Predigt am 19. So. nach Trinitatis - 7.10.2018

Foto: Horst Guist
Foto: Horst Guist

Textlesung: Jak. 5, 13 - 16

 

Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

 

 

Liebe Gemeinde!

 

Wir wollen uns da nichts vormachen: Diese Anweisungen erscheinen uns doch ziemlich fremd. Dem ersten Teil können wir ja noch folgen, aber dem zweiten? Warum sollten wir nicht für uns beten, wenn wir leiden oder krank sind? Warum nicht Psalmen singen, wenn uns nach Freude und Dank zumute ist?

 

Aber "die Ältesten zu uns rufen" - bei uns also die Kirchenvorsteher oder Kirchenvorsteherinnen - damit sie uns salben und über uns beten...? Damit haben wir doch unsere Schwierigkeiten! Und umgekehrt: Wer von uns würde da so gern hingehen, wenn er zur Salbung eines Kranken und zum Gebet über ihm gerufen würde? Nein, dazu haben wir einfach keinen Bezug. Das Beten über Kranken oder gar Sterbenden überlassen wir gern den PfarrerInnen und Priestern - die katholischen Geistlichen mögen sogar noch die Krankensalbung vornehmen, aber wir doch nicht.

 

Wir wollen uns jetzt gar nicht damit aufhalten, dass wir uns fragen, warum wir Hemmungen haben, anderen Menschen so nah zu kommen, warum wir das einfach nicht mehr fertigbringen: Uns ans Krankenbett des Nachbarn zu stellen, um für ihn zu beten. - Wir wollen das wahrnehmen: So ist es. Wir sind gehemmt. Wir können das nicht.

 

Wir wollen aber auch das sehen und aussprechen, was wir doch in unserem Herzen empfinden: Schön wäre es schon, wenn wir es könnten! Schön und sehr hilfreich, wenn wir über anderen beten könnten und auch, wenn über uns gebetet würde, wenn wir schwer krank darniederliegen. Denn es ist etwas anderes, einem Menschen nur "Gute Besserung" sagen, oder für ihn beten. Und es macht einen Unterschied, ob ich nur an seinem Sterbelager stehe, oder ob ich für ihn die Hände falte und ihm den Trost meines Gebets schenke.

 

Aber wie kommen wir hier weiter? Wir können es nicht und sollen es doch. Wir bringen es nicht fertig und es wäre doch gut, hilfreich und wichtig für uns, für andere.

 

Liebe Gemeinde, ich möchte ihnen einmal eine kleine Geschichte erzählen, die hat sich wirklich in einer Kirchengemeinde so zugetragen. Sie ist nicht weltbewegend und gibt doch einen wichtigen Hinweis, wie wir vielleicht auch hier weiterkommen könnten:

 

Es ist der Pfarrer dieser Gemeinde gewesen, der es eingeführt hat. Bei allen Geburtstagen hat er nicht nur die bekannte Formel gesagt: "Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!" Sondern er hat immer etwas davorgesetzt, nämlich dies: "Ich wünsche Ihnen vor allem Gottes Segen!" - Wie gesagt, nichts Besonderes, gerade für einen Pfarrer nicht. Bei ihm wird ja sicher keiner sagen, dass er damit fromm tun will oder dass es übertrieben wäre, wie er gratuliert. Die Geschichte geht aber nun so weiter: Nach und nach, im Laufe von einigen Jahren haben sich auch viele andere diesen Segenswunsch zu Eigen gemacht. Immer mehr Menschen aus dieser Gemeinde sprechen das, wenn sie zu einem Geburtstag gehen, heute auch aus: "Ich wünsche dir Gottes Segen!" Und sie machen sehr schöne Erfahrungen damit. So hat neulich ein Lehrer aus dieser Gemeinde, als er in der Schule einem Kollegen so zum Geburtstag gratuliert hat, erlebt, dass der Kollege gerührt und fast mit Tränen in den Augen zurückgegeben hat: "Das war mein schönstes Geburtstagsgeschenk, dass du mir Gottes Segen gewünscht hast, den kann ich nämlich wirklich brauchen!" Heute ist der Segenswunsch in dieser Gemeinde ein ganz selbstverständlich geübter Brauch. Wohlgemerkt: Nur selbstverständlich, aber nicht floskelhaft oder abgedroschen. Immer noch und immer wieder macht der Austausch des Segens hin und her viel Freude. Und der Pfarrer, von dem ja einmal alles ausging, hat sich nicht wenig gefreut, als er zu seinem letzten Geburtstag von den meisten Gratulanten auch diese Worte gehört hat: "Gottes Segen, Herr Pfarrer!"

 

"Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn."

 

Liebe Gemeinde, nein, ich will jetzt nicht doch von Ihnen erwarten oder gar fordern, dass Sie gleich hingehen und das üben, was Ihnen doch so schwerfällt. Ich will das achten: Es macht uns Schwierigkeiten. Es wäre uns peinlich. - Aber ich will - ganz ähnlich wie in meiner Geschichte - hinführen zu einem ganz praktischen Ausdruck unseres Glaubens, der vielleicht doch wieder einmal bei uns geübt und gelebte Wirklichkeit werden kann.

 

Stellen sie sich vor, ihr Nachbar, der Freund oder vielleicht auch ein Verwandter wird krank. Sie machen einen Besuch bei ihm, und bevor Sie nun das Krankenzimmer verlassen, nehmen Sie noch die Hand des Kranken in Ihre und sagen dazu: Ich wünsche dir von Herzen gute Besserung und...ich werde für dich beten! Ich glaube, das ist nicht zu viel. Das könnten wir aufbringen, ohne uns innerlich zu verbiegen. Es ist zwar noch lange nicht das wirkliche Gebet für einen Kranken, aber ein Anfang ist es schon. - Was kann daraus entstehen?

 

Erst einmal entsteht bei dem Kranken selbst bestimmt auch schon dadurch Trost und Freude. Wie gesagt, es ist nicht viel, das zu versprechen: Ich will für dich beten! Aber es ist auch nicht wenig. Das wird dem Kranken gut tun zu hören, hier bringt noch ein anderer meine Sache vor Gott. Ich bin nicht allein, da ist noch ein Mensch, der für mich eintritt und für mich bittet...das wird mein Anliegen gewiss fördern. Wenn Gott vielleicht nicht auf mein Gebet hört, so wird er doch auf das eines anderen hören, der für mich spricht.

 

Klar und selbstverständlich ist es auf der anderen Seite, dass wir das, was wir dem Kranken zugesagt haben, dann auch halten! Erst das Gebet selbst ist die Hilfe! Nicht schon das Versprechen! Und - so seltsam das jetzt klingt - es wird auch uns helfen! Das macht froh, für die Mitmenschen vor Gott zu treten und sich ihre Not zur eigenen zu machen. Es hat seine Verheißung, wenn einer des anderen Lasten trägt. Und Gott hört auf die Fürbitte, die wir füreinander tun. Er hilft, er heilt, er macht gesund - und uns schenkt er die große Freude, dabei mittun zu dürfen durch unser Gebet.

 

Aber wie geht diese Geschichte weiter? - Der Mensch, der selbst krank war, wird sich gewiss erinnern, wenn er wieder gesund geworden ist: Für mich hat einer, hat eine gebetet, als es mir so schlecht ging. Und wird dieser Mensch dann nicht, wenn er demnächst an einem Krankenlager steht, es genauso halten: "...und ich werde für dich beten!"? Und wird eine so schöne, hilfreiche Sache nicht auch immer weitere Kreise ziehen? Ich bin überzeugt, das kann gerade so gehen, wie bei dem Wunsch nach Gottes Segen! Irgendwann ist es in einer Gemeinde ganz selbstverständlich, dass man einander diese Hilfe schenkt, diesen Dienst tut: Füreinander beten. Und warum soll es nicht sogar so weit kommen, dass einmal einer dieses Gebet gleich am Bett des Kranken verrichtet, es also nicht nur verspricht, sondern es auch gleich tut? Und vielleicht geht dann auch von dieser Übung eine Bewegung aus, die in Jahren uns alle ergreift, die Schwierigkeiten damit beendet und alle Peinlichkeit fortnimmt? Und irgendwann, vielleicht in gar nicht allzu ferner Zukunft hören sich dann diese Worte gar nicht mehr so befremdlich an:

 

"Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn."

 

Vor allem wird uns das ermutigen, was wir ganz gewiss auch dabei erleben werden: "...das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist."

 

Liebe Gemeinde, wollen wir nicht heute oder in den kommenden Tagen, spätestens aber dann, wenn wir wieder an ein Krankenbett treten, den Anfang dieser Geschichte schreiben?: "Ich wünsche dir von Herzen gute Besserung und...ich werde für dich beten?" - Vergessen wir dann aber nicht, was wir versprochen haben und warten wir getrost darauf, dass die Geschichte auch weitergeht. AMEN

 

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Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Horst Guist - 12.09.2018

     


Predigt zum Erntedankfest - 7.10.2018

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Textlesung: 1. Tim. 4, 4 - 5

 

Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

 

 

Liebe Gemeinde!

 

Das ist in diesem Jahr mit dem Danken gar nicht so einfach - jedenfalls wenn man auf die Ernte schaut, besonders die auf den Feldern. Es hat in manchen Gegenden Deutschlands durch die Trockenheit im Sommer dieses Jahres große Schäden und Ernteausfälle gegeben. Manche Bauern wissen nicht, wie sie ihr Vieh über den Winter satt bekommen sollen. Viele stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Manche mussten gar aufgeben.

 

Zwar hat es auf der anderen Seite auch guten Ertrag gegeben. Die Apfelbäume hängen voll. Der Wein wird exzellent. Beeren und Nüsse gibt es reichlich. Trotzdem war die Ernte dieses Jahres insgesamt nicht so reich wie in anderen Jahren.

 

Vor diesem Hintergrund hat mir dieser Gedanke gut gefallen: Nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird. Er hat bei mir ein Nachdenken angestoßen, wofür wir außer für die Früchte der Gärten und des Feldes, noch zu danken haben - auch wenn die nicht so ausgefallen sind, wie wir es uns gewünscht hätten. Denn das ist gar nicht wenig! Und ich bin überzeugt, Ihnen geht es da genauso wie mir. Dabei will ich unseren Dank für das Korn und die Kartoffeln, die Trauben und die Äpfel wirklich nicht schmälern. Aber kommt nicht der andere Dank in unseren Tagen immer viel zu kurz! Wo hat denn z.B. unser Lob Gottes für unsere Arbeitsstelle ihren Platz? Wo ist der Gottesdienst im Jahr der Kirche, an dem die Liebe oder die Treue dran ist, die wir erfahren? Und all die anderen Eigenschaften von Menschen, die wir als segensreich empfinden, wo hat der Dank dafür seinen angemessenen Raum? Wann danken wir einmal für das Glück, Kinder und Enkel haben zu dürfen? Und ist es nicht auch unverständlich, dass wir überhaupt keinen Tag dafür gewidmet haben, Gott zu loben, dass er uns einen Ehepartner oder sonst einen lieben Menschen zur Seite gestellt hat? Und ich will - bei allen Vorbehalten, die wir da vielleicht haben - auch das noch ansprechen: Wollten wir die Errungenschaften der Technik missen, die uns etwa in der Landwirtschaft, bei unserer sonstigen Arbeit und im Haushalt helfen? Sicher nicht. Aber dafür zu danken, ist im Kirchenjahr eigentlich nicht vorgesehen.

 

Wenn wir Gott heute also wie an jedem Dankfest für die Ernte des vergangenen Jahres unseren Dank sagen, dann sollen uns die Früchte des Feldes (wie sie hier vorn am Altar aufgebaut sind) auch für all das andere stehen, was in unserem persönlichen Leben wahrhaftig des Dankes wert ist! Und ich will jetzt ein paar dieser anderen Früchte des Lebens ansprechen. Und ich will es so tun, dass möglichst viele von uns mitsprechen und - wenn sie es wollen - mitdanken können.

 

Wir wollen Gott dafür danken, dass wir unsere Arbeit haben oder dass wir unsere Pension oder Rente genießen können. Und ich meine damit nicht allein, dass am Ende des Monats Geld auf unser Konto kommt. Wir wollen uns daran freuen, dass wir unsere Arbeit überwiegend gern tun können. Das bedeutet sehr viel, dass wir auch sehen dürfen, dass etwas dabei herauskommt, dass sie Ertrag hat und für andere Menschen wichtig ist. Es ist ein unschätzbares Glück, dass wir in unserer Arbeit aufgehen, dass wir sie nicht widerwillig und ohne inneren Bezug tun müssen. Und wir müssen uns gewiss dazu bekennen, dass wir das viel zu wenig wahrnehmen, viel zu wenig beachten und viel zu selbstverständlich hinnehmen. - Aber es ist nicht selbstverständlich! Und wir wissen es: Viele Menschen wollten wohl arbeiten und dürfen nicht. Und viele Menschen können ihre Arbeit nicht lieben, beim besten Willen nicht!

 

Und wir wollen Gott dafür danken, dass es die Liebe gibt und die Treue! Ist es nicht wunderbar, dass immer wieder Menschen über sich selbst hinauskommen und sich und die eigenen Interessen und Bedürfnisse hintenanstellen können. Und es ist wirklich ein Wunder, dass es bei so vielen Beispielen von Eigennutz und Ichsucht in diesen Tagen, auch die Menschen gibt, denen der Glanz der Freude in den Augen ihrer Nächsten mehr bedeutet als der eigene Gewinn oder die eigene Karriere.

 

Ja, und die Treue... Wie gut ist das doch, wenn Menschen bei denen bleiben und zu denen stehen, für die sie sich einmal entschieden haben oder in deren Nähe sie Gott durch Geburt oder Geschick einmal gestellt hat: Die Eheleute, die Kinder und die Eltern, die Geschwister und Freunde... Wie ist das dankens-, ja, vielleicht in unseren Tage sogar staunenswert, wenn wir da bleiben und vielleicht aushalten können, wo andere fortlaufen, wenn wir verlässlich sind, wenn das Wort anderer keinen Pfifferling wert ist, wenn wir Leute sein können, auf die man bauen und vertrauen kann, während andere heute so reden und denken und morgen ganz anders.

 

Und für so viele andere Eigenschaften im Wesen von Menschen können wir auch nur danken: Wie schön, dass es die Heiteren in unserer Nähe gibt, deren ansteckendes Lachen uns so oft froh gemacht hat. Wie gut, dass es auch jene gibt, die uns einmal widersprechen, wenn wir uns im Reden oder Denken verrennen. Sie sind ja überhaupt die besten Freunde! Und nicht auszudenken, es gäbe die nicht, deren unerschütterliche Zuversicht uns schon so oft über die dunklen Zeiten der Resignation in unserem Leben geholfen hat.

 

Und das muss heute auch einmal ausgesprochen werden: Es ist ein großes Geschenk in unseren Kindern und Nachkommen beteiligt zu sein an Gottes Schöpfung. Wie gewaltig ist das doch: Von uns kleinen Menschen geht neues Leben aus. Wir dürfen junge Leute heranwachsen sehen, ihnen durch unser Vorbild und unsere Erziehung all das mitgeben, was für uns schon für ein rechtes Leben gut und sinnvoll war. Und selbst wo uns die Kinder zum Spiegel werden, was bei uns nicht gelungen und nicht richtig ist, müssen wir sehr dankbar sein: Dann dürfen wir nämlich auch einmal an unseren Kindern wachsen und lernen!

 

Ach und unser Partner! Wenn Gott uns das Glück gewährt, dass wir noch oder überhaupt einen haben dürfen! Stellen wir, die solches Glück haben, uns doch nur einmal einen Augenblick vor, wir müssten allein in diesem Leben sein. Kein Ohr, dem wir unsere Sorgen sagen können. Kein Herz, das an unserer Freude teilnimmt. Keine Hand, die sich tröstend auf die unsere legt oder uns auch einmal zärtlich berührt. Sehen wir dieses Glück deutlich genug? Wann zuletzt hat es unsere Seele bewegt und wann - in der letzten Zeit - hat Gott unseren Dank dafür vernommen?

 

Und wenn es jetzt auch ein arg krasser Übergang ist - aber auch davon will ich noch reden: Die vielen Geräte, die uns heute das Leben erleichtern, das Waschen, das Spülen und noch so vieles andere im Haushalt. Wie sehr könnte uns das doch auch die Zeit für die Freude vermehren, füreinander, für uns selbst und die Kinder. Und dass wir mobil sind! Dass wir nicht mehr wie in früheren Zeiten angebunden sind in unserem Dorf, unserer Stadt. Dass auch jederzeit Hilfe gerufen werden und zu uns kommen kann, die nicht zu spät, sondern rechtzeitig eintrifft.

 

Und heute denken wir auch und wirklich nicht zuletzt an die Landwirtschaft: Wenn wir noch all die Knochenarbeit tun müssten, die vor wenigen Jahrzehnten zu leisten war! Unvorstellbar, es müsste wieder ohne die Maschinen gehen, die für so viele anstrengende Tätigkeiten heute da sind. Wie gesagt: Es gibt auch Vorbehalte. Die Schattenseiten so mancher Entwicklungen sind unübersehbar. Aber vieles ist gewiss auch ein Grund zum Danken! Nur: Tun wir das auch?

 

Nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird. So sagt uns heute das Wort, das über dieser Predigt steht. Und ich meine, dass wir oft genug ein Beispiel dafür geben, was dieses Wort meint, wenn wir es umkehren: Es ist verwerflich, alles immer nur ohne Danksagung hinzunehmen!

 

Ich finde, es ist mehr als angemessen, wenigstens einmal im Jahr all den Ertrag unseres Lebens zu sehen, zu wägen, zu schätzen und Gott dafür zu danken. Und eben nicht nur für die Frucht unserer Äcker und Gärten. Ich bin überdies gewiss, dass es uns hier allen so geht: Jeder von uns hat sicher tausend Gründe zur "Danksagung"! Wir wollen heute nicht von hier weggehen, ohne diesen Dank abgestattet zu haben.

 

Übrigens: Das Wunderbare am Danken ist ja noch dies: Es macht uns nicht ärmer, nein, es macht uns noch reicher! Reicher an Freude, reicher auch an guter Beziehung zu Gott und den Mitmenschen - und nicht zuletzt reicher an Zufriedenheit - denn es macht zufrieden, dem gütigen Gott das gebührende Lob zu sagen. AMEN

 

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Autor: Pfarrer Manfred Günther; Foto: Archiv -12.09.2018