Journal / Aus aller Welt

9.02.2016


"Steinadler – König der Berge?", "Seeadler – Der Vogel Phönix" und "Wilde Slowakei"

Die Welt der Adler

Regisseur und Kameramann Jan Haft („Das grüne Wunder – Unser Wald“, „Magie der Moore“) zeigt die verschiedenen Lebensräume, in denen Seeadler und Steinadler heimisch sind, und überrascht mit atemberaubenden Aufnahmen dieser majestätischen Vögel.

 

In der Hohen Tatra verfolgen wir das Erwachsenwerden von zwei Steinadlerküken: Vom Bebrüten der Eier bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Jungvögel den Horst verlassen. Spektakuläre Bilder, wie der Kampf zwischen Seeadler und Steinadler an einem Riss, wechseln sich ab mit berührenden Einblicken in die Kinderstube der Greifvögel, aber auch mit komischen Momenten, etwa wenn die Küken im Nest Besuch von Maus und Schmetterling bekommen.

 

Bis weit in den Norden unseres Kontinents erstreckt sich der Lebensraum der Seeadler: In den norwegischen Lofoten ziehen diese mit Orcas und Buckelwalen, um von deren Jagderfolg zu profitieren. Aber auch in den Mooren Finnlands, wo sie die Nähe zu Wolf und Bär suchen, setzen die geschickten Jäger auf die Hilfe anderer. Bei uns in Deutschland sind mittlerweile wieder mehr als 700 Seeadlerreviere besetzt – eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes.

 

Beeindruckende Tier- und Pflanzenwelten in wunderschönen Bildern: Jan Haft, Deutschlands wohl bester Naturfilmer, präsentiert mit den Filmen „Steinadler – König der Berge?“, „Seeadler – Der Vogel Phönix“ und „Wilde Slowakei“ die geheimnisvolle Welt der Adler, so wie man sie vielleicht noch nie gesehen hat.

Genre: Dokumentation Natur & Tierwelt

Land: Deutschland

Jahr: Regie:Jan Haft

Produktion: nautilusfilm, BR, WDR, Arte, ORF

Drehbuch: Jan Haft, Gabriele Conze

Kamera: Jan Haft

Originaltitel: Die Welt der Adler ("Steinadler – König der Berge?", "Seeadler – Der Vogel Phönix" und "Wilde Slowakei")

 

EAN Code:

4006448764883
VÖ-Datum: 07.02.2017
FSK: INFO-Programm
Laufzeit: 135 (ca. 3 x 45 Minuten)
Bildformat: 16x9 anamorph (1,78:1)
Sprache: Deutsch
Dolby Digital 2.0
Ländercode: 2
Anzahl Discs: 1
Verpackung: Softbox farbig schwarz

 

Autor: polyband; zusammengestellt von Gert Holle - 9.02.2017

Fotos: polyband


Die Farben Indiens

 

Einzigartig in seiner Vielfalt und atemberaubend schön. Der indische Subkontinent ist geprägt von landschaftlicher, kultureller und ethnischer Verschiedenartigkeit. Über Jahrtausende das reichste Land der Erde, spielte es in der Geschichte schon früh eine bedeutende Rolle. Heute hält die bevölkerungsreichste

Demokratie der Welt Kurs auf die Zukunft.

 

Von den Wurzeln der Religionen und Lebensphilosophien über

die Entwicklung Indiens zur Handelsgroßmacht bis zur Einverleibung des Subkontinent in das Britische Empire - in sechs Teilen schildert die Dokumentation die Geschichte einer der ältesten Zivilisationen der Welt mitsamt seiner Völkervielfalt, jahrtausendealten Kultur und faszinierenden Landschaften.

Kommen Sie mit auf eine spannende Reise durch den pulsierenden Subkontinent und erleben Sie gemeinsam mit dem Historiker Michael Wood die Wunder Indiens!

 

„Ein visuelles Fest!“ THE TIMES

 

Genre: Dokumentation
Geschichte
Produktion: BBC
Darsteller: Michael Wood
Originaltitel: The Story of India
EAN Code: 4006448766634
VÖ-Datum: 24.02.2017
FSK: INFO-Programm
Laufzeit: ca. 360 Minuten (6 x 60 Minuten)
Bildformat: 16x9 anamorph (1,78:1)
Sprache: Deutsch
Dolby Digital 2.0
  Englisch
Dolby Digital 2.0
Ländercode: 2
Anzahl Discs: 2
Verpackung: Softbox

 

Fotos: polyband

 

************************************

Autor: polyband; zusammengestellt von Gert Holle - 9.02.2017


Unterwegs zur Hallig Langeneß - im Winter

Die Durchquerung eines Prils (Copyright www.nordseetourismus.de)
Die Durchquerung eines Prils (Copyright www.nordseetourismus.de)

(Husum/mk) - Der Morgen beginnt zaghaft und dann mit einem flammenden Orange; der Himmel in der winterlichen Dämmerung ist dramatisch. Die Wolken sind vom nächtlichen Ostwind zerrissen und stehen nun in Windstille von Horizont zu Horizont. Es scheint, als ob der Wind zum Anbruch des neuen Tages eine Atempause einlegt. Eine Schar Gänse fliegt vorüber, mit sehnsuchtsvollen Rufen. Die Nacht verschwindet im Westen mit einem bleiernen Grau, dort liegt das Watt; unergründlich, still. Menschenleer und gottverlassen; draußen die Kette der Hallig-Warften wie eine Illusion. Einsam im großen, weiten Nichts. Selbst die riesigen Vogelschwärme sind fortgezogen, weiter weg vom Winter.
  
Erste Sonnenstrahlen brechen durch und tasten zögerlich über das Watt, so als wollten selbst sie diese Ruhe nicht stören, dann greifen sie nach einer fernen Hallig. Und nun tauchen doch ein paar Leute auf; Atemwolken vor den Gesichtern und Gummistiefel im Gepäck, Thermosachen an und Mützen auf. „Hier in Schlüttsiel bleiben die Autos stehen und euer Gepäck stellt ihr bitte auf diesen Wagen hier, der geht gleich auf die Fähre nach Langeneß, eure Sachen sind nachher im Hotel auf der Hallig. Wir fahren jetzt mit dem Bus nach Dagebüll, von dort laufen wir los und morgen fahren wir mit der Fähre von Langeneß hierher nach Schlüttsiel zurück.“ Das sagt Bernd „Wattenloeper“ Dummer, er führt die Gruppe. Wattwanderungen im Winter haben auch etwas von einer kleinen Expedition; ins Ungewisse, ins Unbekannte, ins Phantastische, diese morgendliche Szene hatte ohnehin etwas Traumhaftes.

Dagebüll, am Deich. Watt und Himmel inzwischen in unentschiedenem, gleichgültigem Grau, Hochnebel hat sich gebildet. Zu unterscheiden nur durch einem schmalen, schwach rosafarbenen Streifen Horizont, auf der eine einsame Hallig schwebt. Fern, fremd, irreal. Eine Treppe führt hinab in das Wattenmeer, der Weg hinaus ins große, weite Nichts. Es ist diesig und unter dem Hochnebel liegt eine vollkommene Stille. An diesem Wintermorgen führt Bernd Dummer seine kleine Gruppe … – ja, wohin? In ein kaltes Niemandsland? In eine erfrorene Zwischenwelt; nicht mehr Land, noch nicht Meer? Nicht wenige Wattenläufer fragen sich an diesem Wintermorgen, was sie da draußen erwartet.

Himmelsfarben zum Beispiel: „Das Blau des Himmels ist bei klarem Himmel ein ganz anderes als im Sommer. Es scheint zu leuchten und die unterschiedlichen Blautöne, von strahlendem Hellblau bis leuchtendem Dunkelbau, findet man nur so im Winter“, verspricht Bernd Dummer; abwarten aufs Aufklaren. Und auch dies: „Die Weite im Wattenmeer scheint noch größer zu sein – sicherlich auch, weil niemand anderes unterwegs ist.“ Die Abwesenheit menschlichen Tuns und die Stille schaffen das Gefühl, in einem unendlichen Raum unterwegs zu sein.

Eine schöne Alleinsamkeit also, das ist gewiss. Zeit und Ruhe zum Entdecken; bei Wattwanderungen im Winter hat man diese Wildnis für sich allein – ungestört und ganz weit weg vom Rest der Welt. Und wenn Ebbe und Flut im ewigen Rhythmus der Gezeiten während strengem Frost Eisscholle um Eisscholle gestapelt haben, dann wird dies ein Spaziergang in arktischer Faszination. Nicht jeden Winter gibt es einen – im wahren Wortsinn – Eis-„Gang“, aber eine Wattwanderung im Winter ist ein besonderes Erlebnis. So oder so. Denn: „Bei schönem Wetter ist die Luft so unglaublich erfrischend. Und sollte es einmal feucht und windig sein und das Ende der Tour einfach nicht kommen, so ist die Ankunft auf der Hallig umso schöner. Durch den Kontrast scheint es später in der warmen Gaststube noch gemütlicher - auch durch das gerade gemeinsam Erlebte“, sagt Bernd Dummer.

Die kleine Gruppe, die meisten der Teilnehmer sind erfahrene Wattwanderer und einige mit Wintererfahrung, läuft der Nordsee hinterher. Bernd Dummer plant die Wattwanderung so, dass „…wir auch bei hohem Wasserstand möglichst günstig durch den großen Priel kommen – denn da müssen wir nachher durch!“ Nachher, dass ist kurz vor der Hallig Langeneß. Die Tour führt von Dagebüll vorbei an der Hallig Oland, die linkerhand die Gruppe auf der gesamten Tour als Wegmarke und Silhouette begleitet, zum östlichen Ende der langestreckten Hallig. Steten Schrittes verlässt die Gruppe das Festlandsufer und taucht ein in den großen, leeren Raum, der so seltsam verlassen unter einer fahlen Morgensonne liegt.

Während im Sommer mancherorts hunderte von Leuten im Watt unterwegs sind, ist die Zahl der Wanderer im Winter auf ein Minimum beschränkt; die Gruppen sind klein und man hat nun das Gefühl, wirklich allein unterwegs zu sein. Auch dies macht die Faszination einer Wattwanderung im Winter aus; die Exklusivität. „Weil wir so wenige sind, wird es gelegentlich ganz von alleine still. Dabei nimmt man unbewusst die Weite und die Naturgeräusche um sich herum wahr. Seien es Vögel, der Wind oder einfach nur die Stille“, hat Bernd vor der Tour versprochen. Wohl wahr: Man geht nebeneinander und kommt dann und wann ins Gespräch … oder man geht einfach nur mal so für sich – genießt die Umgebung oder hängt seinen Gedanken nach. Eben ohne den nächsten Nachbarn in unmittelbarer Hör- und Reichweite (und genau deswegen ist das später folgende abendliche Beisammensein mit Grünkohl und Musik noch ´mal so schön).
Die Tour von Dagebüll quer rüber nach Langeneß führt über sehr gut zu laufendes Sandwatt, bis auf eine Strecke von 20, 30 Meter reichen dafür normale Gummistiefel aus. Wie wir das mit dem Priel erledigen, sehen wir gleich. Es ist an diesem Morgen bislang auch völlig windstill. Auf der ebenen Wattfläche steht noch immer eine Handbreit Wasser und diese wirkt wie ein riesiger Spiegel; grau und glatt von Horizont zu Horizont. Wo die Schritte in das Wasser schlagen, zerreißen die Wellen den Schatten der Läufer zu einem bizarren Zerrbild.

Bernd nimmt einmal mit dem Kompass Maß und geht an Oland vorbei in südwestliche Richtung auf die Hallig Langeneß zu. Immer weiter driftet die Gruppe vom Festland ab und verliert allmählich den Bezug dazu; im Osten begrenzt der Lorendamm diese Wattfläche im Nordwesten strömt die gewaltige Norderaue – einer der größten Priele im Watt. Eisgrau der Himmel und es reicht nach Schnee. Aber bald schon lösen sich die Wolken auf und verschwinden wie Nichts und die Farbpalette ändert sich mit stetig stärker strömenden Lichts von sanften, pastelligen Rot- und Orangetönen, zu eiskaltem Blau; von diffuser Dämmerung zu kristallklarer Reinheit. Dieses Licht lässt eine Schar Enten, die entfernt auf einer Sandbank sitzt, magisch aufleuchten, so als würden sie von Innen strahlen.

Nun flutet dieses typische Licht aus dem Himmel, das es nur im Norden gibt. Hier und heute ist es besonders klar und rein; strömend und strahlend, kalt wie aus dem Weltraum. Auch die Luft ist frisch, erfrischend für Körper und Geist, ebenfalls rein wie ein Kristall. Die Kameradschaft, auch das fällt schnell auf, ist eine ganz andere als sonst; angenehmer und schöner. Ein unausgesprochener Zusammenhalt, schließlich wird man über Nacht bleiben und nachher noch zusammensitzen. „Wir ticken hier doch auf gleicher Wellenlänge“, sagt einer; wohl war.

Etwa zwei Stunden nach dem Start hat die Gruppe den Priel erreicht, er trennt die Wattfläche von Langeneß von der des Festlandes, noch immer strömt das Wasser der Nordsee hinterher. Bernd, wie immer vorneweg, geht vorsichtig und Schritt um Schritt in diesen „Fluss des Meeres“, testet die Tiefe. „Das Watt unterliegt einer unglaublichen Dynamik, du weißt nie ganz genau, wie sich der Priel verändert hat – das kann innerhalb weniger Wochen ganz anders sein“, sagt er. Und kehrt um, auch der größte Mann in der Gruppe, zwei, drei Leute sind Bernd gefolgt, kommt zurück – zu tief, die Gummistiefel würden beim nächsten Schritt volllaufen.

Dabei ist das gegenseitige Ufer zum Greifen nah. Bernd holt aus seinem Rucksack eine Rolle großer, blauer Mülltüten – und gibt jedem Teilnehmer zwei Stück. Mülltüten? Ja, klar! „Davon zieht Ihr euch jetzt über jedes Bein eine. Für die zwanzig, dreißig Meter durch den Priel reicht das aus!“ Wir stützen uns gegenseitig ab, lassen die Tüten vom – inzwischen aufgekommenen Wind – aufpusten und ziehen sie uns über die Gummistiefel, ziehen sie hoch. Stolpern und staksen dann in den Priel. Der unheimliche Sog des Wassers drückt auf Tüte und Bein, ein merkwürdiges Gefühl.
Die Hallig Langeneß ist jetzt schon klar zu erkennen, weit ist es nicht mehr. die Strecke läuft Bernd zu Beginn einer jeden Wintersaison nochmals ab und ermittelt die beste Route – diesmal, wo der Lorendamm auf die Hallig trifft. Dorthin wollen auch wir. Nun ändert sich der Untergrund abermals: Die einstige zusammenhängende und völlig ebene Fläche weicht einer wilden Abfolge von Sandbänken, Seen und Prielen. Dann plötzlich versinken die Stiefel in tiefem Schlick - und es riecht nicht. Hier wird ein weiterer Aspekt einer winterlichen Wattwanderung deutlich: Die Luft ist immer frisch. Das klärt den Kopf, erfrischt den Geist. Räumt auf und macht Platz für Eindruck, Erlebnis und Erfahrung. Und gleich gibt´s Grünkohl.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Wintertour zur Hallig Langeneß bei Bernd Dummer; Tel: 0461-992 7681,Email: bernd.wattenloeper@web.de

Die nächsten Termine für die Wattwanderung zur Hallig Langeneß mit Übernachtung und Grünkohlessen satt/Rückfahrt mit dem Schiff finden statt am:

Samstag, 07. Januar bis Sonntag, 08. Januar 2017
Samstag, 21. Januar bis Sonntag, 22. Januar 2017
Samstag, 04. Februar bis Sonntag, 05. Februar 2017
(genaues Programm/Preise auf Anfrage)

Informationen zur Hallig Oland und Hallig Langeneß auf www.langeness.de

Weitere Tipps für unterhaltsame und besondere Wattwanderungen unter www.nordsee-natuerlebnis.de und auf www.nordseetourismus.de


Integration der Täter über alternative Gefängnismodelle und Dörfer der Versöhnung

Frieden für Kolumbien?

© Hoffnungsträger
© Hoffnungsträger

 

Hoffnungsträger Stiftung mit Gründer Tobias Merckle setzt sich für Aussöhnung zwischen Guerilla, Paramilitärs und Zivilisten

in Kolumbien ein

 

(Stuttgart/ht) - Nach jahrzehntelangen Kämpfen zwischen Regierungstruppen, verschiedenen Guerilla-Gruppen und Paramilitärs hat der der bewaffnete Konflikt in Kolumbien ein Ende gefunden. Das kolumbianische Parlament hat den Friedensvertrag mit den FARC ratifiziert.

Verhandlungen mit der zweiten großen Guerilla-Bewegung, der ELN, stehen unmittelbar bevor. Am 10. Dezember 2016 wird Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos dafür der Friedensnobelpreis verliehen. Die Mammutaufgabe der nächsten Jahre wird es sein, Tausende ehemalige Kämpfer in die Zivilgesellschaft zu integrieren. Die Hoffnungsträger Stiftung mit ihrem Gründer Tobias Merckle und ihrer Partnerorganisation Confraternidad Carcelaria de Colombia (CCC) fördern und unterstützen Projekte, die dafür Modellcharakter haben. Es

handelt sich um alternative Gefängnismodelle und so genannte "Dörfer der Versöhnung". Dabei nehmen Ex-Guerilleros und betroffene Dorfbewohner an Gesprächen teil, die eine persönliche Aussöhnung von Opfern und Tätern ermöglichen. Gleichzeitig bauen sie gemeinsam zerstörte Infrastruktur auf. Sie errichten oder renovieren zerstörte Schulen, Versammlungsstätten und Sportplätze, richten Werkstätten ein oder erneuern Brücken. Das Programm in Kolumbien ist auf Initiative von Stiftungsgründer Tobias Merckle entstanden.

Er kennt die schwierige Situation vor Ort. Zum Leiter des CCC, Lácides Hernández, pflegt er seit Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Beide setzen sich in der Straffälligenarbeit für Versöhnung und Wiedergutmachung ein:

Merckle mit dem Seehaus e.V. und der Hoffnungsträger Stiftung, Hernández mit seiner Organisation CCC. Hernández und die CCC-Mitarbeiter kümmern sich in Kolumbien um Gefangene, ihre Familien sowie um Opfer von Gewalt und Kriminalität. Im Gefängnis hat Hernández deshalb mit vielen ehemaligen Guerilleros gesprochen. Im Zuge seiner Arbeit mit Gefangenen lernte er auch

Francisco Galán kennen, der lange Kommandeur und Sprecher der ELN war, der nach der FARC zweitgrößten Guerilla-Organisation Kolumbiens. 35 Jahre lang gehörte Galán der ELN an, 16 Jahre saß er im Gefängnis. Hernández begleitete ihn in seinem Prozess zu einem anderen Menschen. Nun arbeiten sie gemeinsam für Frieden und Versöhnung im Land.

© Hoffnungsträger
© Hoffnungsträger

Mayerly Suarez gehörte zu den Autodefensas Unidas de Colombia (AUC), einer rechtsgerichteten, paramilitärischen Organisation in

Kolumbien, die zu den Hauptakteuren des bewaffneten Konflikts in Kolumbien zählte. Vor kurzem nahm sie in Ciudad Bolivar an einem Austausch zwischen Opfern und Tätern des kolumbianischen Bürgerkrieges teil. Mit eindringlichen Worten richtete sie sich an die anderen Teilnehmer. "Ich bitte um Vergebung, weil ich als Mitglied der AUC viel Schaden angerichtet habe. Aber ich vergebe auch jenen,

die mich dazu gezwungen und mir ein Stück meiner Jugend geraubt haben. Ich möchte allen Versammelten sagen, dass die meisten Leute nicht freiwillig bei diesen Gruppen waren, sondern weil ihnen ihre Lebensgeschichte oder die Umstände keine andere Wahl ließen." Auf der anderen Seite saß Rupert Alvarez, der als Dorfbewohner unter dem Bürgerkrieg gelitten hat. "Ich bin stolz auf die Menschen, die Leid verursacht haben und jetzt Wiedergutmachung leisten. Durch die Gespräche und die gemeinsame Aufbauarbeit haben wir Vertrauen zu ihnen gewonnen. Man kann sogar sagen, dass wir Freunde geworden sind. Ich freue mich, dass die ehemaligen Rebellen und Paramilitärs nun zum Wohl der Allgemeinheit arbeiten und beweisen, dass sie es ernst meinen. Es ist schön zu sehen, dass sie ihre Probleme hinter sich gelassen haben." In der Ciudad Boliviar war Stiftungsgründer Tobias Merckle bei der Grundsteinlegung für ein Begegnungszentrum, bei der Eröffnung einer kleinen Brücke, die den Kindern einen sicheren Schulweg erlaubt, und der Einweihungsfeier einer renovierten Schule und eines Sportplatzes dabei. "Es ist faszinierend zu erleben, wie hier wirkliche Versöhnung geschieht und Opfer und Täter Hand in Hand für ihre gemeinsame Zukunft arbeiten", so Merckle. "Dies könnte zu einem Modell für ganz Kolumbien werden, so dass die gemeinnützige Arbeit, die die FARC-Guerillas sowieso leisten müssen, gut umgesetzt wird und der Versöhnung dient". Nur durch das Eingestehen der Schuld, das Kennenlernen der Lebensgeschichten sowie die praktische Wiedergutmachung ist ein Zusammenleben ohne Hass und Vergeltung und damit die gelungene Integration der Täter in die Zivilgesellschaft möglich, so Merckle weiter. Drei Versöhnungsdorf-Projekte hat die Hoffnungsträger Stiftung zusammen mit CCC in der Region Cocorná bereits verwirklicht oder auf den Weg gebracht. 20 ehemalige Kämpfer und 50 Opfer sind bislang integriert. In der Region Cocorná war es besonders häufig zu schweren Kämpfen zwischen der Armee und der Rebellenorganisation FARC gekommen. Es gab unzählige Tote unter den Zivilisten und viel Zerstörung an Gebäuden. Rund 500.000 Euro hat die Stiftung dort bereits eingesetzt. Dabei soll es nicht bleiben. "Wir wollen noch

mehr Menschen die Chance geben, ein normales Leben jenseits von Krieg und Gewalt zu führen", sagt Stiftungsvorstand Marcus Witzke.

Über Hoffnungsträger Die Hoffnungsträger Stiftung mit Sitz in Leonberg gibt es seit 2013. Sie steht Menschen zur Seite, die auf der Suche nach Schutz und einem würdevollen Leben sind. Die Stiftung setzt sich für die Integration von Flüchtlingen in Deutschland ein und vermittelt weltweit Kindern, deren Väter oder Mütter im Gefängnis sitzen, eine Patenschaft. Darüber hinaus fördert die Hoffnungsträger Stiftung ausgewählte Projekte im sozialen Bereich im In- und Ausland. Gründer der Stiftung ist Tobias Merckle, der auch das Seehaus

Leonberg, einen Strafvollzug in freier Form, ins Leben gerufen hat. Als Vorstand fungiert Marcus Witzke. Dem Aufsichtsrat gehören bekannte Personen aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben an. Mehr unter www.hoffnungstraeger.de

 

Autor: Hoffnungsträger Stiftung - 9.12.2016


Wunder des Universums & Die Wunder unseres Sonnensystems [BBC-Edition]

Foto: polyband
Foto: polyband
Genre: Dokumentation
Wissenschaft & Technik
Land: Großbritannien

Regie: Stephen Cooter
Produktion: BBC

Kamera: Kevin White


Originaltitel: Wonders of the Solar System & Wonders of the Universe

EAN Code: 4006448766528
VÖ-Datum: 25.11.2016
FSK: INFO-Programm
Laufzeit: ca. 400 Minuten
Bildformat: 16x9 anamorph (1,78:1)
Sprache: Deutsch
Dolby Digital 2.0

Ländercode: 2
Anzahl Discs: 2
Verpackung: Softbox

 


Spektakuläre Bilder aus dem Weltraum und computergenerierte HD-Aufnahmen liefern neue Eindrücke von gigantischen Supernoven, Gammastrahlenexplosionen, fantastischen Eisgeysiren und kürzlich entdeckten Galaxien.

In zwei aufwendig produzierten Filmreihen, die durch Bilder und Informationen gleichermaßen beeindrucken, werden die Phänomene der kosmischen Tiefen ausführlich und leicht verständlich dargestellt. Die Filme zeigen, wie unser Universum beschaffen ist, geben Aufschluss über die entferntesten Bereiche des kosmischen Raums und stellen
darüber hinaus einen erklärenden Zusammenhang mit Vorkommen auf der Erde her.

Die Doppelbox enthält die beiden BBC-Dokumentationen "Wunder des Universums" und "Die Wunder unseres Sonnensystems".

Fotos: polyband

 

 

Autor: Polyband; zusammengestellt von Gert Holle - 15.12.2016

 

 


Umweltschutz, Aidsprävention und interreligiöser Respekt

Über die Arbeit der Steyler Missionare in Indonesien weiß Pater Anzorge viel Gutes zu berichten

 

Text: Markus Frädrich

 

Pater Dan Anzorge SVD ist in der deutschen Missionsprokur verantwortlich für den Bereich Missionarische Öffentlichkeitsarbeit. Einen Monat lang hat er verschiedene Steyler Projekte in Indonesien besucht, von denen er nun in Vorträgen berichtet.

 

Pater Dan, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an Ihre Reise zurückdenken?
Die Hitze. Und die große Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen. Die Leute, die ich getroffen habe, sind unglaublich dankbar für das, was Missionare vor Ort aufgebaut haben. Für die Infrastrukturen, Schulen und Krankenhäuser.

 

Die Steyler Missionare wirken seit über 100 Jahren in Indonesien. Wie sind sie aktuell aufgestellt?

Sehr gut. Es gibt viele Berufungen, allein die Provinz Ende auf der Insel Flores wächst jedes Jahr um 20 bis 30 Missionare an, ein Fünftel der rund 6.000 Steyler Missionare weltweit stammt aus Indonesien. Die Ausbildungshäuser sind voll! Das erinnert mich an meine Ausbildungszeit in den 1970er-Jahren, als ich im polnischen Pieniężno studiert habe. Heute können wir in Europa von solchen Verhältnissen nur träumen.

 

Und doch ist der Islam die bestimmende Religion in Indonesien: 88 Prozent der Indonesier sind Muslime.
Das stimmt, Christen machen nur acht Prozent der Gesamtbevölkerung in Indonesien aus. Aber die Zahl steigt. Immerhin gibt es heute etwa 19 Millionen Christen vor Ort.

 

Und wie ist das Verhältnis zwischen Christen und muslimischer Mehrheit?

Ich war überrascht, wie harmonisch es ist. Die weltweiten Schlagzeilen werden aktuell vom islamistischen Terror bestimmt. Auch Indonesien ist von ihm nicht verschont geblieben: Auf Bali haben wir jenen Ort besucht, an dem im Jahr 2002 viele Menschen durch einen Bombenanschlag ums Leben gekommen sind. Aber das Zusammenleben der Religionen in den Dörfern ist Gott sei Dank anders, sehr respektvoll und auf Augenhöhe. Wir waren in einem kleinen Ort, in dem der katholische Priester und der Imam ganz selbstverständlich miteinander befreundet sind. Der eine arbeitet freitags, der andere sonntags. Zwischendrin besuchen sie sich regelmäßig.

 

Wie wirkt sich dieses Verhältnis auf die Arbeit der Steyler aus?
Was mich sehr beeindruckt hat: In der Provinz Ende arbeiten zwei Steyler Mitbrüder und eine Steyler Missionsschwester an einer muslimischen Schule. Ganz selbstverständlich engagieren sie sich dafür, dass jährlich 200 Kinder unterrichtet werden. Natürlich verkündigen sie dort nicht die Frohe Botschaft. Sie drängen sich nicht auf und geben allein durch ihre Arbeit als Lehrende und ihre Haltung ein stilles Zeugnis von Gottes Liebe ab. Diese Schule ist zu einem festen Teil des Ausbildungsprogramms für den Steyler Nachwuchs in Indonesien geworden. Als Teil ihrer Ausbildung unterrichten die Seminaristen in dieser Schule und lernen so, Menschen anderer Religionen mit Respekt zu begegnen. Das Projekt hat schon vielen die Augen geöffnet.

 

Die Region Nusa Tenggara, in der Sie unterwegs waren, ist wegen ihres einzigartigen Ökosystems bekannt. Umweltschützer kritisieren, wie Großkonzerne mit der Natur vor Ort umgehen. Und die Steyler?

Auch meine Mitbrüder kritisieren, was da passiert, wie etwa der Bergbau auf der Insel Flores den Lebensraum von Menschen und seltenen Tierarten zerstört. Aber sie demonstrieren nicht nur dagegen, sondern initiieren auch Wiederaufforstungsprojekte. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort pflanzen sie dort Tausende neuer Bäume und helfen dabei, heimische Arten zu erhalten.

 

 

Welches aktuelle Projekt Ihrer Mitbrüder in Indonesien beeindruckt Sie?
Viele Menschen, die auf der Insel Flores in Armut leben, gehen nach Malaysia, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch die wenigsten sind erfolgreich: Sie kehren nach zwei oder drei Jahren zurück in die Heimat. Viele von ihnen haben sich in dieser Zeit mit dem HI-Virus infiziert. Meine Mitbrüder bauen derzeit ein Zentrum auf, in dem diesen Menschen geholfen wird – eine Anlaufstelle für alle, die mit Aids leben. Zugleich sollen Präventionskurse dafür sorgen, dass die Bevölkerung verstärkt über sexuell übertragbare Infektionen informiert wird. Mich beeindruckt es, dass meine Mitbrüder ihre Augen vor diesen Realitäten nicht verschließen und für jene da sind, die von anderen geächtet und ausgegrenzt werden.




Weitere Artikel in dieser Rubrik