Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offb. 1,18)

31. März - 6. April 2024

Foto: canva.com
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Die Andacht zum Wochenspruch – von Manfred Günther in den 90er Jahren verfasst – gelesen von Gert Holle

 

31. März 2024 - 6. April 2024


Wochenspruch zur Woche nach dem Sonntag "Ostern":

 

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offb. 1,18)

 

Christus hat die Schlüssel... Mir kam bei diesem Gedanken ein Lied aus der neueren Popmusik in den Sinn. Der englische Text erzählt im Refrain von der »Seele« eines Menschen, die »zum Himmel fliegt« und dort eine verschlossene Tür vorfindet. Alle Versuche, sie zu öffnen, scheitern, denn die Seele hat in ihrem irdischen Leben »den Schlüssel weggeworfen«.

Ich finde dieses Bild faszinierend und vor allem: es trifft! Wir wissen ja, was dieser »Schlüssel« ist: der Glaube. Und wir kennen auch die »Tür« und möchten, dass sie sich für uns einmal auftut und wir ins ewige Leben eingehen... Aber wir haben auch dafür eine deutliche Empfindung: Der »Schlüssel« muss dann in unseren Händen sein und er muss dann auch passen!

Ich kenne eine Frau, die hat vor Jahren über einem schweren Geschick ihren Glauben verloren. Ihre Gesundheit war damals schwer angeschlagen und ihre Ehe ging auch noch in die Brüche. Inzwischen sind Jahre vergangen. Die Frau ist wieder ganz gesund geworden. Einen neuen Partner hat sie auch gefunden. Sie hat die Zeit damals nicht vergessen, aber sie ist wieder recht glücklich. Nur: Den Weg zu Gott zurück hat sie nie gefunden. Ja, sie hat es auch gar nicht probiert. War ihr Gott einmal sehr dunkel und hatte sie vielleicht Grund zu hadern, so hätte sie ein ehrlicher Blick zurück doch zum Nachdenken bringen müssen - und zum Danken! Sie hätte erkannt: Was damals so böse aussah, was mir schier das Herz abgedrückt hat, ist heute einem unerwartet guten Leben gewichen, einem neuen Glück. Sie aber will sich nicht erinnern, will das nicht erkennen. Sie hat »den Schlüssel weggeworfen«.

Einen älteren Mann kenne ich auch, der spricht viel von seinen Erlebnissen im Krieg, wo er viele Kameraden neben sich fallen sah. »Seitdem«, so betont er immer wieder, »kann ich nicht mehr glauben.« Sicher verstehe ich, dass diesen Mann seine schrecklichen Erfahrungen nicht loslassen. Und gewiss bin ich dankbar, dass mir solches Erleben erspart geblieben ist. Aber: Viele Jahrzehnte sind seit damals vergangen. Der Mann hat auch viel Freude in Ehe und Familie erfahren. Er hat gesunde Kinder gehabt, die Enkel sind sein ganzer Stolz. Auch die Ehegefährtin - er ist über 80 - darf er noch an seiner Seite haben. Beide sind körperlich und geistig sehr rüstig. Wenn er vor Jahrzehnten sagen musste: ich kann nicht mehr glauben, dann konnte man das mitfühlen und begreifen. Aber heute? Müsste es nicht ehrlicherweise heißen: Ich will nicht glauben! - Dieser Mann hat »den Schlüssel weggeworfen«!

Und ich könnte noch von vielen anderen Menschen erzählen. Vielleicht wäre Ihre Geschichte auch dabei?! Wie Sie den »Schlüssel« damals verloren haben, wie Sie ihn vor Jahren über Ihren Geschäften und Interessen verlegt oder einfach wie etwas ganz Unwichtiges verschlampt haben.

Ist es da nicht gut zu hören: Jesus Christus spricht: Ich habe die Schlüssel des Todes und der Hölle! Da ist also einer, der hat für mich bewahrt, was ich einmal bewusst oder achtlos weggeworfen habe. Bei ihm kann ich den Schlüssel wieder finden. Von ihm kann ich ihn erbitten - und er wird ihn mir geben! Das soll uns jetzt nicht Angst machen, aber vielleicht denken wir doch auch einmal so, ganz persönlich und vielleicht ein wenig kindlich und naiv: Wie wird das sein, wenn meine »Seele zum Himmel fliegt« und ich die »Tür verschlossen« finde. Wenn ich dann in meine Tasche greife, und es ist kein Schlüssel da, die Tür öffnet sich nicht, der Eingang ins Leben bleibt mir verwehrt... Wie werden wir dann fühlen? Wie werden wir uns dann wünschen, wir hätten den Schlüssel in den Händen!

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Osterzeit. Ostern heißt: Einer hat den Schlüssel des Todes und der Hölle für mich bewahrt. Ostern heißt: Auch wir sollen einmal von uns sprechen dürfen: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ich wünsche Ihnen zum Osterfest, dass Sie Ihren »Schlüssel« achtsam behüten - oder dass Sie ihn wiederfinden!