Klingender Adventskalender - 14

Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzchen- gelesen von Devid Striesow

Grafik: Gert Holle
Grafik: Gert Holle

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Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Es schneite und war dabei schrecklich kalt. An diesem letzten Abend des Jahres lief ein kleines, armes Mädchen durch die Straßen. Es hatte nicht einmal Stümpfe an. In der Hand hielt es Schwefelhölzer. Kein einziges davon hatte es heute verkauft! Deshalb wagte es sich nicht nach Hause; der Vater würde es schlagen. Die Hände der Kleinen waren starr vor Kälte. Ach, ein Hölzchen würde sie so schön erwärmen! Sollte sie eins anzünden? Sie nahm eins aus der Schachtel und strich es – ritsch! – an. Wie sprühte, wie brannte es! Das Mädchen hielt die Hand über die warme, helle Flamme. Welch wunderbares Lichtchen! Und plötzlich sah das Kind einen herrlichen Christbaum vor sich. Tausend Kerzen brannten auf den grünen Zweigen. Doch dann erlosch das Schwefelhölzchen, und auch die Kerzen des Baumes erloschen. Die Kleine zündete wieder ein Hölzchen an. Da leuchtete es ringsumher, und in dem Glanz stand die alte Großmutter, so mild und liebevoll. „Oh, Großmutter“, rief die Kleine, „nimm mich mit!“ Da nahm sie die Großmutter auf den Arm und flog mit ihr dorthin, wo es weder Kälte noch Hunger noch Angst gibt: zu Gott! (Hans Christian Andersen)

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Die verrückten Weihnachtsmänner
- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

14

Rübe musste lächeln. Was waren sie doch für eine merkwürdige Gesellschaft: zwei Kinder, ein Schneemann, ein Pinguin, eine Schlange und ein kleiner Stern. Da standen sie nun in dem Turmzimmer und überlegten.
Hatschi sagte: „Ich bin mir sicher, dass wir hier richtig sind. Aber ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“
Bärchen meinte: „Also, weiter auf den Turm hinauf kommen wir nicht. Es gibt keinen Weg nach oben. So können wir auch nicht nachschauen, was da ist.“
Die Schlange zischte: „Vielleichtzzz müsszzzen wir nur an dem Szzzeil zzzziehen. Es gehört beszzztimmt zzzzu meinem Schzzzlitten.“
Der Pinguin fiel ihr ins Wort: „ Wenn dann gehört es zschu meinem Schlitten. Schließlich bin isch...“
„...ich der Weihnachtsmann!“ rief der Schneemann.
„Halt! Stopp!“ Rübe verschaffte sich Gehör. „Hört bitte endlich auf damit. Wir müssen überlegen, was wir tun. Vielleicht sollten wir wirklich einfach einmal an den Seil ziehen und abwarten, was passiert.“
„Okay!“ Bärchen sprang auf, suchte im Dunkeln das Seil und versuchte, daran zu ziehen. „Es geht nicht“, sagte er enttäuscht.
„Warte, wir helfen dir!“ Rübe ging zu ihrem Bruder.
Gemeinsam zogen sie an dem Seil, auch Hatschi und die anderen halfen. Endlich bewegte sich das Seil.
Sie ließen es wieder los und warteten.
Nichts geschah.
Also zogen sie noch einmal und warteten. Da schien es, als würde es heller in dem Turmzimmer. Noch einmal zogen sie. Ja, es wurde heller. Und wieder zogen sie, jetzt konnten sie die Wände, die Decke und auch einander gut sehen.
Und wieder zogen sie - da flatterte ein rotes Etwas aus dem Loch in der Decke, durch das Seil nach oben hin verschwand.
Bärchen hob es auf. Ja, es war wieder so ein rotes Teil.
Dann hörten sie es.
Eine Glocke erklang. Ein tiefer, satter Ton, der langsam den Raum ausfüllte.
Das Licht wurde heller, der Ton kräftiger.
Sie schauten nach oben.
In der Decke öffnete sich eine Luke.


Fortsetzung folgt

Copyright by Matthias Schwarz, Eichelstraße 30, 63667 Nidda - Nov 2013

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Autor: Gert Holle ; Hans Christian Andersen - 14.12.2020