Was können wir tun?

In den Wochen bis Ostern versucht so mancher von uns, auf lieb gewordene Laster zu verzichten. Der Ausstieg aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen ist angesagt. Nicht nur bei Christen, die in dem Verzicht auf Speisen und Getränken in der so genannten Fastenzeit einen Akt der Buße und spirituellen Erneuerung sehen.

„Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander“, sagt Jesus im Markus-Evangelium.

Ohne Salz schmeckt das Essen fad. Salz ist die Würze - in der Suppe, auf den Kartoffeln und dem Hering. Von Aschermittwoch bis Ostersonntag frage auch ich mich: „Was ist mein Salz, das ich bei mir trage? Was gibt meinem Leben die Würze? Womit würze ich das Leben der Menschen, die mir nahe sind?“

Vielleicht mit meiner Überzeugung, dass das Leben schön ist, auch wenn sich so mancher schwierige Berg auftürmt?
Mit der Hoffnung, das alles gut ausgeht?
Mit meinem Lachen?
Oder ist es etwas ganz anderes?

Vor einigen Tagen sah ich einen Dokumentarfilm, der mich noch stärker anregte, über diese „Salz-Frage“ nachzudenken. „I am“ (Ich bin), gedreht 2010/11, handelt von Hollywoodregisseur Tom Shadyac, der nach einem lebensgefährlichen Unfall beginnt, über den Sinn des Lebens zu philosophieren. Zwei Fragen bewegen ihn besonders:

„Was läuft falsch mit unserer Welt?“ und

„Was können wir tun?“.

Auf der Suche nach Antworten befragt er Wissenschaftler, Naturschützer, Philosophen, Religionsführer, darunter Leute wie Desmond Tutu und Noam Chomsky. In der Selbstfindungsdoku werden nicht unbedingt neue Dinge verraten, aber man bekommt eine Idee von dem, was die Ursache der Probleme unserer Welt sein könnte. Eine der Botschaften ist, dass alles miteinander verbunden ist.

„Ich bin jetzt bewusster. Wenn ich mit jemandem zusammen bin, wenn ich in der Natur bin, oder auch allein mit mir“, sagt Tom Shadyac. Und der Schlüssel dazu scheint ganz einfach zu sein: „Geben“. So sieht er Geben auch als Lebensstil an. „Ich denke, du gibst in jedem Moment. Du gibst, auch wenn du an deinem Schreibtisch sitzt, und es aussieht, als wärst du isoliert von allem. Dann gibst du dich etwas hin, das du gerade hörst, einem kreativen Akt, ein Problem zu lösen, einer Verbindung mit jemandem am Telefon, all das sind Formen des Gebens.“

So einfach könnte es sein!

„Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander!“ –

Wie wäre es, wenn wir das Salz, das wir bei uns tragen, weitergeben?

  
14.02.2013
Gert Holle