ZDF-Serie zum Thema

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: Einsamkeit macht krank

Einsamkeit kann dauerhaft krank machen

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer spricht in ZDF-Reihe mit Betroffenen

Serie „Leben ist mehr“ von und mit Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer zur Einsamkeit an Karfreitag / Jeder zehnte Erwachsene ist betroffen

 

 

(Bochum/pm) -  „Ich-Bezogenheit, Vereinzelung und Anonymität wird in der heutigen Gesellschaft immer mehr zum Problem“, sagt Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer. Statt miteinander zu reden starren die Menschen nur noch aufs Handy, Selfies gehören zu den beliebtesten Fotomotiven. „Jeder zehnte Erwachsene lebt mittlerweile in Einsamkeit. Das macht krank. 17 Millionen Singlehaushalte gibt es in Deutschland“, sagt Prof. Dr. Grönemeyer. In der ZDF-Reihe „Leben ist mehr“ an Karfreitag  trifft der Arzt Menschen, die sich verlassen fühlen und über ihre Einsamkeit reden wollen. Die Erstausstrahlung erfolgt am 19. April 2019 um 13.40 Uhr im ZDF.

 

Einsamkeit tritt in zahlreichen Facetten auf und die Betroffenen leiden oft im Verborgenen. 40 Prozent aller Menschen über 65 leben mittlerweile in Einsamkeit: Sie reicht von der Beziehungslosigkeit über das Alleinsein im Alter bis hin zur sozialen Isolation. Räumliche und seelische Distanz zu Familie, Verwandten und Freunden wirken sich negativ auf die Gesundheit aus, weiß Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer. „Wer einsam ist, leidet stark unter mangelnder menschlicher Nähe. Das psychische Wohlbefinden gehört zur Gesundheit dazu“, sagt Prof. Grönemeyer. Durch den Wandel des gesellschaftlichen Lebensstils hat sich der Fokus von der Gemeinschaft auf das Individuum verschoben. „Die soziale Kompetenz vom Ich zum Du zum Wir muss auch ein Thema der Medizin sein“, sagt Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer. Denn Einsamkeit macht Psyche und Körper krank, so der Arzt, „Neueste Studien belegen das – und ich bekomme das tagtäglich in meinem Institut bestätigt“.

 

Einsamkeit ist Thema der ZDF-Reihe „Leben ist mehr“ am 19. April

 

In der Sendung „Einsamkeit, was tun?“ der ZDF-Reihe „Dietrich Grönemeyer – Leben ist mehr“ thematisiert Prof. Dr. Grönemeyer an Karfreitag die Einsamkeit von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und erfährt in persönlichen Gesprächen, wie stark Einsamkeit zusetzen kann und wie damit umgegangen wird. Die alleinstehende  68-jährigen Yvonne Vorbach erzählt, dass sie sich zuhause in einem Mehrfamilienhaus allein fühlt – obwohl sie tagsüber sozial aktiv ist. Die 77-jährige Ingrid Rieper berichtet über zunehmende Einsamkeit, seit sie im Altenheim lebt und ihr soziales Umfeld verloren hat. Bei seinen Begegnungen erfährt der Arzt auch, welche Ursachen Einsamkeit haben – und welche Auswege es geben könnte. „Viele Menschen fühlen sich auch inmitten von anderen Mitmenschen, als ob sie ganz alleine auf der Welt existieren würden“, weiß der Arzt aus seinen Begegnungen mit Betroffenen. „Einsame Menschen brauchen unsere Unterstützung“. Am besten sie würden in Gemeinschaften integriert. „Chronischer Stress zum Beispiel und Seelenschmerz lassen sich in zusammen besser verarbeiten“. Bereits ein kurzes Gespräch unter Nachbarn, ein gemeinsames Käffchen oder  gar ein Lächeln können fröhlich machen – und viel Positives anstoßen.

 

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer wurde 1952 in Clausthal-Zellerfeld geboren und wuchs in Bochum auf. Er ist praktizierender Arzt, Professor em. für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke und Autor zahlreicher Bestseller. Er steht für das Teamwork der verschiedenen medizinischen Disziplinen genauso wie für die ganzheitliche Wahrnehmung von Körper, Seele und Geist. 1997 gründete der Rückenexperte das Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum. Seit Jahren ist er Vorstand des Wissenschaftsforums Ruhr e.V. Das ZDF strahlt seit 2012 viermal jährlich die Sendung „Dietrich Grönemeyer – Leben ist mehr!“ aus.