Predigt am Sonntag "Exaudi" - 13.5.2018

Foto: Thomas Philipp
Foto: Thomas Philipp

 

 

Textlesung: Jer. 31, 31 - 34

 

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: "Erkenne den HERRN", sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

 

Liebe Gemeinde!

 

In manchen mutlosen Stunden meine ich ja auch, dass ich mir nur etwas vormache! Aber dann kommen auch wieder Zeiten, Tage, Wochen gar, da bin ich ganz sicher: Gott hat längst angefangen, so an uns zu tun, wie es hier beschrieben ist: "Ich will einen neuen Bund schließen"; "ich will mein Gesetz in ihr Herz geben", "es wird keiner den andern lehren, sondern sie sollen mich alle erkennen". Und Gott sei Dank stimmt auch - seit Karfreitag - der letzte Satz dieser Verse: "Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken."

 

Ich kann mir vorstellen, dass Sie das anders sehen. Zunächst wahrscheinlich haben Sie noch gar nicht recht begriffen, worum es mir geht. Darum noch einmal: Ich glaube, Gott schließt auch in diesen Tagen immer wieder neu einen Bund mit seinen Menschen. Er sagt sein Gesetz in unser Herz und wir bedürfen im Grunde keiner des anderen Unterweisung. Gott spricht persönlich - mit jedem von uns. Und er lässt all unsere Fehler und Sünden vergessen sein - um Christi willen.

 

Gut, sagen sie jetzt vielleicht. Aber was heißt das? - Nun, es würde das Ende unseres Lamentierens bedeuten. Sie wissen ja, wie ich auch, dass wir diese Welt heute als einen bösen und ziemlich gottverlassenen Ort ansehen. Haben sie nicht erst neulich gesagt: "Es wird immer schlimmer!" Und denken Sie nicht im tiefsten Grunde ihres Herzens auch oft, dass diese Zeit schnurstracks auf das Ende zuläuft? Und habe ich nicht erst neulich so gesprochen: "Wir erleben in unseren Tagen einen Verfall aller Werte, die noch vor wenigen Jahren gegolten haben. Wo soll das nur hinführen?"

 

Wenn die Verse von heute gelten, dann ist all dieses Denken verkehrt und nicht im Sinne Gottes! Denn er will einen Bund mit uns schließen. Er will uns nicht fallen lassen. Er nimmt uns an der Hand und hält uns. Wir sollen sein Volk sein und er will unser Gott sein. -

 

Aber nun noch einmal die Rückfrage: Stimmt das wirklich? Gilt uns dieses Wort? Ist das nicht ein sehr altes Stück des Prophetenbuchs "Jeremia" in eine ganz andere Zeit hineingesagt und an ganz andere Leute?

 

Das letzte zuerst: Natürlich sind die Worte sehr alt. Natürlich hat Jeremia sie an ganz andere Menschen gerichtet. Und natürlich war die Zeit eine andere. Das aber trifft auf alle Texte der Bibel zu. Wie schon unsere Konfirmanden wissen, sind ja die neutestamentlichen Stücke vor bald 2000 Jahren niedergeschrieben. Die Jeremiaverse von heute sind sogar noch 600 Jahre älter.

 

Aber fragen wir so bei anderen Texten? Glauben wir nicht, dass unser Leben wie das aller Menschen aus Gottes Hand hervorgegangen ist - auch wenn die biblische Geschichte dazu schon vor 3 1/2 Jahrtausenden erzählt wurde? Stört uns das Alter bei der wunderbaren Geschichte von Jesu Geburt? Ist uns je in den Sinn gekommen die Worte Jesu anzuzweifeln, nur weil er sie in eine ganz andere Zeit hineingesagt hat und weil die Menschen damals auch noch anders lebten als wir heute?

 

Was ich sagen will: Wir haben es bei den Versen der Bibel mit Worten zu tun, die zwar die Farben, die Formen und die Bilder ihrer Zeit tragen, die aber doch auch zeitlos sind: Immer schon ist und war Gott der Schöpfer und Erhalter des Lebens. Immer schon ist er die Liebe. Immer schon wollte er die Menschen über dieses kleine irdische Leben hinausführen in die Weite eines ewigen. Immer schon legt Gott uns nicht fest auf das, was wir bis heute waren, sondern gibt uns die Chance zu werden, was wir in seinen Augen schon sind.

 

Und so gelten auch diese Worte - die schon den Menschen vor bald 3000 Jahren gegolten haben - auch für uns, für heute: Ich will einen neuen Bund mit euch schließen, ich will euch nicht fallen lassen, ich will euch vergeben, ihr sollt mich erkennen... - Aber was sieht man davon? Woran erkennen wir, dass es wahr ist?

 

Weil das, wie ich glaube, eine sehr persönliche Sache ist, will ich persönlich reden: Ich habe ja jetzt schon zweimal gesagt, wie ich mich manches Mal fühle und wie auch ich oft rede: Gar nicht hoffnungsvoll! Vielmehr auch deprimiert und mutlos, so als stünde das Weltende unmittelbar bevor. Dann aber - ich weiß nicht wie und woher - kommt wieder eine unbändige Zuversicht in mein Herz, eine gewisse Hoffnung, ein fester Glaube, eine alles überwältigende Freude...

 

Da spüre ich, dass es stimmt: Gott schließt einen Bund mit mir. Er schweigt nicht. Er redet und handelt an mir, mit mir und hoffentlich auch durch mich an anderen. Das sind Stunden, in denen ich Gott erkenne, Tage, an denen ich genau weiß: Gott ist in der Nähe, nur eine ausgestreckte Hand weit... Er hat einen Bund mit mir geschlossen - und er bricht ihn nicht! Mir kann nichts geschehen.

 

Wie geht es Ihnen damit? Haben Sie Ähnliches schon erlebt?

 

Bestimmt würden jetzt manche von Ihnen antworten: Genauso ist es auch mir schon oft gegangen. Einige freuen sich jetzt vielleicht sogar, dass ich einmal ausgesprochen habe, wie es auch ihnen immer wieder geht. Denn das sind wunderbare Erfahrungen, von denen man einfach reden muss!

 

Aber es gibt hier auch die anderen. Denen ist noch keine Erfahrung der Nähe Gottes geschenkt worden - wie sie sagen würden. Ich halte dagegen: Vielleicht wart ihr auch nicht aufmerksam genug? Oder ihr habt nicht begriffen, von wem der Wink kam, die Hilfe, der Trost, das Lächeln nach den Stunden der Angst und der Sorge. Wir schreiben uns ja so gern alles selbst zu - besonders natürlich das Gute, wenn es aufwärts geht nach schwerer Zeit und wir "unser Leben wieder in den Griff bekommen", wie wir dann sagen. Aber das ist Gott, wenn wir aufatmen können. Das ist sein Wirken, wenn wir trotz aller bösen Gedanken wieder zum Lachen finden. Da berührt uns sein guter Geist, wenn die Wolken über unserem Kopf sich verziehen und die Sonne wieder durchbricht.

 

Ich bin fest überzeugt, liebe Gemeinde, bald täglich streckt Gott jedem von uns seine Hand hin, dass wir einschlagen und den Bund mit ihm schließen, den er uns hier anbietet: Dass er für uns sorgt und wir ihm vertrauen. Und wir haben ihn schon erkannt oder doch zumindest geahnt, dass er es ist, der sich an uns und unserem Schicksal offenbart hat. Gehen wir doch einmal in uns und betrachten wir ganz nüchtern und mit der angemessenen Demut unser Geschick: Was soll Gott uns denn noch alles schenken, dass wir es begreifen: "Ich will einen Bund mit euch schließen; ihr sollt mich erkennen; ihr müsst nicht einer den anderen belehren, denn ich will euch selbst alles Nötige ins Herz geben..." Reicht es noch nicht, dass wir im Wohlstand leben dürfen, noch - unserem jeweiligen Alter entsprechend - einigermaßen gesund sind, es uns an nichts fehlt, wir doch jeden Luxus haben und schon so lange Frieden und dann die Aussicht eines Lebens nach diesem... Was soll Gott uns denn noch tun?

 

Wenn wir einmal von daher schauen, erscheint da nicht alles, was wir an dieser Zeit und ihren Menschen beklagen, in einem anderen Licht: Die Bosheit, der Verfall der Werte, die schlimmen Entwicklungen... Wohlgemerkt: Das ist nicht aufgehoben durch diese andere Sicht. Aber es ist nicht mehr alles, was wir wahrnehmen. Auf der anderen Seite gibt es auch die Hilfe Gottes, seinen Beistand, deutliche Bewahrungen, sein Wort, das uns trifft...alles das, was seinen Bund mit uns ausmacht. Gottlos jedenfalls, wie wir schon manchmal dachten, gottlos ist diese Welt nicht! Und hoffnungslos ist sie von daher auch nicht. Vielmehr gilt es uns, wie es schon vor drei Jahrtausenden gegolten hat und wie es immer gelten wird, so lange Menschen auf dieser Erde wohnen:

 

"Ich will einen Bund mit euch schließen. Ihr sollt mich erkennen, klein und groß. Ich will mein Wort in euer Herz und euren Sinn schreiben. Ich will euch vergeben und eurer Sünde nimmermehr gedenken." - Welch eine Chance gibt uns Gott - immer wieder!

 

Vielleicht müssen wir wirklich ein wenig genauer auf seine Zeichen achten, auf die Taten, die er uns täglich tut und auf die Worte, die er in unserem Leben spricht!? AMEN

 

 


Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Thomas Philipp - 8.05.2018

     


Predigt am Pfingstsonntag - 20.5.2018

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

 

 

 

Liebe Gemeinde!

 

Pfingsten ist so ein Fest... Wenn wir ehrlich sind, dann haben wir mit ihm unsere Schwierigkeiten! Da ist es mit Weihnachten doch ganz anders! Da liegt ein kleines Kind in der Krippe. Da wird ein Mensch aus Fleisch und Blut geboren. Da geschieht etwas. Da sieht man und hört man etwas.

 

Auch mit Ostern ist das deutlich besser. Erst stirbt einer am Kreuz. Dann finden die Frauen am Ostermorgen ein leeres Grab vor. Wenn wir dazu sicher auch viele Fragen haben - da entstehen doch Bilder vor unserem geistigen Auge, da kann die Phantasie arbeiten und sich etwas dazu vorstellen.

 

Aber an Pfingsten? - Wie kann man sich dazu ein Bild machen? Der "Heilige Geist" ist doch unsichtbar. Gewiss, Menschen haben versucht auch diesen Geist Gottes darzustellen...die Taube (auf vielen Taufbecken) oder auf vielen Bildern: Feuerflämmchen auf den Köpfen der Jünger... Aber wissen Sie! Es bleibt doch schwierig. Vielleicht liegt darin ja auch der Grund, warum die Christen unserer Tage an Weihnachten und Ostern noch viel zahlreicher zur Kirche kommen, als etwa heute!?

 

Wenn Sie jetzt noch den Predigttext für diesen Pfingstsonntag hören, werden Sie sicher noch einmal in diesem Denken bestätigt - und mir ging es genauso: Man versteht auch hier nicht viel. Auf Anhieb schon gar nicht. Aber so zwei, drei Gedanken sind schon drin, über die es sich zu reden und nachzudenken lohnt. Aber hören wir zunächst diesen etwas schwierigen, rätselvollen Text zu Pfingsten:

 

Textlesung: 1. Kor. 2, 12 - 16

 

Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist.

 

Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.

 

Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt.

 

Denn "wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen"? Wir aber haben Christi Sinn.

 

Wenn man das so hört, liebe Gemeinde und wenn da dann doch wenigstens hängenbleibt, dass es geistliche und natürliche Menschen gibt, dann könnte man schon auf den Gedanken kommen, dass wir vielleicht unsere Schwierigkeiten mit Pfingsten und diesen Versen von daher haben, dass wir halt keine geistlichen Menschen sind! Hätten wir von diesem Fest und diesen Paulusworten sonst nicht mehr verstanden? Der natürliche Mensch vernimmt ja - wie es hier heißt - nichts vom Geist Gottes. Der geistliche Mensch aber kann alles beurteilen. Ja, ob das der Grund ist, warum wir so wenig von diesen Gedanken verstehen, dass wir eben nicht geistlich genug sind?

 

Aber wenden wir uns dem zu, was wir verstehen: "Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist."

 

Für mich ist das der wichtigste Satz in diesen Versen. Und den kann man auch begreifen! Ja, man kann geradezu den ganzen guten Sinn von Pfingsten daran deutlich machen und das will ich jetzt versuchen: Der Geist aus Gott sagt uns, was uns von Gott geschenkt ist! Der Heilige Geist lehrt uns begreifen, was wir an und mit Gott haben. Und noch einmal anders ausgedrückt: Bei uns kann es Pfingsten werden, wenn wir verstehen, dass wir nicht in dieser Welt und ihren Dingen aufgehen, sondern in unserer Beziehung zu Gott. Dadurch nämlich werden wir geistliche Menschen.

 

Nun ist das immer noch sehr wenig plastisch. Vorstellen kann man sich dazu nicht viel. Das soll jetzt besser werden:

 

Wir denken uns einmal einen Menschen aus unseren Tagen - nicht besonders reich, aber auch nicht arm - einen Menschen wie wir. (Ja, dieser Mensch, das könnten geradezu wir sein!)

 

Dieser Mensch hat sein Haus, seinen Garten, sein Auto, seine Arbeit... Sein Leben ist durch Besitz und Konto gesichert und von den äußeren Voraussetzungen her, schön und gut zu nennen. Es fehlt an nichts. Doch halt, es fehlt an fast nichts, denn an dem Wissen fehlt es bei diesem Menschen, dass er alles, wirklich alles, was er ist und hat, seinem Gott verdankt. Dieses Wissen hat er nicht!

 

Nun könnte man dazu meinen: Das ist doch nicht so schlimm. Und ich möchte das jetzt auch nicht als schlecht oder verwerflich bezeichnen. Aber ich möchte ganz nüchtern zeigen, was von daher in diesem Leben geschieht und an Fragen und Problemen aufkommt - und das ist eine ganze Menge:

 

Zuerst einmal lebt dieser Mensch eben nicht so "sicher", wie es von außen her den Anschein hat. Sein Hab und Gut kann ja durch irgendwelche Umstände verlorengehen oder aufgezehrt werden. Er müsste ja nur krank werden oder pflegebedürftig. Dadurch kann einer ja heute leicht von Haus und Hof und jeglichem Besitz kommen. Dieser Mensch lebt also in einer ständigen Angst um sein Leben, um seine Zukunft. Er versucht diese Angst zwar nach Kräften zu unterdrücken und zu verdrängen, deswegen schlägt er auch so gern mit Nichtigkeiten und billiger Zerstreuung seine Zeit tot - dass nur ja diese Angst nicht wieder nach ihm greift und ihre Macht über ihn ausübt und ihn beherrscht. Aber es ist auf Dauer ein aussichtsloser Kampf. Das weiß er insgeheim.

 

Überdies fehlt ihm auch der Sinn im Leben. Wenn er sich fragte, wofür er eigentlich da ist, dann müsste er gestehen: "Ich weiß es nicht." Er würde das nicht sagen, aber er müsste es, wenn er ehrlich wäre. Und ganz gewiss kommt das von dem anderen her: Dass er eben nicht weiß, dass er sein Leben und alles andere von Gott geschenkt bekommen hat. Denn in diesem Wissen läge ja auch der Sinn des Lebens beschlossen: Wenn Gott mir das Leben schenkt, dann hat er doch auch eine Absicht damit und ein Ziel! Dann ist eben einmal nicht alles aus, sondern bei Gott bewahrt in Ewigkeit.

 

Eine dritte Schwierigkeit dieses Menschen - um nur noch diese zu nennen - er kennt die Freude nicht und nicht das leichte, unbeschwerte Glück. In alles, was ihm geschieht und was er genießt ist der bittere Wermut gemischt, dass es nicht von Dauer sein kann, dass es schließlich dem Vergehen, dem Zerfall, dem Tod anheimfallen wird. Seinem Haus wird es so gehen, all seinen Sachen, und seinem Leben selbst ja auch. Das ist wie ein dunkler Schatten hinter seinen äußerlich lichten Tagen.

 

Soweit dieser Mensch. Hören wir jetzt von einem zweiten Menschen. Ihn näher zu beschreiben, können wir uns sparen, denn er ist dem ersten sehr ähnlich, er könnte geradezu sein Zwilling sein, wenigstens was das betrifft, was unsere Augen von außen an ihm sehen. Aber jetzt wird es ganz anders, wenn wir nämlich tiefer blicken: Der zweite Mensch hat, was Paulus so ausdrückt: "Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist."

 

Er weiß also, dass er selbst und alles aus Gottes Hand herkommt. Das bestimmt sein Leben. Das prägt ihn in seinem Denken, Reden und Handeln. Er ist ein dankbarer Mensch. Er sagt Gott seinen Dank auch im Gebet - jeden Tag! Und von daher kommt dann auch die Kraft, die Ängste des Lebens, die auch er kennt, zu besiegen - eben nicht nur zu verdrängen. Er würde das so ausdrücken: "Zuletzt hat mein Gott mich in seiner Hand. Aus der bin ich schon hervorgegangen bei meiner Geburt und in die werde ich einmal fallen, wenn ich sterbe." Das nimmt die Angst. Das ist wirklicher Trost. Und einen Sinn sieht dieser Mensch auch in seinen Tagen: Nämlich dieses Leben und alle seine Gaben mit anderen zu teilen, in ihm die Aufgaben Gottes und den Plan zu entdecken und nach Kräften zu erfüllen. Und Freude, Glück, Zufriedenheit...alles das ist auch da! Ja, er würde sich einen glücklichen, begnadeten Menschen nennen! Und mehr als das, muss doch keiner werden! Oder?

 

Liebe Gemeinde, wenn nun der Sinn der Paulusworte heute wäre: Uns die Frage zu stellen, welchem Menschen wir gleichen? Ja, ob er das nicht meint mit dem natürlichen Menschen und dem geistlichen? Und ob nicht vielleicht darin aller Sinn von Pfingsten beschlossen ist, dass uns Gottes Geist zu solchen geistlichen Menschen macht?

 

"Wir haben den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist." Wenn es heute auch nur damit anfinge bei uns, dass wir dies erkennen: Alles sind und haben wir aus Gott! Ich glaube, das würde ein herrliches, ein gesegnetes Pfingstfest für uns. Denn damit hätten wir die besten Voraussetzungen für ein geistliches Leben, ein Leben ohne Angst, mit Sinn und Ziel und mit Glück und Zufriedenheit.

 

Liebe Gemeinde, ich wünsche Ihnen von Herzen ein solches Pfingsten! Ich wünsche Ihnen, dass sie - wie an Weihnachten und Ostern - etwas sehen, sich vorstellen und erleben können: Den guten Geist Gottes, der sie erneuert und froh macht, der ihnen vor allem diese Gewissheit schenkt und erhält: Wir leben aus Gott und alles was unser Leben ausmacht, kommt und ist aus ihm.

 

Frohe Pfingsten! AMEN

 

 


Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Gert Holle- 8.05.2018

 

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