Mitten in der Pandemie: Neue Mikrokredite auf Lombok vergeben

Demah geht mit ihren Waren, traditionelles Gebäck und Gemüse, von Tür zu Tür Foto: GMI
Demah geht mit ihren Waren, traditionelles Gebäck und Gemüse, von Tür zu Tür Foto: GMI

Nachdem sich die Auszahlung neuer Mikrokredite auf Indonesiens Insel Lombok durch die Corona-Pandemie um mehrere Monate verzögert hat, konnte die Hösbacher Global Micro Initiative e.V. (GMI) jetzt endlich wieder Mikrokredite an Kleinunternehmer vergeben.

 

 

 

(Hösbach/Lombok/sis) - Insgesamt 7 Kleinunternehmer aus 5 verschiedenen Dörfern im Osten der indonesischen Insel Lombok sind die neuen Projektteilnehmer von GMI und ihrer indonesischen Partnerorganisation Gema Alam NTB. Sie erhielten Mikrokredite zwischen 60 € und 120 €. Auch die 50-jährige Demah aus dem abgelegenen Dorf Bebidas ist eine von ihnen. Wie viele ihrer Mit-Teilnehmer verkauft Demah ihre Produkte, indem sie ihre Waren, Cracker und traditionelles Gebäck, sowohl in ihrem Dorf als auch im Nachbardorf an den Haustüren anbietet. Zusammen mit dem Einkommen ihres Mannes, eines LKW-Fahrers, verdient die Familie etwa 150 € monatlich. Einen früheren Mikrokredit konnte Demah trotz Corona pünktlich zurückzahlen. Mit dem neuen Kredit hilft GMI der engagierten Unternehmerin, ihre Produktpalette zu erweitern, um ihren Umsatz zu steigern. Der erste Mikrokredit ist es dagegen für die 24-jährige Alviani. Die Kleinunternehmerin aus dem Dorf Rumbuk verkauft Gebäck und selbst hergestellte Corona-Schutzmasken über Social Media Kanäle in ihrem Online-Shop. Durch diesen Verkauf verdient sie etwa 70 € im Monat. Mit dem Mikrokredit ermöglicht GMI der jungen Unternehmerin, sich mehr Material und bessere Ausrüstung zu kaufen, um mehr Masken herstellen zu können.

 

“Unsere geförderten Kleinunternehmer sind umherziehende Gemüse- und Gebäckhändler, sowie stationäre Lebensmittelhändler, Verkäufer für Outdoor-Geräte oder Weberei-Produkte”, erklärt Tobias Schüßler, Gründer des Hösbacher Vereins. “Je nach Höhe des Mikrokredites haben sie zwischen 6 und 10 Monate Zeit, ihren Kredit zurückzuzahlen.” Zusätzlich zu der sonst üblichen Beratung und Schulung der Kleinunternehmer hilft GMIs Partnerorganisation aktuell auch durch Veröffentlichungen von Videos und Fotos der Kleinunternehmer, ihrer Verkaufsstände und der angebotenen Produkte in Sozialen Medien. So können die engagierten Projektteilnehmer ihre Waren an mehr Menschen verkaufen und ihren Umsatz trotz der Pandemie steigern.

 

“Während der Pandemie erlebten unsere Teilnehmer Höhen und Tiefen, mussten ihr Geschäft aber nicht schließen”, erläutert Schüßler. “Ihr Umsatz brach jedoch zum Teil sehr stark ein, da viele ihrer Kunden ihre Arbeit und dadurch ihr Einkommen verloren haben. Umso mehr freuen wir uns, dass Kleinunternehmerinnen wie Demah und Alviani sich nicht entmutigen lassen, sondern neue kreative Ideen ausprobieren.” Für den Initiator der Global Micro Initiative ist nicht nur die finanzielle Seite des Mikrokredit-Programms wichtig. “Dass unsere Partnerorganisation die Teilnehmer auch im Bereich Marketing und Werbung unterstützt, trägt mit zum Erfolg der Kleinunternehmer bei”, ist sich Schüßler sicher.