Klingender Adventskalender - 3

Es ist ein Ros entsprungen – Peter Chorkov

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Es ist ein Ros entsprungen

Aus einer Wurzel zart

Aus uns die Alten sungen

Von Jesse kam die Art

 

Und hat ein Blümlein bracht

Mitten im kalten Winter

Wohl zu der halben Nacht

 

Es ist ein Ros entsprungen ist ein altes kirchliches Weihnachtslied. Der Text, der aus dem 16. Jahrhundert stammt und ursprünglich wohl nur zwei Strophen besaß, bezieht sich auf die Bibelstelle Jesaja 11, 1. Dort heißt es:

 

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.

 

Die verrückten Weihnachtsmänner

- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

 

3

 

Am nächsten Morgen schlichen Bärchen und Rübe, sobald ihre Eltern beschäftigt waren, hinaus in den Garten. Natürlich hatten sie sich wieder eingemummelt. Der Schneemann stand noch immer an seinem Platz.

„Hallo Schneemann!“ sagte Bärchen.

„Ich bin der Weihnachtsmann“, antwortete der, „glaub mir doch endlich. Ich muss nur meinen Schlitten und die Geschenke wiederfinden.“

„Ja, ja, ja,“ sagte Rübe. „Du bist also der Weihnachtsmann. Wo bist du eigentlich hergekommen?“

„Vom Nordpol natürlich“, antwortete der Schneemann, „da wohnt doch der Weihnachtsmann. Irgendwie muss ich unterwegs auf meiner Reise aus dem Schlitten gefallen sein.“

„Schau mal“, sagte da Bärchen, „da sind seine Spuren im Schnee. Wenn wir die einfach zurückgehen, finden wir vielleicht heraus, wo-her er gekommen ist.“

„Ja, das ist die Idee!“ rief Rübe.

„Meinst du wir könnten ein Stück mitgehen?“

„Ach, Mama wird schon nichts merken.“

„Also“, sagte Rübe zu dem Schneemann, „wir versuchen dir zu helfen, aber wir sind nur Kinder und eigentlich dürften wir gar nicht hier sein, also benimm dich!“

Dann gingen sie los: Bärchen und Rübe, in dicke Kleidung eingepackt wie Eskimos, und der Schneemann, der sich für den Weihnachtsmann hielt.

Bärchen lief ein Stück voraus, um zu schauen, woher die Spuren im Schnee kamen. Bald merkten sie, dass die Spur in den Tannenwald führte.

„Bärchen!“ Rübe hielt an. „Da dürfen wir nicht hin!“

„Ah“, sagte Bärchen, „wir schauen mal, wir brauchen ja nicht in den Wald zu gehen, nur bis zum Rand.“

So gingen sie weiter, bis sie zwischen den ersten Tannen standen.

„So“, sagte Rübe, „jetzt ist es genug. Weiter dürfen wir nicht.“ Und zum Schneemann: „Hier müssen wir dich allein lassen. Dein Schlitten, oder was auch immer du verloren hast, ist bestimmt irgendwo hier im Wald.“

„Rübe, Rübe“, rief da Bärchen aufgeregt. „Schau mal da vorn, da liegt so was.“

Rübe und der Schneemann schauten hin. Etwas weiter im Wald lag etwas Rotes. Vorsichtig gingen sie näher.

Bärchen hob es auf.

„Was soll denn das sein?“ fragte er und hielt ein seltsam geformtes rotes Teil in der Hand.

„Hei, lass das liegen, das ist meins!“ rief da jemand von oben.

„Leg es sofort hin!“ rief eine andere Stimme. „Das ist meins!“

Bärchen, Rübe und der Schneemann schauten nach oben...

 

Fortsetzung folgt

 

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Autor: Gert Holle - 3.12.2020