Anton Schrobenhauser-Stiftung kids to life: Mehr Zukunft für Kinder

Spendenaufruf: kids to life unterstützt syrische Waisenhäuser in der Türkei

Kinder im Sam Waisenhaus Urfa. Foto: kids to life
Kinder im Sam Waisenhaus Urfa. Foto: kids to life

(München/jp) - kids to life engagiert sich bereits seit vielen Jahren für syrische Halb-und Vollwaisen in der Türkei. Durch den langanhaltenden Krieg in Syrien sind tausende Kinder zu Waisen geworden. In der Türkei existieren zwar offiziell keine syrischen Waisenhäuser und Waisenkinder stehen dort unter der Obhut des Staates. Doch der immense Flüchtlingsandrang führt zur „Duldung“ Waisenhäuser für syrische Flüchtlinge, jedoch ohne jegliche Kontrolle seitens des Staates. Dies führt dazu, dass viele die Notlage und Hilfslosigkeit der Waisenkinder ausnutzen.

 

Aynur Gündüz, die internationale Koordinatorin von kids to life, ist nach Gaziantep (Türkei) gereist, um sich ein Überblick über die Situation zu verschaffen. Sie hat sich wochenlang mit diesem Thema vor Ort beschäftigt, viele Besuche und Kontrollgänge bei diversen Waisenhäusern gemacht, sich die einzelnen Schicksale der Kinder angehört, Ihnen Aufmerksamkeit und Trost geschenkt. Beispiele der Schicksale finden Sie in unserer Übersicht im Anhang.

 

Die Sicherheit der Waisenkinder ist katastrophal. Misshandlungen, Vergewaltigungen und Vernachlässigung sind zur grausamen Routine geworden. Auch haben sich viele radikale Akteure dem Thema Waisenkinder angenommen und versuchen den Kindern eine fanatische Weltanschauung anzuerziehen. Umso wichtiger ist es, seriös, verantwortungsbewusst und frei denkenden Einrichtungen mit voller Kraft zu unterstützen. Dazu gehören das Kareem Home und das Rainbow Center in Gaziantep von Herr Selim und Frau Yassin. Mehr zu diesen Heimen und den Hilfslieferungen in der Übersicht im Anhang.

 

Aynur Gündüz entscheidet dabei je nach Bedarf über die Form der Hilfe, um so effizient wie es nur möglich ist, helfen zu können. In ihrer Arbeit sieht sie trotz all des Elends auch Hoffnung. Sie begegnet Menschen, die aus reinster Überzeugung mit Liebe und Menschlichkeit so vielen Kindern wie nur möglich helfen, ihnen wieder Vertrauen, eine Perspektive und ein Stück ihrer Kindheit zurückgeben. Wir sind überzeugt, dass diese Generation der syrischen Kinder keine verlorene Generation sein muss. Die Waisenhäuserhäuser und Menschen wie Herr Selim und noch viele weitere, die wir in unserer langjährigen Arbeit kennenlernen durften, lassen uns auf eine bessere Zukunft hoffen.

 

Die Anton Schrobenhauser-Stiftung kids to life unterstützt die syrischen Waisenhäuser, Kinder und Familien in der Türkei und bittet daher um weitere Spenden:

"Wir brauchen dringend Ihre Hilfe, damit dieses Projekt nachhaltig weitergeführt werden kann, indem bei den Waisenhäusern eine möglichst umfassende und fortlaufende Hilfe für die Menschen vor Ort geleistet wird. Bitte helfen Sie uns bei dieser wichtigen Arbeit mit Ihrer Spende!"

Aynur Gündüz (kids to life) mit Kindern im Sam Waisenhaus Gaziantep. Foto: kids to life
Aynur Gündüz (kids to life) mit Kindern im Sam Waisenhaus Gaziantep. Foto: kids to life

Spendenkonto

 

 

Anton Schrobenhauser-Stiftung kids to life

 

Spendenzweck: Syrien

 

Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg

 

Kto. 9 97 88 00                                              BLZ 702 501 50

 

IBAN DE50 702 501 50 000 997 88           BIC BYLADEM1KMS

 

 

Unterstützte Einrichtungen

  • Kareem Home Gaziantep: ausschließlich Vollwaisen - 45 Kinder
  • Sam Waisenhaus Gaziantep: Halb- und Vollwaisen - 165 Kinder und Mütter
  • Sam Waisenhaus Urfa: Halb- und Vollwaisen - 43 Kinder und Mütter
  • Rainbow Center Gaziantep: Straßenkinder/Bettler -  56 Kinder aktuell

 

Kareem Home

 

Das Kareem Home hat sich auf die schwierigsten Fälle konzentriert. Durch ein Netzwerk von Freunden und Bekannten ist es ihnen möglich, über furchtbare Schicksale von Kindern informiert zu werden und sie aus ihrer Hölle zu befreien. Die internationale Koordinatorin von kids to life, Aynur Gündüz, hat alle Kinder der Einrichtung kennengelernt und mit einigen über ihre Geschichte reden können.

 

* Leyla

 

Das jüngste Kind war knapp zwei Jahre alt, ein hübsches und liebes Mädchen, das von ihrer eigenen Großmutter verkauft wurde. Als Bekannte in der Stadt Mersin davon erfuhren, verständigten sie sofort das Kareem Home. Heute lebt Leyla in einem geschützten und liebevollen „Zuhause“, jedoch hätte sie wie viele andere Kinder auch in falsche Hände geraten können. 300,- Dollar ist wohl der Preis für ein kleines Leben...

 

 

Aylin

 

Aylin (14 Jahre) und ihre Zwillingsschwester Amena wurden in Syrien zu Vollwaisen. Die Großeltern, die selber zu alt für die Flucht waren und für die kleinen Mädchen in dem Kriegsland nicht sorgen konnten, schickten die beiden Mädchen mit Verwandten auf die Flucht in die Türkei. Die ersten Monate konnten sie bei den Verwandten leben, aber aufgrund der Armut konnten die beiden Mädchen nicht mehr bei der Familie bleiben und mussten zu einer entfernten Tante ziehen. Amena ist die zerbrechlichere der Zwillingsschwestern, zu zart und sensibel für das, was sie bereits erleben mussten.

 

Sehr bald vergriff sich der Onkel an Amena. Sie wurde Opfer von regelmäßigen Vergewaltigungen durch den Onkel. Verängstigt und bedroht konnte sie nicht zur Polizei gehen. Die Schwester hält es nicht mehr aus und erstattet Anzeige bei der Polizei. Die Mädchen kamen in ein Waisenhaus. Doch schon bald ging die Hölle für Amena wieder los. Sie wird vom Koch des Waisenhauses vergewaltigt. Wieder ist es Aylin die ihre Schwester beschützen möchte vor diesen grausamen Taten. Als die Tat durch die Verständigung durch Aylin bei der Polizei ans Tageslicht kommt, wird der Koch lediglich entlassen, und zu unserem absoluten Unverständnis auch Amena.

 

Kurze Zeit drauf erfährt Kareem Home von dem Schicksal der Zwillingsschwestern, für Aylin gerade noch rechtzeitig, für Amena längst zu spät. Amena lebt heute in Istanbul und wird zur Prostitution gezwungen. Aylin´s Wunden werden niemals ganz heilen, aber durch die liebevolle Versorgung im Kareem Home hat sie wieder Hoffnung auf ein besseres Leben.

 

 

Ahmed

 

Ahmed, 12 Jahre, lebt nun schon seit zwei Jahren im Kareem Home. Nur sehr langsam fasst er wieder Vertrauen in die Menschheit. Als er von Aynur Gündüz gefragt wurde, an was er sich in Syrien am stärksten erinnert, war die Antwort zerschmetternd. Der verbrannte Fleischgeruch seiner Freunde. Sie hatten draußen Ball gespielt, als eine Bombe einschlug und seine Freunde vor seinen Augen bei lebendigem Leibe verbrannten. Die kleine Familie floh daraufhin in die Türkei. Die Mutter erkrankte ziemlich bald an Krebs und verstarb. Der Vater hielt den Schmerz über den Verlust und das Erlebte im Krieg, die Aussichtslosigkeit in dem Fluchtland nicht aus und ging zurück nach Syrien. Der kleine Ahmed musste von nun an bei Verwandten leben. Bald gingen die Misshandlungen und Vergewaltigungen durch den Onkel los. Irgendwann hielt er es nicht mehr aus. Er versuchte mit seinen zarten 10 Jahren über die Öncüpinar Grenze nach Syrien zu entkommen, um sich als lebende Bombe in die Luft sprengen zu lassen. Ahmed ist heute auf dem besten Wege wieder Vertrauen zu fassen. Er ist ein zurückhaltender Junge, der wieder Interesse an kindlichen Freuden empfindet. Man spürt wie unendlich dankbar und verbunden er sich den Einrichtungsleitern und seinen „Geschwistern“ fühlt.

 

Im Kareem Home wachsen die Kinder alle gemeinsam als Geschwister auf. Man will ihnen das Gefühl von Familie zurückgeben. Wie wir sehen und spüren konnten, sehr erfolgreich. Das Gebäude hat ca. 12 Apartments. Drei, oder vier Kinder leben in einem Apartment mit einer Betreuerin „Mutter“ zusammen. Es wird gekocht, gespielt, gelernt, geredet, wie in einer normalen Familie. Die Betreuerin lebt sechs Tage die Woche mit den Kindern gemeinsam in diesem Apartment. Im Gebäude gibt es Gemeinschaftsräume wie Lernzimmer, Spielzimmer und ein Aufenthaltsraum. Voller Liebe und Aufmerksamkeit wird den Kindern ein geschützter Raum geboten, in der sie wieder Kind sein dürfen.

 

 

* Aus Respekt zu den Kindern wurden die Namen geändert. Aus selbigem Grund haben wir diese Kinder auch nicht fotografiert.

 


Rainbow Center

 

Eher zufällig wurden wir auf die Einrichtung „Rainbow Center“ aufmerksam. Diese Einrichtung hat sich auf Straßenkinder und Kinder fokussiert, die aufgrund der Armut von den Eltern zum Betteln geschickt werden. Leider kann man zum Teil diese Handlung der Eltern verstehen, es geht um das nackte Überleben, sie sind vollkommen auf sich selbst gestellt, bekommen keinerlei Unterstützung, wohnen in Garagen ohne jegliche Heizmöglichkeit, sanitäre Anlagen, Wasser.... Oftmals bleibt ihnen tatsächlich nichts anderes übrig als die eigenen Kinder zum Betteln zu schicken.

 

 

Das Rainbow Center besteht hauptsächlich aus ehrenamtlichen Helfern, das angemietete Gebäude in einem alten Stadtviertel von Gaziantep ist ein alter Bau ohne Isolation, Heizung, oder trinkbarem Wasser. Die freiwilligen Helfer sprechen gezielt Bettler und Straßenkinder an und versuchen sie in langen Gesprächen davon zu überzeugen sie ihren Eltern vorzustellen bzw. die Einrichtung aufzusuchen. Den Eltern werden die Vorteile der Einrichtung nahegebracht und bei erfolgreicher Arbeit kommen die Kinder vormittags von 8 – 13 Uhr zum Rainbow Center. Dort erwartet sie eine Mahlzeit am Tag und eine Art Resozialisierung. Den Kindern wird ein sehr schlichter aber geschützter Rahmen geboten, in der sie langsam auf die Schule vorbereitet werden. Natürlich sind viele schwierige Kinder dabei, aber mit Geduld und viel Liebe schaffen es die vielen ehrenamtlichen Helfer, den Kindern viel beizubringen.

 

 

Herr Selim, der Einrichtungsleiter, ist ein warmherziger und sehr bescheidener Mensch. Trotz dem äußerst baufälligen Zustand des Gebäudes und für jeden ersichtlich, dass es an Allem mangelt, war seine Antwort auf die Frage, was sie denn alles brauchen: „Winterjacken für die Kinder wären so gut. Sonst brauchen wir nichts. Vielen, vielen Dank.“ Ein Mann, der seine Güte und Barmherzigkeit den Kindern weitergibt. Trotz des ärmlichen Zustands war es ein Ort des Friedens, der Harmonie und Liebe.

 

 

Wir haben das Rainbow Center mit Winterjacken, Winterstiefel, Heizungen, Schulmaterial, Lebensmittelpakete für alle Kinder und pädagogischem Spielzeug ausgestattet. Wir hoffen, dass wir ihnen weiterhin helfen können und das heruntergekommene Gebäude mit einfachen Mitteln renovieren können.

 

 

Liste der Hilfsgüter im Herbst/Winter 2017

 

Winterjacken

 

Winterstiefel

 

Schal, Mütze, Handschuhe

 

Rollstühle (Verteilung in Kilis)

 

Lebensmittelpakete (teilweise für die Kinder im Rainbow Center und zur Verteilung in den Slums in Kilis)

 

Wasserreinigungsmaschinen

 

Heizungen

 

Kühlschränke

 

Waschmaschinen

 

Küchenset (16teilig)

 

Besteck (4teilig)

 

Gläser

 

Plastikgläser

 

Teppiche

 

Kissen

 

Malbücher

 

Märchenbücher

 

Malset

 

div. Hygieneartikel

 

div. pädagogisches Spielzeug

 

Kinder bei der Verteilung von Wintersachen im Rainbow Center in Gaziantep. Foto: kids to life
Kinder bei der Verteilung von Wintersachen im Rainbow Center in Gaziantep. Foto: kids to life

Mehr zu kids to life:

 

 

Die Anton Schrobenhauser-Stiftung kids-to-life engagiert sich seit ihrer Gründung 2003 national und international für benachteiligte Kinder und leistet humanitäre Hilfe vor Ort. Dazu gehört auch die Lieferung von Überlebenspaketen in Krisenregionen: Jährlich werden über 4.000 Pakete an notleidende Kinder in Syrien verteilt. Verschiedene Bildungsprojekte und die gezielte Untersützung von Waisenkindern sind weitere wichtige Projekte der internationalen Hilfe von kids to life.

 

Unter kids-to-life.de erfahren Sie alles über die Hilfsprojekte, regelmäßige Updates gibt es auf facebook.com/KIDSTOLIFE.

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Autor: kids to life - zusammengestellt von Gert Holle - 21.12.2017