Klingender Adventskalender - 22

DAT DÖRP IN’N SNEE(Klaus Groth) - gelesen von Jens-Uwe Flügel

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Still as ünner’n warme Däk
Liggt dat Dörp in witten Snee,
Mank de Ellern slöppt de Bäk,
ünner’t Ies de blanke See.

Wicheln staht in witte Haar,
spegelt slaapri all de Köpp,
Allns is ruhi, koold un klaar,
as de Dood, de ewig slöppt.

Wiet, so wiet de Ogen reckt,
nich en Leven, nich en Luut.
Blau nah’n blauen Heven treckt
Sacht de Rook nah’n Snee herut.

Ik much slapen as de Boom,
Sünner Weh un sünner Lust.
Doch dar treckt mi as in’n Droom
Still de Rook tohuus.


(Still wie unter einer warmen Decke
liegt das Dorf im weißen Schnee –
zwischen Erlen schläft der Bach,
unterm Eis die blendend weiße See.

Weiden stehn mit weißem Haar,
wiegen schläfrig ihren Kopf.
Alles ruhig, kalt und klar
Wie der Tod, der ewig schläft.

Weit, so weit das Auge reicht,
gar kein Leben, gar kein Laut.
Blau zum blauen Himmel zieht
Sanft der Rauch zum Schnee hinaus.

Ich möcht’ schlafen wie der Baum
Ohne Weh und ohne Lust.
Doch da zieht mich wie im Traum
Still der Rauch nach Haus.)


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Die verrückten Weihnachtsmänner
- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

22

Rübe, Bärchen, Hatschi und der Engel kamen an das Haus des Weihnachtsmannes. Es war dunkel. Nein, nicht ganz, ein schwacher Lichtschein drang durch das Fenster in der Haustüre. Es war still. Nein, nicht ganz, ein leises Geräusch war zu hören. Aber sie wussten nicht, was es bedeutete.
„Können wir hier einfach so reingehen?“ fragte Bärchen.
„Natürlich müssen wir anklopfen“, sagte Rübe. „Das gehört sich doch so.“
„Aber, wenn er nun gar nicht da ist, der Weihnachtsmann?“
„Wo sollte er denn sein?“ fragte Rübe zurück.
„Vielleicht“, überlegte Bärchen, „liegt er irgendwo herum und ist... Nein, da will ich nicht dran denken!“
„Vom Herumstehen wissen wir auch nicht mehr!“ meldete sich Hatschi zu Wort. „Also, anklopfen!“
Zaghaft klopfte Rübe an die Haustür. Nichts tat sich.
„Du musst fester klopfen“, meinte Bärchen und pochte gegen die Tür. Doch nichts tat sich.
„Na gut“, sagte Hatschi, „dann müssen wir halt unhöflich sein. Probiert, ob die Tür offen ist.“
Rübe griff zögernd zur Klinge, drückte sie herunter und die Tür öffnete sich.
„Na, keine Angst“, machte der Engel ihnen Mut, „gehen wir hinein.“
Langsam, Schritt für Schritt gingen sie in das Haus des Weihnachtsmannes. Irgendwo brannte ein Licht, so konnten sie alles gut erkennen.
Der Flur war leer. So gingen sie weiter. Eine Tür nach der anderen wurde von ihnen geöffnet. Die Küche war leer, das Badezimmer auch... Schließlich blieb nur noch eine Tür.
Rübe öffnete sie.
Das leise Geräusch, das sie schon draußen gehört hatten, wurde lauter.
Rübe trat in das Zimmer, es war das Wohnzimmer.
Ein kleiner Schrei entfuhr ihr.
„Was ist?“ wollte Bärchen wissen und folgte seiner Schwester. Auch der Engel kam mit Hatschi hinterher.
Da standen sie da, im Wohnzimmer des Weihnachtsmannes und starrten auf einen Sessel.
Da war er.
Tatsächlich, da war der Weihnachtsmann.

 


Fortsetzung folgt

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Autor: Gert Holle; Klaus Groth - 22.12.2020