DEICHTORHALLEN HAMBURG

AUSSTELLUNGEN IM HERBST 2017

ALEC SOTH − GATHERED LEAVES

Alec Towles, Two Towels, Canada, 2004 © Alec Soth / MAGNUM Photos
Alec Towles, Two Towels, Canada, 2004 © Alec Soth / MAGNUM Photos

8. SEPTEMBER 2017 − 7. JANUAR 2018 IM HAUS DER PHOTOGRAPHIE

 


Alec Soth (*1969) lebt und wirkt in Minneapolis, Minnesota und gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter der Dokumentarfotografie. Die Ausstellung »Gathered Leaves« im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ermöglicht vom 8. September 2017 bis zum 7. Januar 2018 in einer umfassenden Schau mit rund 65 Werken und ermöglicht einen tiefen Einblick in das Schaffen des Magnum Fotografen.

Die britische Tageszeitung The Telegraph sieht in Alec Soth den größten lebenden Fotografen sozialer und geografischer Landschaften Amerikas. Soth tritt so in die Tradition von Robert Frank, Stephen Shore oder Joel Sternfeld. In zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen begeisterte Alec Soth bereits ein breites Publikum, zuletzt im Rahmen der Whitney Biennale, der Sao Paulo Biennale 2004, im Jeu de Paume Paris und im Fotomuseum Winterthur 2008. In den Deichtorhallen Hamburg werden zum ersten Mal in einer umfassenden Ausstellung die vier charakteristischen Serien Sleeping by the Mississippi (2004). Niagara (2006), Broken Manual (2010) sowie die Serie Songbook (2014) gezeigt.

Besonders die Buchpublikation Sleeping by the Mississippi (2004) wurde on Kritiken gefeiert und durch vielfache Buchpreise ausgezeichnet. Neben zahlreichen weiteren Preisen und Stipendien erhielt Alec Soth 2013 die Guggenheim-Fellowship, zudem sind seine Werke sind in herausragenden Sammlungen vertreten, unter anderem im Museum of Modern Art, Brooklyn Museum of Art, Whitney Museum of American Art (New York) und San Francisco Museum of Modern Art.

Sujets der Werke von Alec Soth sind die amerikanischen Ideale von Unabhängigkeit, Freiheit, Spiritualität und Individualität, welche der Fotograf in alltäglichen Szenen zum Ausdruck bringt. Das Wesen des Menschen bleibt dabei stets zentraler Aspekt seiner intimen Porträts, sein geschulter Blick richtet sich auf die Geschichte hinter dem visuellen Narrativ - auf die menschlichen Emotionen, persönliche Schicksale und Sehnsüchte. Dabei folgt Soth stets seinem ästhetischen Ansatz: »to me the most beutiful thing is vulnerability«. Alec Soth gründete 2008 seinen eigenen Verlag »Little Brown Mushroom« dessen Publikationen sich auf visuelles Storytelling spezialisieren.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Magnum Photos. Sie ist die einzige deutsche Station einer internationalen Tournee, die über dem Media Space at the Science Museum und dem National Media Museum (beide London), The Finnish Museum of Photography (Helsinki) und dem Foto Museum in Antwerpen nach Hamburg führt.

 

ERÖFFNUNG

 

Donnerstag, 7. September 2017 um 19 Uhr im Haus der Photographie.

 

PUBLIKATION

 

Zur Ausstellung erschien 2015 ein Künstlerbuch. Wenige Restexemplare sind während der Ausstellungszeit im Haus der Photographie erhältlich. Preis: 65 Euro.

 

ALEC SOTH
GATHERED LEAVES
8. September 2017 – 7. Januar 2018
Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg


PETER BIALOBRZESKI −  DIE ZWEITE HEIMAT

Peter Bialobrzeski: Hamburg, 2011. Aus der Serie: »Die zweite Heimat«, 2011-2016 © Peter Bialobrzeski
Peter Bialobrzeski: Hamburg, 2011. Aus der Serie: »Die zweite Heimat«, 2011-2016 © Peter Bialobrzeski

8. SEPTEMBER 2017 − 7. JANUAR 2018 IM HAUS DER PHOTOGRAPHIE

 


Peter Bialobrzeski (geb. 1961) ist einer der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Seine neue Werkserie »Die zweite Heimat« wird vom 8. September 2017 bis 7. Januar 2018 im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg als Auftakt der neuen Ausstellungsreihe »Hamburger Helden« gezeigt.

Die Werkserie »Die zweite Heimat« ist die Fortsetzung seines Projektes »Heimat«, das erstmals 2005 publiziert wurde. Zwischen 2011 und 2016 reiste Peter Bialobrzeski dafür durch Deutschland und kam mit 30.000 Belichtungen von Orten und von Unorten zurück. Er war unterwegs in Andernach, Berlin, Bottrop, Eisenhüttenstadt, Hamburg, Hagen, Haßloch, Meißen, Frankfurt, Offenbach, Wolfsburg, vor allem aber im weiten Dazwischen, im Fremdvertrauten eben, wo sich Garagentore, Laternen und Tankstellen aneinanderreihen wie Henning Sußebach im begleitenden Buch des Verlags Hartmann Books schreibt.
Bialobrzeski unternimmt mit der Serie mehr als 30 Jahre nach Steven Shores berühmter Publikation »Uncommon Places« den Versuch einer fotografischen Bestandsaufnahme deutscher Befindlichkeit. Er selber spricht von der »Erforschung der sozialen Oberfläche Deutschlands«.

»Heimat also. Was ist das? Und wo? Darüber wird in Deutschland mal horizonterweiternd und mal hässlich gestritten. Gerade im Globalisierungszeitalter dient das Wort einigen zur Selbstfindung und anderen zur Abgrenzung. Mit dem Begriff Heimat wird Politik gemacht, Auflage generiert, Geld verdient, meist irgendetwas oder irgendjemand überhöht oder niedergemacht. Fast immer, wenn über Heimat gestritten wird, geht es um die Streitenden selbst, um ihren Blick auf die Welt und auf andere — nicht aber um das Objekt Heimat an sich« so Buchautor Sußebach.

Insgesamt umfasst die Ausstellung »Die zweite Heimat« 40 Farbfotografien aus den Jahren 2011 bis 2016, einen Prolog mit 15 älteren Arbeiten aus Deutschland in Farbe und S/W aus den Jahren 1983 bis 2005 sowie einige Werke aus dem Zyklus »Heimat« (2005).

Mit dieser Kabinettausstellung wird die loser Folge die Reihe »Hamburger Helden« (Idee und Konzept: Ingo Taubhorn) eröffnet, die sich mit herausragenden Positionen von Fotografinnen und Fotografen beschäftigt, die ihren Sitz in der Hansestadt haben und von hier aus international agieren.

 

KATALOG

 

Es erscheint ein Buch bei Hartmann Books ein Katalog mit einem Text von Henning Sußebach. Deutsch/Englisch, 154 Seiten, 78 Abbildungen, 23 × 28 cm, Hardcover, bedrucktes Leinen. ISBN: 978-3-96070-014-2. Preis ca. 38 Euro.

 

PETER BIALOBRZESKI
DIE ZWEITE HEIMAT
8. September 2017 – 7. Januar 2018
Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg


PETER SAUL

Peter Saul: San Quentin # 1 (Angela Davis at San Quentin), 1971. © Peter Saul
Peter Saul: San Quentin # 1 (Angela Davis at San Quentin), 1971. © Peter Saul

30. SEPTEMBER 2017 − 28. JANUAR 2018 IN DER SAMMLUNG FALCKENBERG

 

JEDEN 1. SONNTAG IM MONAT GEÖFFNET 12 − 17 UHR, OHNE ANMELDUNG

 

Wichtiger Hinweis: Die Sammlung Falckenberg befindet sich in Hamburg-Harburg. Die aktuellen Ausstellungen können nur im Rahmen einer Führung oder am ersten Sonntag im Monat von 12 bis 17 Uhr besucht werden. Aktuelle Termine und die Möglichkeit zur Buchung finden Sie im Buchungssystem.

 

Die Deichtorhallen zeigen vom 30. September 2017 bis 28. Januar 2018 in Kooperation mit der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt einen umfassenden Überblick über das Werk des US-amerikanischen Künstlers PETER SAUL.

Lange bevor »Bad Painting« ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte PETER SAUL ganz bewusst den guten Geschmack. In seiner unverwechselbaren Sprache hat der Maler ein Cross-over aus Pop-Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er politische und soziale Themen aufgreift. Mit der Pop-Art teilt er das Interesse am Banalen, an der Konsumgesellschaft und den heiteren Bildwelten des Comics in leuchtenden, ansprechenden Farben.

Abseits von großen künstlerischen Schulen hat Saul ein äußerst eigenwilliges Œuvre entwickelt. Nie wirklich zu einer Gruppe oder Bewegung gehörend, malt er seit mehr als 50 Jahren auf seine Weise gegen die wechselnden künstlerischen Moden an. Sauls Bilder erzählen Geschichten, neigen zur Übertreibung und wehren sich gegen eindeutige Lesarten.

Nicht zuletzt ist sein Werk aber auch mit den ästhetischen Strategien der Gegenkultur in Kalifornien verbunden. Eine fast zornige Malerei zeigt sich, wenn Saul die Schattenseiten des American Dream thematisiert. Hier offenbart sich die Gleichzeitigkeit von überbordendem Humor und spielerischer, aber doch harscher Systemkritik. Erstmals in Europa präsentiert die Ausstellung einen umfassenden Überblick über den bislang zu selten beachteten, bedeutenden »artist’s artist«.

Die Ausstellung zeigt rund 50 Arbeiten Peter Sauls, die durch eine umfängliche Präsentation mit Werken aus der Sammlung Falckenberg ergänzt wird.

 

KATALOG

 

Heraus­ge­ge­ben von Martina Wein­hart. Vorwort von Phil­ipp Demandt und Dirk Luckow. Essays von Martina Wein­hart und Richard Shiff, Inter­view Martina Wein­hart mit Peter Saul. Dt./engl. Ausgabe, 168 Seiten, ca. 96 Abbil­dun­gen, 30 x 24 cm (Hoch­for­mat), Snoeck Verlag, Köln, 2017, Preis in der Ausstellung: 29 Euro, 39,80 Euro im Buch­han­del.

 

PETER SAUL
30. September 2017 – 28. Januar 2018
Sammlung Falckenberg/Deichtorhallen Hamburg


ALICE NEEL − PAINTER OF MODERN LIFE

Alice Neel: Ginny and Elizabeth, 1975. Öl auf Leinwand Photo: Ethan Palmer © Estate of Alice Neel
Alice Neel: Ginny and Elizabeth, 1975. Öl auf Leinwand Photo: Ethan Palmer © Estate of Alice Neel

13. OKTOBER 2017 − 14. JANUAR 2018 IN DER HALLE FÜR AKTUELLE KUNST

 


Alice Neel (1900–1984) gehört zu den bedeutendsten amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts, die insbesondere durch ihre berückend ausdrucksstarken und intimen Porträts berühmt wurde. In einzigartiger Weise spiegeln ihre Werke die amerikanische Gesellschaft der Nachkriegszeit − sie offenbaren die Gefühle, Gedanken und Geschichten von Menschen in ihrer Zeit.

Mit ihrem psychologisch scharfblickenden Auge und ihrem virtuosen malerischen Können bringt Neel das Wesentliche einer Person und ihres Umfelds zum Vorschein. Manche der in Neels Werken Porträtierten, wie die US-amerikanischen Kollegen Robert Smithson und Andy Warhol, sind aufgrund ihrer künstlerischen Arbeiten, andere als politische Akteure oder Prominente bekannt. Einige zählen zu Neels Familie und engem Freundeskreis, wieder anderen ist sie einfach durch Zufall begegnet. Diese Porträts erschließen Neels ungewöhnlich vielfältiges, facettenreiches Leben, das, wollte man es erzählen, einige Bücher füllen könnte.

Die Deichtorhallen Hamburg widmen dieser Ausnahmekünstlerin eine große Ausstellung − wobei Hamburg die einzige deutsche Station einer internationalen Ausstellungstournee sein wird, die vom Ateneum in Helsinki, über Den Haag und Arles wandert.

 

ERÖFFNUNG

 

Am Donnerstag, 12. Oktober 2017 um 19 Uhr in der Halle für aktuelle Kunst.

 

ALICE NEEL
PAINTER OF MODERN LIFE
13. Oktober 2017 – 14. Januar 2018
Halle für aktuelle Kunst/Deichtorhallen Hamburg