Klingender Adventskalender - 4

Dann werden wir für andere zu Lichtern - gelesen von Devid Striesow

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Vor 2000 Jahren wurde ein Kind geboren, dessen Wirkungen wir heute noch spüren. Geboren wurde einer, bei dem die Liebe mehr zählte als die Leistung. Der Zuneigung zeigt, statt Furcht einzuflößen. Der die Kleinen und die Kinder schätzt. Der die Armen und die Fremden achtet. Der den Traurigen bessere Zeiten verspricht. Und der die Reichen vor der Sattheit warnt.

Damals vor 2000 Jahren wurde Jesus geboren, in seinen Fußspuren können wir leben. Sein Licht wärmt uns die Herzen und die Hände. Er ist das große Licht der Weihnacht, das über alle Jahrhunderte, von Generation zu Generation strahlt. Er leuchtet uns und gibt uns von seinem Licht ab; den Frieden und die Herzlichkeit.
Immer wieder entzündet er in uns das Feuer seiner göttlichen Liebe und den Geist seines Geistes. Dann werden wir, obwohl wir uns schwach und klein vorkommen, für andere wichtig und bedeutsam. Dann werden wir für andere Menschen zu Lichtern, die reich machen und wärmen.
Möge uns Gott heute und alle Tage mit seinem Licht entgegenkommen und unsere Herzen und Sinne hell machen.


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Die verrückten Weihnachtsmänner
- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

4

„Ich hab gesagt, ihr sollt das sofort wieder hinlegen, das ist meins!“ piepste es noch einmal von oben.
Bärchen und Rübe und der Schneemann, der sich für den Weihnachtsmann hielt, standen im Wald. Bärchen hielt ein rotes Etwas in der Hand. Sie schauten noch oben, von dort kam das Piepsen.
„Nein! Das ist meins!“ piepste die zweite Stimme.
Dann raschelte es in den Zweigen der Tannen und zwei winzige Vögelchen kamen herabgeflattert.
„Ich glaube, ich spinne“, sagte Rübe, „zuerst ein sprechender Schneemann, dann sprechende Vögelchen. Nein, ich spinne nicht, wir träumen noch immer, Bärchen!“
„Das ist mir piepegal“, zwitscherte das eine Vögelchen. „Hauptsache, ihr lasst das endlich los!“
Bärchen ging das auf die Nerven. „Du komisches Flattervögelchen, weißt du denn überhaupt, was das ist!“
Das Vögelchen verstummte. Aber das andere sagte: „Das ist egal. Das kommt zu meinen Schatz dazu.“
„Dein Schatz - dein Schatz! Mein Schatz ist das!“ rief das andere. Und schon flog es los und versuchte mit dem Schnabel das rote Ding aus Bärchens Hand zu ziehen.
Bärchen schüttelte die Hand und das Vögelchen sauste in hohem Bogen durch die Luft.
„Halt!“ sagte Bärchen. „Vielleicht gebe ich es dir. Aber...“
„Was ‘aber’?“, piepste das Vögelchen aufgebracht.
„...aber du musst mir zuerst deinen Schatz zeigen.“
„Nein! Nein, nein“, schimpfte der Vogel und der andere ebenso.
„Na gut“, sagte Bärchen, und steckte das rote Teil in seine Tasche. Die Vögelchen schwirrten davon.
„Was hast du vor?“ fragte Rübe.
„Nun“, sagte Bärchen, „vielleicht ist der Schatz das, was der Schneemann verloren hat.“
„Gute Idee“, sagte Rübe.
Da kamen auch schon die Vögelchen zurück.
„Okay“, zwitscherten sie, diesmal ohne sich zu streiten. „Wir zeigen euch meinen - äh, unseren Schatz. Aber ihr dürft niemanden etwas davon verraten und nichts wegnehmen.“
„Wir werden sehen“, sagte Rübe.
„Also los!“ sagte das eine Vögelchen. „Dann kommt mal hinter mir her.“
So flogen die Vögelchen durch den tief verschneiten Tannenwald. Rübe und Bärchen und der Schneemann stapften hinterher.
„Oh Mann“, stöhnte Rübe, „eigentlich sollten wir Zuhause sein. Auf was haben wir uns da bloß eingelassen?“

 


Fortsetzung folgt


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