Klingender Adventskalender - 13

Advent - gelesen von Anneke Kim Sarnau

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,

und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

(Rainer Maria Rilke)

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Die verrückten Weihnachtsmänner
- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

13

Die fünf erstarrten. Was war das? Bärchen klammerte sich an Rübe, der Schneemann und der Pinguin schauten sich an, Hatschi stöhnte: „Nein, nicht noch jemand!“
Sie standen auf der Treppe zum Turm in der kleinen Kirche auf der kleinen Lichtung im dunklen Tannenwald.
„Ichzzz bin der Weihnachtszzzmann, damit ihr daszzz wißzzzt!“ zischte die Stimme wieder.
Vorsichtig stieg Rübe ein paar Stufen höher. Sie schaute nach oben.
„Vorszzzichtig! Damit du nichzzzt auf michzzz trittszzzt!“ hörte sie.
Sie schaute genau auf die Stufen. Ja, da lag eine Schlange! Eine richtige Schlange!!!
„Iiiiiiiiiiihhh!“ schrie Rübe. „Eine Schlange!!!“ Und sie fiel fast die Stu-fen herunter.
„Keine Angszzzt!“ sagte die Schlange. „Ichzzz tu dir nichtszzz. Ich bin doch der Weihnachtszzzmann!“
Jetzt lösten sich auch die anderen aus ihrer Erstarrung. Bärchen schlich nach oben. Tatsächlich, eine Schlange! „Sie sieht ganz friedlich aus!“ sagte er.
Auch der Schneemann und der Pinguin schauten nach der Schlange. Und schon ging es wieder los.
Schneemann: „Ich bin der Weihnachtsmann!“
Pinguin: „Isch bin der Weihnachtschmann!“
Schlange: „Nein! Ichzzz!“
„Ich - isch - ichzzz - ich - isch - ichzzz - ich...“
Rübe, Bärchen und Hatschi beendeten den Streit. Und sie baten die Schlange zu erzählen, wa sie hier mache. Die Schlange sagte, daß sie auf der Suche nach ihrem Schlitten sei und den Geschenken, weil doch bald Weihnachten wäre, und es wäre jetzt wirklich Zeit, sonst müßte Weihnachten ausfallen.
Dann sagte sie: „Ichzzz bin mir szzzicher, dasszzz der Schzzzlitten auf dem Turm liegt, zzz!“
Sie redeten noch ein bisschen hin und her. Und schließlich einigten sie sich, den Turm hinaufzusteigen, um nach zu sehen.
Rübe nahm Hatschi in die Hand, Bärchen die Schlange, damit sie sich nicht so anstrengen mußte.
Sie stiegen die Treppe hoch und kamen schließlich in ein kleines Turmzimmer. Im Dunkeln konnten sie nicht sehen, außer der Schlange. Sie sagte: „Hier iszzzt nichtszzz. Keine Tür, zzz, oder Treppe, zzz. Nur ein Szzzeil hängt von der Decke herunter. Genau in der Mitte.“

 


Fortsetzung folgt


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Autor: Gert Holle; Rainer Maria Rilke - 13.12.2020