Literaturhinweise

Zum 90. Geburtstag von Arche-Gründer Jean Vanier am 10. September 2018

In einem kleinen Häuschen im französischen Dorf bei Compiègne beschloss der katholische Theologe und Philosoph Jean Vanier 1964, mit zwei geistig behinderten Männern zusammen zu leben - und entdeckte bald „die Tiefe ihres Leidens und ihren Schrei nach wahrhaftiger Beziehung, aber auch ihre Freude an der Gemeinschaft mit Menschen“ (Zitat Vanier). Das war die Geburtsstunde der Arche, einer ökumenischen Organisation, die heute in 37 Ländern auf 5 Kontinenten, 152 Gemeinschaften und 16 weitere Projekte betreibt, in denen 10.000 Mitglieder mit und ohne Behinderung gemeinsam ihren Alltag und ihr Leben teilen. In Deutschland bestehen drei Gemeinschaften in Tecklenburg, Ravensburg und Landsberg am Lech, in Österreich eine in Steinach am Brenner.

 

Anlässlich des 90. Geburtstages von Jean Vanier am 10. September 2018 möchten wir Sie auf sein beeindruckende, humanitäres und soziales Lebenswerk aufmerksam machen und auch sein philosophisches Vermächtnis nicht in Vergessenheit geraten lassen.

 

  

 

JEAN VANIER, geb. 1928 in Genf, wuchs in Kanada, England und Frankreich auf, studierte Theologie und Philosophie in Toronto und Paris und wurde Dozent für Philosophie in Paris. Dort gründete er eine kleine christliche Gemeinschaft, in der Menschen mit und ohne Behinderung zusammen leben. Daraus entstand die Kommunität Arche, die heute weltweit über 150 Gemeinschaften umfasst. Noch heute lebt Jean Vanier in der Arche in Trosly, Frankreich, 2015 wurde er mit dem renommierten und hochdotierten Templeton-Preis ausgezeichnet.  

 

Das Geschenk einer Gemeinschaft mit geistig Behinderten

Über das Lebenswerk des Arche-Gründers Jean Vanier

1964 begann ein außergewöhnlicher Mann ein außergewöhnliches Projekt. Der promovierte Philosoph Jean Vanier zog mit drei geistig behinderten Männern in ein kleines Haus in einem Dorf bei Paris. Der Gedanke, ihnen zu helfen, wurde bald von der Einsicht abgelöst, selbst hilfsbedürftig zu sein. Das war der Anfang der „Arche“. Heute gibt es weltweit über 125 Arche-Gemeinschaften und Vaniers Erfahrungen vom Leben in Gemeinschaft gelten längst als zeitloser spiritueller Schatz.

 

 

 

In diesem Buch zeichnet die renommierte Biografin Kathryn Spink die Geschichte der Arche-Bewegung sowie das Leben ihres Gründers Jean Vanier nach: seine Kindheit in einer christlichen Familie in Kanada, seine Ausbildung in England und bei der Marine, seine Studienzeit in Frankreich und die Begegnung mit Pére Thomas, der ihm half, seine wahre Berufung zu finden. Auf der Grundlage vieler Gespräche und Interviews schildert Kathryn Spink die Einsichten eines echten Visionärs, die den Reichtum von Menschen mit Behinderung erkennen lassen.

 

 

 

 

 

Eine Autorin für authentische Biografien großer religiöser Persönlichkeiten

 

Kathryn Spink hat u. a. bereits Biografien über Mutter Teresa (Lübbe), Papst Johannes Paul II. oder Frère Roger (Herder) verfasst. Ihre Bücher wurden in mehr als 15 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet, die Recherchen dazu brachten sie von den Slums und Ashrams Indiens bis in die Townships Südafrikas, von den Plattenbauten Moskaus bis in die Nomadenzelte der algerischen Wüste. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Surrey, England. Ihr Buch über Jean Vanier wird auch in Französisch, Italienisch, Niederländisch und Polnisch erscheinen. Für die deutsche Übersetzung zeichnet Bernardin Schellenberger, 15 Jahre kontemplativer Mönch, 10 Jahre Seelsorger, Schriftsteller und Übersetzer in Stuttgart, verantwortlich.

 

 

 

Kathryn Spink

 

Jean Vanier und die Arche

 

Die Geschichte einer außergewöhnlichen Berufung

 

Aus dem Englischen übersetzt und gekürzt von Bernardin Schellenberger

 

208 Seiten, 25 sw. Abb., 13 x 20,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag; Tyrolia-Verlag; ISBN 978-3-7022-2956-6; € 17,90 (D) /€ 18,40 (A)

 

 

 

Die mehrfach ausgezeichnete englischsprachige Autorin und renommierte Biografin zeichnet in ihrem Buch sowohl ein Bild der Persönlichkeit des Begründers als auch der Geschichte der Arche-Bewegung, die von 1964 an bis heute weltweit in über 150 Gemeinschaften das liebevolle tägliche Zusammenleben von geistig Behinderten und Nichtbehinderten pflegt.

 

Aus Liebe zu den Menschen sich und andere annehmen

„Was ihr dem Geringsten tut ...“

Foto: Tyrolia
Foto: Tyrolia

Jean Vanier, einer der „großen“ christlichen Meister unserer Zeit, ist davon überzeugt, dass die Kirche nur erneuert, die Nachfolger Jesu nur zur Einheit geführt werden können, wenn wir Freundschaft mit den Menschen schließen und ihnen dienen. Das gilt besonders für jene, die uns „fremd“ und „anders“ vorkommen, nämlich die in unserer Gesellschaft Ungewollten und Einsamen. Doch damit nicht genug, fordert der Autor dazu auf , zuallererst einmal unsere eigene Armut, den „Fremden“ und Einsamen in uns selbst, anzunehmen.

 

 

 

In den sechs Abschnitten dieses Buches entfaltet Jean Vanier – wie gewohnt in bestechender Ehrlichkeit, Tiefe und Klarheit – die Einladung Gottes, Orte der Zugehörigkeit und des Teilens zu schaffen, wo jeder Mensch mit seiner Zerbrechlichkeit, mit seinen Fähigkeiten und Begrenzungen willkommen ist. Er beleuchtet mit vielfältigen biblischen Impulsen das wahre Geheimnis der Liebe und seine authentische christliche Spiritualität lässt das Evangelium in zahlreichen alltäglichen Beispielen konkret werden.

 

 

 

Jean Vanier
Weites Herz
Dem Geheimnis der Liebe auf der Spur
Aus dem Englischen von Bernardin Schellenberger

 

144 Seiten, 13,5 x 21 cm, gebunden mit Schutzumschlag; Tyrolia-Verlag, ISBN 978-3-7022-3057-9, € 14,90 (D) / € 15,40 (A)

Der Philosoph Jean Vanier entfaltet in sechs Abschnitten seine Vision von der Freundschaft und dem Dienst am Menschen im Sinne der Nachfolge Jesu. Bestechend ehrlich, tief und klar erläutert er die Einladung Gottes, Orte der Zugehörigkeit und des Teilens zu schaffen, vor allem für jene, die uns "fremd" und "anders" vorkommen.

 

 

 

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Autor: Tyrolia; zusammengestellt von Gert Holle – 23.08.2018