ich sehe den Himmel“ nicht nur ein Zeugnis des Weges von Esther Schulz und ihrer Familie, sondern auch ein Zeugnis des Glaubens und der tiefen Lebensfreude, die sie auch in den letzten Monaten noch ausstrahlte.

 

Esther Schulz, geb. Vogel
4. Sept. 1958 - 8. Juli 2019

Sie wuchs in einer Pastorenfamilie auf und hatte zwei jüngere Brüder. Als Jugendliche richtete sie ihre Ausbildung darauf aus, Missionarskinder im Ausland zu unterrichten, weil es sie bedrückte, dass diese Kinder getrennt von ihren Eltern in Internaten leben mussten. Sie besuchte eine Fachschule für Soziales in Hagen, danach die theologische Fachschule, die ihre Eltern gegründet hatten. Der Schock kam, als klar wurde, dass sie untauglich für das Tropenklima war und ihr Ziel Missionarskinder zu unterrichten, nicht weiterverfolgen konnte. Mit 19 Jahren heiratete sie ihren Mann Günther und arbeitete als Hauswirtschafterin, später Hauswirtschaftsmeisterin, an der Freien Theologischen Fachschule Breckerfeld. Mit 40 Jahren wechselte sie gemeinsam mit ihrem Mann in den Gemeindedienst der Evangelischen Missionsgemeinde in Hagen, in der sie 20 Jahre als Diakonin wirkte. Als ihr Mann zusätzlich die Berufung als Leiter der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Mission (IAM e.V.) erhielt, unterstütze sie ihn nach besten Kräften. Sie kam mit der FGB (Frauen-Gebets-Bewegung, früher DFMGB) in Westfalen-West in Berührung. Als Bezirksleiterin übernahm sie 15 Jahre lang die Betreuung von Gebetskreisen und organisierte Bezirkskonferenzen. Sie hat einen Sohn, Ben, und sechs Enkel. Der Familie galt immer ihre erste Fürsorge. In ihrer Mitte ist sie im Frieden und mit großer Hoffnung am 8. Juli 2019 in den Himmel gegangen

 

Esther Schulz
Ich sehe den Himmel. Wie die Diagnose „Krebs“ den Blick auf das Leben und das Sterben klärte.

 

Herausgegeben von Benjamin und Günther Schulz
2019, Originalausgabe.
Hardcover, 220 Seiten.
ISBN: 978-3-9820170-8-2
€ 17,90
Im Dezember 2019 erschienen.

werdewelt Verlags- und Medienhaus GmbH

 

 

 

Ein anrührendes und zugleich inspirierendes Buch

Esther Schulz erhält die Diagnose "Krebs" . Wie sie damit umgeht, wie sie sich gegen eine Chemo-Therapie entscheidet,  was dann alles zu regeln war - das wird in diesem Buch offen und eindrücklich geschildert. Ich muss zugeben: nach Lektüre der ersten Seiten standen mir Tränen in den Augen. Je weiter ich las,  trockneten die Tränen und  ich war mehr und mehr  fasziniert von der Stärke einer Frau, die 20 Jahre als Diakonin in einer Missionsgemeinde in Hagen gewirkt hatte und selbst anderen Menschen zur Stütze geworden ist. Mit diesem Buch, das nach ihrem Tod von ihrem Ehemann und ihrem Sohn herausgegeben wurde, hat sie Menschen in ähnlicher Situation und deren Angehörigen ein wundervolles Geschenk hinterlassen, das zugleich anrührend wie inspirierend ist. - Gert Holle, Herausgeber www.glaubeaktuell.net

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Autor: werdewelt Verlag; zusammengestellt von Gert Holle – 27.05.2020