DER KLINGENDE ADVENTSKALENDER

*In der Kälte der Nacht - Das 10. Türchen: gesungen von Gert Holle

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

IN DER KÄLTE DER NACHT

Er steht am Straßenrand - die Zeitung in der Hand -
und fragt Dich: "Kaufen Sie?"
Der Mantel eingesaut, die Haare fettverschmiert -
würdest lieber weiter gehen.
Doch Du bleibst stehen und hörst es Dir an,
was er Dir zu erzählen hat,
IN DER KÄLTE DER NACHT,
IN DER KÄLTE DER NACHT.

Er war einst Ingenieur, der Stress, der fiel ihm schwer,
war oft alleine - Tag und Nacht.
Er spricht von Alkohol, wie ihn das runterzog,
hat ihn fast um den Verstand gebracht.
Du, er hat Dich getroffen und Du hörst es Dir an,
was er Dir zu erzählen hat,
IN DER KÄLTE DER NACHT,
IN DER KÄLTE DER NACHT.
Schicksal tut so weh,
IN DER KÄLTE DER NACHT
sieht die schöne Welt meist anders aus,
IN DER KÄLTE DER NACHT,
wenn man keine Wohnung, keinen Euro mehr hat,
IN DER KÄLTE DER NACHT.

Sagt, dass er 'ne Chance hat mit diesem schönen Blatt
und er bittet: "Kaufen Sie!"
Die Augen sind so leer, ein Lächeln fällt ihm schwer
und er sagt: "Na kommen Sie!?"
Und Du fackelst nicht lange und Du gibst ihm zwei Euro
aus dem dicken Portemonnaie,
IN DER KÄLTE DER NACHT,
IN DER KÄLTE DER NACHT.

Er steht am Straßenrand - zwei Euro in der Hand -
und sagt Dir: "Dankeschön!"
Der Mantel eingesaut, die Haare fettverschmiert,
Du wirst jetzt weiter gehen.
Und Du denkst Dir: "Es ist ja so schlimm, was dieser Mensch erleiden muss,
IN DER KÄLTE DER NACHT,
IN DER KÄLTE DER NACHT."

UND DU DREHST DICH SCHNELL UM UND DU NIMMST IHN MIT NACH HAUS' ZU DIR - FÜR EINE WARME NACHT.

Schicksal tut so weh,
IN DER KÄLTE DER NACHT
sieht die schöne Welt meist anders aus,
IN DER KÄLTE DER NACHT,
wenn man keine Wohnung, keinen Euro mehr hat,
IN DER KÄLTE DER NACHT,
IN DER KÄLTE DER NACHT.

 

(Text & Musik von Gert Holle / Hamburg 1994)

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Die verrückten Weihnachtsmänner
- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

10

„Was meinst du damit, Weihnachten steht auf dem Spiel?“ fragte Rübe.
Hatschi, der kleine Stern, hatte das gesagt. Und nun wollte sie natürlich mehr darüber wissen.
Doch Hatschi enttäuschte sie: „Leider weiß ich auch nichts Genaueres. Nur daß irgendwo, irgendwie etwas Schreckliches passiert ist. Und dass überall große Aufregung herrscht. Der Rat der Sterne ist zusammengetreten und hat beschlossen, sofort einzugreifen. Wir haben den Schneemann gesehen, den Pinguin und auch euch beide. Deshalb durfte ich zu euch kommen, denn ihr kennt mich ja schon. Gemeinsam sollen wir rauskriegen, was passiert es, und versuchen, es wieder gut zu machen.“
Bärchen begann zu lachen: „Die haben gut reden - zwei Kinder, ein verrückter Schneemann, ein irrer Pinguin und ein kleiner Stern sollen Weihnachten retten. Die spinnen ja!“
„Vielleicht“, meinte Hatschi, „vielleicht auch nicht. Wer weiß, vielleicht werden gerade wir gebraucht.“
„Vielleischt, vielleischt, vielleischt!“ mischte sich der Pinguin ein. „Isch will endlisch wisschen, wo mein Schlitten ischt.“
Aber Hatschi ließ sich nicht beirren und forderte die Kinder auf, ihm ihre Geschichte zu erzählen.
Bärchen und Rübe erzählten, was sie erlebt hatten, und zeigten Hatschi dann auch die roten Teile, die sie gefunden hatten.
„Mmh“, überlegte Hatschi, „das hat sicher etwas zu bedeuten. Aber ich weiß auch hier nicht was.“
Dann erzählte Rübe ihm von ihre Idee, dass hier im Wald etwas Besonderes war.
Und Hatschi stimmte wieder zu: „Ja, gut! Das ist ja fast wie ein Puzzle. Wenn man das einzelne Teil sieht, kann man nichts damit an-fangen, aber zusammengelegt ergeben die Teile Sinn. Also los! Worauf warten wir? Gehen wir los und suchen!“
„Aber was?“ fragte Bärchen.
„Die Mitte des Waldes“, sagte Hatschi.
„Immer noch besser als hier rumzusitzen“, brummte Bärchen.
Sie brachen bald auf: Rübe, Bärchen, der Hatschi in der Hand hielt, und der Schneemann zusammen mit dem Pinguin. Beiden stritten darüber, wem der Schlitten gehören würde, wenn sie ihn gefunden hätten.
Aber ob sie einen Schlitten finden würden?

Copyright by Matthias Schwarz, Eichelstraße 30, 63667 Nidda - Nov 2013

 

 

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Autor: Gert Holle (Hamburg 1994); Grafik: Gert Holle - 10.12.2019