Ehrenamtlich Menschen aus der Armut helfen

„Man lernt mit der Zeit viele verschiedene Personen und deren Schicksale kennen.“

Anja Huber. Foto: Global Micro Initiative e.V.
Anja Huber. Foto: Global Micro Initiative e.V.

Es begann mit einer Informationsveranstaltung an der Hochschule Heilbronn. Seitdem ist Anja Huber Mitglied der Global Micro Initiative e.V. (GMI). Mit ihren Texten gibt die 26-Jährige aus Villingen-Schwenningen im Schwarzwald Spendern, Mitgliedern und Interessierten einen Einblick in die Situationen der Menschen, denen GMI ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen will.

 

(Hösbach/Villingen-Schwenningen/gmi) - . Flink bewegen sich Anja Hubers Finger von einem Buchstaben zum nächsten auf der Tastatur. Ihr Blick haftet konzentriert auf dem Bildschirm, während sich die weiße Fläche darauf nach und nach mit Text füllt. Neben ihrem Laptop liegen Fotos von einer asiatischen Frau, die vor einem Regal voller verschiedener Lebensmittel steht. Ebenso findet sich dort ein Formular mit Daten: „Fallnummer 2020-03“ steht in Englisch groß darüber.

 

Anja Huber ist ehrenamtliche Mitarbeiterin der Global Micro Initiative e.V. (GMI). Der Verein will Menschen in Südostasien dabei unterstützen, ein besseres und selbstbestimmtes Leben zu führen. Dazu ermöglicht er ihnen Zugang zu Mikrokrediten, Beratungen und Weiterbildungen. Genau diese Menschen will Huber durch ihre ehrenamtliche Arbeit sichtbar machen – für alle Mitglieder des Vereins, für Spender und für Interessierte.

 

 

Transparenter Einblick über Einsatz der Spenden

 

Seit Oktober 2016 schreibt die 26-Jährige aus Villingen-Schwenningen im Schwarzwald Artikel über die Mikrokreditnehmer von GMI und unterstützt dadurch die Öffentlichkeitsarbeit der Hilfsorganisation: Auf der einen Seite sollen die Spender einen tiefgründigen und transparenten Einblick über den Einsatz ihrer Spenden erhalten. Außerdem sollen sie die Menschen sowie deren Situationen und Schicksale besser kennenlernen. Auf der anderen Seite will der Verein durch die zusätzliche Veröffentlichung der Texte in regionalen Zeitungen die Öffentlichkeit über die Vereinsarbeit informieren und zusätzliche Spender sowie Unterstützer für die Organisation anwerben.

 

Aktuell arbeitet Huber an einem Text über eine philippinische Frau, die sich durch einen Mikrokredit von GMI einen eigenen Kiosk errichten konnte. „Man lernt mit der Zeit viele verschiedene Personen und deren Schicksale und Situationen kennen“, erzählt Huber und zeigt auf die Fotos mit der Frau vor dem Lebensmittelregal. „Vor allem zu wiederkehrenden Personen oder Personen mit besonders schwerwiegenden Situationen baue ich eine Beziehung auf. Daher bewegen mich alle Geschichten auf ihre eigene Art und Weise.“

 

Während ihres Studiums an der Hochschule Heilbronn lernte Huber bei einer Informationsveranstaltung über GMI die Gründer Tobias Schüßler und Marion Schwierz kennen. Das Konzept der Hilfsorganisation habe sie direkt überzeugt. „An der Arbeit von GMI als Organisation gefällt mir die offene, hilfsbereite und wertschätzende Art der Kommunikation und der, im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen, sehr transparente und verantwortungsbewusste Umgang mit den Spenden. Die Spenden werden nicht für ‚unnötige‘ Werbematerialien ausgegeben, sondern landen vollständig bei den Menschen, die sie benötigen“, so Huber.

 

„Wie mit Freunden zusammenzuarbeiten“

 

Am meisten gefalle ihr jedoch die Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern und den Partnerorganisationen. „Es ist wie mit Freunden zusammenzuarbeiten“, erklärt sie lächelnd. Durch den persönlichen Kontakt zu den Ansprechpartnern der Partnerorganisationen von GMI erhält sie alle Informationen über die Mikrokreditnehmer. Das Schreiben der Erfolgsgeschichten kann sich Huber dann selbst einteilen. „Ich wollte mich seit längerem ehrenamtlich engagieren. Für mich war jedoch wichtig, dass es ein nachhaltig gestaltetes Konzept ist, was ich durch die Idee zur Selbsthilfe und der Gestaltung eines selbstbestimmten Lebens der Mikrokreditnehmer als solches empfand. Außerdem wollte ich mich zeitlich unabhängig und persönlich einbringen können.“

 

Denn wenn Huber nicht gerade am Laptop sitzt und Artikel schreibt, arbeitet sie Vollzeit als Teamassistentin mit dem Schwerpunkt Personal in einem Seniorenheim. Den Großteil ihrer Freizeit verbringt sie mit ihrem Ehemann, ihrer Familie und ihren Freunden oder auf ihrem Motorrad. Hubers Blick wandert noch einmal über die soeben getippten Zeilen. Schließlich klickt sie auf „Speichern“ und öffnet ein neues Dokument – die nächste Erfolgsgeschichte wartet schon.

 

 

 Spendenkonto:

 

Global Micro Initiative e.V.
Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg e. G.
IBAN DE38 7956 2514 0000 4739 01
BIC: GENODEF1AB1

 

 

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Autorin: Nirawadee Fecher; zusammengestellt von Gert Holle