Lebensnah und undogmatisch: Andreas Eberts Glaubensbekenntnis

Schwarzes Feuer – Weißes Feuer

Foto: Claudius Verlag
Foto: Claudius Verlag

 

 

Ein Credo, das der Lebenspraxis entspricht: Andreas Ebert legt in seinem Buch „Schwarzes Feuer – Weißes Feuer“ das apostolische Glaubensbekenntnis aus

 

 

 

Ob Schöpfung oder göttliche Allmacht, Heiliger Geist oder ewiges Leben – die Konzepte des Glaubensbekenntnisses sind vielen Menschen heute rätselhaft geworden. Was sind eigentlich dessen zentrale Inhalte und wie lassen sie sich verstehen? Diesen Fragen geht Andreas Ebert in seinem Buch „Schwarzes Feuer – Weißes Feuer. Mein Glaubensbekenntnis“ nach, das am 13. März 2018 im Claudius Verlag erschienen ist.

Seit jeher wird in katholischen und evangelischen Sonntagsgottesdiensten das apostolische Glaubensbekenntnis rezitiert. Allerdings verstummen an dieser Stelle viele, bei denen das Credo, das eigentlich verbinden will, Unbehagen auslöst. Vieles erscheint heute unverständlich: Kann ich mich überhaupt Christ nennen, wenn ich vieles nicht glaube, nicht verstehe, nicht mitsprechen kann? Wort für Wort folgt der Autor dem Credo. Ausgehend von der eigenen spirituellen Reise fragt er nach den Quellen des Glaubens und danach, wie sich das Bekenntnis mit Erfahrungen von Familie, Sexualität, Leid, Liebe und Schmerz heute verbinden lässt. Laut Ebert ist das Bekenntnis angesichts neuer Herausforderungen beides: bleibende Orientierung und auslegungsbedürftig.

Dabei bezieht sich der Autor auf eine jüdische Tradition, nach der die geschriebenen Buchstaben der Heiligen Schrift das „schwarze Feuer“ bilden. Sie sind gegeben, schwarz auf weiß. Diese Texte bedürfen jedoch der fortlaufenden Neudeutung, eine endgültige Auslegung gebe es nicht. Und hier kommt das „weiße Feuer“ in Spiel, der weiße Leerraum, also das, was zwischen den Zeilen steht. Ebert hat das Bekenntnis als „schwarzes Feuer“ gewählt, an dem sich sein eigenes „weißes Feuer“ entzünden soll. Das Ergebnis ist eine umfassende Erklärung des christlichen Glaubens auf der Höhe der Zeit und eine Einladung, ein persönliches Credo entsprechend der eigenen Lebenspraxis zu entfalten.

 

 

 

Andreas Ebert, Jahrgang 1952, ist evangelischer Pfarrer und landeskirchlicher Beauftragter für Geistliche Übungen sowie Studienleiter für Spiritualität in der Evangelischen Stadtakademie München und Leiter des Spirituellen Zentrums St. Martin, darüber hinaus Meditations- und Enneagrammlehrer mit einer umfangreichen Seminartätigkeit sowie Seelsorger, Übersetzer von Richard Rohr und Autor zahlreicher Bücher, unter anderem des Bestsellers „Das Enneagramm“.

 

 

 

Andreas Ebert
Schwarzes Feuer – Weißes Feuer
Mein Glaubensbekenntnis

 


2018, Originalausgabe.
Klappenbroschur, ca. 288 Seiten.

Claudius Verlag, München
ISBN 978-3-532-62816-4
€ 18,00 [D]

 

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Autor: Claudius Verlag; zusammengestellt von Gert Holle – 22.03.2018