Klingender Adventskalender - 17

Weihnachtslied- gelesen von Anneke Kim Sarnau

Grafik: Gert Holle
Grafik: Gert Holle

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Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muss ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

(Theodor Storm)


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Die verrückten Weihnachtsmänner
- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

17

Da saßen sie nun auf dem Mond, Rübe, Bärchen und Hatschi. Rübe hielt den Brief des Weihnachtsmannes in ihrer Hand.
Unten stritt sich der Mond mit dem Schneemann, der Pinguin mit der Schlange, die Schlange mit dem Mond, ach - jeder mit jedem, wer nun der echte Weihnachtsmann sei.
Bärchen sagte: „Nun mach schon, lies den Brief vor! Ich kann doch nicht so gut lesen.“
„Na gut“, meinte Rübe, „dann hört zu:

- Wer auch immer diesen Brief findet, ich brauche Hilfe! Und zwar schnell! Wenn ich keine Hilfe bekomme, muss Weihnachten ausfallen, dieses Jahr und vielleicht für immer.
Ich bin der Weihnachtsmann und all die vielen, vielen Jahre habe ich meine Aufgaben gerne und mit Freude erledigt. Doch es fällt mir immer schwerer. Zuerst war es nur ein leichter Druck im Herzen. Dann fing es an, richtig weh zu tun. Mein Herz pochte lauter und lauter. Ich wurde müder und müder.
Ich glaube, es hat etwas damit zu tun, dass die Menschen mich nicht mehr brauchen. Und nicht nur mich. Wer braucht schon noch Engel und Sterne und Rentierschlitten und Wunder und Märchen und Träume?
Dieses Jahr ist es besonders schlimm. Mein Herz dröhnt so laut und so schwer, als wolle es zerspringen. Ich habe viele um Rat gefragt, aber niemand konnte mir helfen. So schreibe ich diesen Brief und hoffe darauf, dass jemand ihn findet und weiß, was zu tun ist.
Denn was wird passieren, wenn mein Herz zerspringt in tausend Stücke? Es wird kalt werden, bitterkalt, und ich werde wohl einschlafen. Und Weihnachten, ja Weihnachten wird ausfallen. Vielleicht nicht das Plätzchenbacken und Geschenkemachen. Vielleicht nicht die bunten Lichter und Weihnachtsbäume. Vielleicht...
Aber das Wunder, das Geheimnis geht verloren...
Bitte, helft mir!
Helft mir, bevor mein Herz zerspringt!

Bärchen kullerten große Tränen über das Gesicht. Sie schwiegen eine Weile, dann sagte Rübe traurig: „Ich glaube, es ist schon zu spät. Denn das Herz des Weihnachtsmannes ist zersprungen. Diese roten Teile, die wir gefunden haben, die gehören bestimmt dazu.“
Bärchen schniefte. „Dann müssen wir es wieder reparieren. Kommt, wir setzen die Teile zusammen, dann wir alles wieder gut werden.“
Sie versuchten, die roten Teile zusammen zu setzen, doch es gelang ihnen nicht.
„Es geht nicht!“ Bärchen war am Verzweifeln.
„Es kann noch nicht gehen“, meinte Hatschi. „Es fehlen noch Teile.“
„Das ist doch großer Mist“, rief Rübe laut. „Und wo bleibt eigentlich der Engel, der uns helfen soll.“
„Hier bin ich“, sagte der Engel.

 


Fortsetzung folgt

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Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

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Autor: Gert Holle; Theodor Storm - 17.12.2020