Erinnerungen an Diktatur und Krieg

Reinhold Stecher: Der blaue Himmel trügt

Foto: Tyrolia
Foto: Tyrolia

Als Zeitzeuge in Wort und Bild hat der verstorbene Bischof von Innsbruck, Reinhold Stecher, die Gräuel des nationalsozialistischen Terrorregimes selbst durchlebt. Zeitlebens bemühte er sich, sowohl die mahnende Erinnerung daran wachzuhalten, als auch explizit gegen Antisemitismus und Intoleranz aufzustehen, etwa mit dem Verbot des beliebten Kultes um das Anderl von Rinn.

 

 

 

Zum 80. Jahrtag des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich und der Novemberprogrome von 1938 veröffentlicht der Tyrolia Verlag erstmals gesammelt die persönlichen Erinnerungen Reinhold Stechers an diese Zeit - und illustriert sie mit seinem eindrucksvollen Aquarellzyklus "14 Stationen 1938 - 1945"

Wie Bischof Reinhold Stecher die NS-Diktatur und den Krieg erlebt hat

Erinnern – gedenken – mahnen

Achtzig Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs ist und bleibt es geboten, die Erinnerung an die Gräuel und die Folgen des nationalsozialistischen Terrorregimes wach zu halten. Bischof Reinhold Stecher hat das als Zeitzeuge dieser „unseligen Zeit, die kein Altgold heroischer Verklärung verdient“, immer wieder mahnend getan.

 

 

 

Dieses Buch spannt den Bogen von der Programnacht des 9./10. November 1938 in Innsbruck bis zur Rückkehr Stechers nach Österreich im Herbst 1945. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet, 1942 als Funker eines Gebirgsjäger-Regiments bei Ramuschewo (Russland) verletzt und 1943 an der finnisch-russischen Grenze eingesetzt, ehe er nach tausenden Kilometern Rückzug im Fjord von Trondheim (Norwegen) das Kriegsende erleben durfte.

 

 

 

In Stechers Erinnerungen reicht, wie er schreibt, „die Skala der wechselnden Gefühle von Entsetzen und Zorn über kritisches Bedenken und ehrfurchtsvoller Verneigung bis zur hoffnungsvollen Veränderung mit dem Blick auf die Verwirklichung einer Zivilisation der Liebe“. So sind seine kurzen Geschichten und Gedanken – typisch für ihn – oft herzergreifend und demaskierend, aber auch voller Hoffnung und immer wieder gemildert von einer Portion unverwüstlichen Humors, getragen von seiner Liebe zu Mensch und Natur und seiner Zuversicht auf eine göttliche Vorsehung.

 

 

 

Illustriert ist das Buch mit dem eindrucksvollen Aquarell-Zyklus „14 Stationen 1938-1945“ des Malers Reinhold Stecher

 

 

 

Reinhold Stecher (1921–2013) war von 1981 bis 1997 Bischof seiner Heimatstadt Innsbruck. Er hat das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Tirol über Jahrzehnte mitgestaltet und sich stets für ein Klima der Toleranz und des Dialogs eingesetzt. Auch mit seinen Büchern (sie erreichten bis jetzt eine Gesamtauflage von über 750.000 Exemplaren) und Bildern hat Bischof Stecher vielen Menschen Hoffnung geschenkt und sozial-karitative Projekte unterstützt.

 

 

 

Reinhold Stecher

 

Der blaue Himmel trügt

 

Erinnerungen an Diktatur und Krieg

 

Mit Aquarellen und Zeichnungen des Autors, herausgegeben von Paul Ladurner

 

160 Seiten, 16 farb. Abb. und 3 sw. Zeichnungen; 15 x 22,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag; Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2018; ISBN 978-3-7022-3687-8; € 19,95

 

Auch als E-Book erhältlich: ISBN 978-3-7022-3688-5, € 16,99

 

Soeben erschienen!

 

 

 

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Autor: Tyrolia; zusammengestellt von Gert Holle – 3.10.2018