Filmpreis für Menschenwürde und Zivilcourage

WHAT YOU GONNA DO WHEN THE WORLD’S ON FIRE? gewinnt FRITZ GERLICH FILMPREIS 2019

Fotos: Fritz Gerlich Preis

(München/ks) - Gestern Abend wurde im Rahmen des Filmfests München der 8. Fritz Gerlich Preis verliehen. Es ist bisher der einzige deutsche katholische Filmpreis.

 

Der Fritz Gerlich Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der TELLUX Beteiligungsgesellschaft mbH München gestiftet, in Kooperation mit der Erzdiözese München und Freising und dem Internationalen Filmfest München.

 

In diesem Jahr waren drei Filme für den Fritz Gerlich Preis nominiert:

 

THE DAY I LOST MY SHADOW von Soudade Kaadan

 

WHAT YOU GONNA DO WHEN THE WORLD’S ON FIRE? von Roberto Minervini

 

 

STERNE ÜBER UNS von Christina Ebelt

 

Die Jury hat WHAT YOU GONNA DO WHEN THE WORLD’S ON FIRE? mit dem Fritz Gerlich Preis ausgezeichnet. Der Filmpreis wurde in der Allerheiligen-Hofkirche in der Residenz von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx an den Produzenten Paolo Benzi überreicht, die Laudatio hielt Emily Atef.

 

 

WHAT YOU GONNA DO WHEN THE WORD’S ON FIRE?

 

von Roberto Minervini

 

Eigentlich sollte WHAT YOU GONNA DO WHEN THE WOLRD’S ON FIRE? ein Dokumentarfilm über die Musik der 1930er Jahre in Louisiana werden. Als Regisseur Roberto Minervini jedoch erfuhr, wie häufig junge Afro-Amerikaner von Polizisten und dem Ku Klux Klan getötet wurden, orientierte er sich neu und fokussierte sich in seinem in Schwarz-Weiß gedrehten Film auf diverse Protagonist*innen.

 

Auszug aus der Jurybegründung: Der ganz in schwarz-weiß gehaltene Film besticht durch seine geschlossene Ästhetik und Dramaturgie. Er fesselt den Zuschauer und irritiert ihn auf produktive Weise: Die Schwarz-Weiß-Bilder suggerieren zunächst den Blick in die Vergangenheit früherer, überwundener Rassenkonflikte und machen schon im nächsten Moment deutlich, dass das Gezeigte unmittelbare Gegenwart ist: Mitten in Amerika, aber auch mitten in unserer Gesellschaft. Die Eindringlichkeit, mit der der Film die Verletzlichkeit des Einzelnen, die Fragilität unseres Lebens und unserer Gesellschaft und die Bedrohung der Menschenwürde vor Augen führt, verdient nach Auffassung der Jury die Auszeichnung mit dem Fritz Gerlich Preis.

 

Eine weitere Vorstellung findet im Rahmen des Filmfests München am Donnerstag, 4.7.19, 20.30 Uhr, HFF Kino 2, statt.

 

Im Rahmen der Preisverleihung wurde auch der Transmediapreis verliehen, dessen Thema in diesem Jahr „Wie wir in Zukunft leben wollen“ war. Folgende Projekte werden ausgezeichnet:

 

1. Platz:      Jennifer Beitel, Bahar Bektas, Markus Traber für KAI

 

2. Platz:      Paula Redlefsen für 400 STUNDEN

 

3. Platz:      Alexander Herrmann, Thomas Bernhardt, Burkhardt Schütz für FUTURE DIARIES

 

Der Fritz Gerlich Preis zeichnet ein Werk des zeitgenössischen Spiel- und Dokumentarfilms aus. Inhaltlich greifen die jeweils ausgezeichneten Werke in couragierter Weise ein Thema auf, das publizistischen Niederschlag erfahren hat. www.fritz-gerlich-filmpreis.de

 

Die TELLUX Beteiligungsgesellschaft mbH, deren Mehrheitsgesellschafter deutsche Bistümer sind, entwickelt und produziert über ihre Tochterunternehmen Werte vermittelnde Programme im linearen und non-linearen Bewegtbildbereich, darunter insbesondere TV- und Kinofilme.

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Autorin: Kathrin Stammen / Cinemaids; zusammengestellt von Gert Holle - 2.07.2019