Margot Käßmann: Warum Martin Luther King mein großes Vorbild ist

Ganz anders könnten wir leben

Foto: bene!
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Margot Käßmann schreibt über ihr großes Vorbild Martin Luther King

 

 

Sehr persönlich schreibt Margot Käßmann in ihrem gerade bei bene! erschienenen Buch "Ganz anders könnten wir leben" über ihr großes Vorbild Martin Luther King, dessen Ermordung sich am 4. April 2018 das 50. Mal jährt. 1964 erhielt er wegen seines Engagements für soziale Gerechtigkeit den Friedensnobelpreis.
Er war fromm und politisch zugleich, jemand, der sich mit den herrschenden Gegebenheiten nicht abfinden wollte. Seine Vision von einer anderen Welt hat eine große Kraft. In vielen Textauszügen lässt Käßmann Martin Luther Kings Botschaft für heute lebendig werden.

Die besondere Art von Martin Luther King, seine Friedfertigkeit und gleichzeitig sein entschlossenes Handeln haben Margot Käßmann schon als junge Frau beeindruckt und inspiriert. Als 16-jährige Stipendiatin reiste sie 1974 in die USA. Ein Jahr durfte sie an der Hotchkiss School in Lakeville, Connecticut, verbringen.
An ihrer Gastschule kamen überwiegend privilegierte Kinder reicher Eltern zusammen. "Als Stipendiatin war ich jedoch weniger mit den Kindern zahlender Eltern zusammen als mit anderen Stipendiaten – und die waren in der Regel schwarz", erzählt Käßmann. "Durch sie hörte ich das erste Mal von Martin Luther King und dem Kampf gegen Rassismus." 

Vorbild ist ihr Martin Luther King darin, dass er kein makelloser Held war, Ängste kannte und auch heftiger Kritik ausgesetzt war. Trotzdem hat er sich nicht von seinen Zielen abbringen lassen. King hat sich nicht dazu verführen lassen, Gewalt als Mittel zur Lösung von Konflikten zu befürworten. Vielmehr hat er deutlich gemacht: Pazifismus ist eben nicht passiv, sondern höchst aktiv in der Suche nach kreativen Formen des zivilen Widerstands. Und er hat auf die Kraft von Worten vertraut."

All das, betont Käßmann in ihrem neuen Buch, habe seine Gültigkeit nicht verloren "in einer Welt, in der Rassismus und Unrecht weiter gären, in der Kriege geführt werden, Menschen mit Reichtum und Besitz sich über andere erheben, Profitgier selbst vor Rüstungsexporten in Konfliktgebiete keinen Halt macht".

Ist es ein nostalgisches Zurückblicken, wenn man in der heutigen Zeit an Martin Luther King erinnert? Nein, so Käßmann. Es bedeute, sich in die Pflicht nehmen zu lassen, in dieser Welt Verantwortung zu leben.
 

 

Die Autorin

Margot Käßmann, Prof. Dr. theol., Dr. h. c., Jahrgang 1958, ist evangelisch-lutherische Theologin und Pfarrerin. Sie war von 1999 bis 2010 Bischöfin der Evangelischen Landeskirche in Hannover und 2009/2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Davor war Margot Käßmann Gemeindepfarrerin, Studienleiterin der Evangelischen Akademie Hofgeismar und Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Von April 2012 bis Oktober 2017 wirkte sie als "Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017". Margot Käßmann ist Mutter von vier erwachsenen Töchtern.

 

 

Margot Käßmann

 

Ganz anders könnten wir leben

 

Hardcover, bene!
01.02.2018, 96 S.

ISBN: 978-3-96340-002-5
Diese Ausgabe ist lieferbar

 

12,99

 

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Autor: bene! / Droemer/Knaur; zusammengestellt von Gert Holle