Debütalbum von PINA BERLIN wird am 10. November veröffentlicht

„Der Start verlief anders als geplant“

Quelle: macheete
Quelle: macheete

Ihre musikalische Reise begann vor dem Fernseher im Haus ihrer Eltern und in Schulbands in der Türkei, wo die junge Pina Berlin bereits wusste, dass sie später einmal Musik machen würde. Im Teenageralter begann sie dann Gesangsunterricht zu nehmen und spielte in Bands sowie am Theater.

Einige Jahre und zahlreiche Handyaufnahmen um 5 Uhr morgens später, zog die ehrgeizige 19-jährige Pina nach Berlin, um ihrer Leidenschaft für die Musik nachzugehen. Sie begann an verschiedenen Jam-Sessions und Projekten teilzunehmen und lernte, auf einer Bühne zu stehen und mit ihrem eigenen Instrument aufzutreten – der Ukulele. Mit ihrem musikalischen Hintergrund im Jazzbereich war sie bereits in jungen Jahren fest in der Welt der Musik verankert. Im Jahr 2020 traf sie ihren Produzenten, Fico Jessen, und begann an ihrem Album zu arbeiten. Alle Musiker, die sie für das Album engagierte, hatte sie im Laufe der Jahre der Jazz Jam-Sessions kennengelernt.

Die Reise zur Verwirklichung ihres Traumalbums war von Entschlossenheit und Überwindung geprägt. Von der Entstehung der ersten Single ‚I’ll Be Missing You‘ im Januar 2020 bis zur lang ersehnten Albumveröffentlichung Ende 2023 hat Pina Berlin einen anspruchsvollen Weg zurückgelegt und setzt diesen fort. Auch gesundheitliche Herausforderungen konnten ihre Entschlossenheit nicht brechen.

Pina Berlin repräsentiert und thematisiert komplexe kulturelle Identitäten sowie den Umgang mit Krankheiten und gesellschaftlichen Erwartungen. Dies spiegelt sich in ihrer Musik wider, in der sie eine Botschaft des Empowerments mit den Menschen teilt, die sie während der Jahre des hartnäckigen Durchhaltens gelernt hat: wie man an Stärke gewinnt, Freude findet und an sich selbst glaubt.

GET TO KNOW: PINA BERLIN

Foto: Kiremico
Foto: Kiremico

So heiße ich 
Pınar Tatıkazan, aber mein Künstlername ist Pina Berlin

 

So alt bin ich 
32

 

Da komme ich her 
Ich bin in Bursa / Türkei geboren und aufgewachsen und mit 19 nach Berlin für die Musik gezogen

 

Meine Musik in 3 Worten 
Motivational, Genreflüssig, Welt-Rock-Pop

 

 

Damit fing eigentlich alles an 

Bei meinen Eltern hing ein Saxophon an der Wand und ich habe meine Kindheit vor dem Fernseher (MTV und der türkische KRAL-TV) singend und tanzend verbracht. Als Teenager wollte ich das Saxophon endlich spielen lernen und habe auch angefangen, Gesangsunterricht zu nehmen und in Bands zu singen und zu spielen. Theater hab ich auch gespielt. In Berlin habe ich weiter in Bands gespielt und dann hab ich Jam-Sessions für mich entdeckt und da gelernt, Songs zu schreiben. Mit der Ukulele konnte ich mich dann auch selbst begleiten und so entstanden meine ersten Songs auf dem Weg von der Session nach Hause morgens um 5 Uhr mit Handyaufnahmen. Sylvester 2019 habe ich mir gewünscht, meine Songs aufnehmen zu können und live zu spielen, und kaum eine Woche später habe ich meinen Produzenten auf einer Session kennengelernt. Im Frühjahr 2020 haben wir mit den Album-Aufnahmen angefangen. Nach einem 4-Jahrelangen Kampf mit der chronischen Krankheit Fibromyalgie, habe ich mich im Sommer 2022 komplett der Musik gewidmet und damit hat auch die echte Heilung angefangen.

 

So beschreibe ich meinen musikalischen Style 

Mein musikalischer Stil reflektiert die komplexe Verbindung zwischen verschiedenen kulturellen Einflüssen und Identitäten, die auch mein eigenes Leben prägen. Ich strebe danach, eine universelle Botschaft zu vermitteln und Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Identitäten zu berühren. Gleichzeitig nutze ich eine Vielfalt von Musikgenres, um meine vielseitige Identität auszudrücken. Mein künstlerischer Ausdruck ist eine Manifestation des Empowerments; ein Wunsch, verstanden und wahrgenommen zu werden.

 

Dieser Künstler inspiriert mich im Moment am meisten …

Das ist eine schwierige Frage. Ich höre jeden Tag unterschiedliche Musik, aber gerade höre ich viel Vocal Jazz und liebe aber auch das Album von Yussef Dayes und Yebba.

 

Warum man mir auf Instagram folgen sollte …

Wer mir auf Instagram folgt, kriegt neue Release- und Konzertankündigungen mit, Geschichten über mein Leben und meinen Liedern und spontane Ukulele Covers. Außerdem poste ich generell viel aus meinem Leben – ganz authentisch immer. 

 

Das kann man von mir 2024 erwarten 

Am 20. Oktober, 2023 kommtdie nächste Single raus und am 10. November dann das Album. Dann fangen die Konzerte an. Ab 2024 spiele ich eine kleine Release-Tour und im Sommer sieht man mich dann bei Festivals.

 

 

Herausforderungen und Leidenschaften zwischen zwei Welten: Pina Berlin im Interview

Foto: Anshu John
Foto: Anshu John

Ihre musikalische Reise begann vor dem Fernseher ihrer Eltern in der Türkei, bevor Pina mit 19 Jahren nach Berlin zog, um ihrer Musik zu folgen. Doch es war nicht immer einfach: Gesundheitliche Hürden, Unsicherheiten in Bezug auf ihre Musik und ihr Hintergrund in Architektur spielten eine bedeutende Rolle in Pinas Leben. Diese Herausforderungen inspirierten sie jedoch musikalisch, und so entstand ihr Debütalbum "Pina-Berlin", welches am 10. November 2023 veröffentlicht wird. Heute erzählt uns Pina in einem Interview mehr über ihre Lebensgeschichte und ihre Musik.

 

Wie war es für dich, in so jungen Jahren alleine nach Deutschland zu ziehen, um deine musikalische Karriere zu verfolgen? 

Pina Berlin: Der Start verlief anders als geplant. Bereits in der 11. Klasse hatte ich Berlin besucht, um Musik-Unis und die Szene kennenzulernen. In der 12. Klasse wurde es kompliziert, da ich mich nicht getraut habe, mich sofort für ein Musikstudium zu bewerben. Mein Fokus war es dann, für ein Architektur Studium nach Berlin zu ziehen. Trotz eines deutschen Gymnasiums in Istanbul war der akademische Diskurs anspruchsvoll, und die Uni brachte stressige Zeiten mit sich, viele Abgaben und schlaflose Nächte. Ich musste gute Noten für mein Stipendium kriegen.  Trotzdem spielte ich in den ersten Jahren in einer Studentenband und endeckte die Jam-Session-Szene irgendwann während meines Master Studiums.

Vermisst du manchmal dein Leben in der Türkei, und kannst du dir vorstellen, irgendwann dorthin zurückzukehren?

Pina Berlin: Ich habe nie als Erwachsene in der Türkei studiert oder gearbeitet. Meine Jugend verbrachte ich in Istanbul, und es war wirklich sehr schön. Für mich wäre es kein Rückkehr und ein Neustart in der Türkei oder woanders ist momentan nicht geplant, da ich gerade mein Leben als Vollzeit-Musikerin nach 13 Jahren hier neu angefangen habe.  Mit meiner Fibromyalgie könnte ein Umzug an einen wärmeren Ort in der Zukunft notwendig werden. Vielleicht verbringe ich künftige Winter an einem warmen Ort und komme im Sommer nach Berlin zurück. Regelmäßige Konzerte in der Türkei sind aber auf jeden auch geplant und eine Verbindung wird immer da sein.

Kannst du uns mehr über die Inspiration hinter deinem Album erzählen und wie sich diese in deiner Musik widerspiegelt?

Pina Berlin: Die Idee für mein Album begleitet mich schon lange. Unterstützt von meinen StuVo Lehrer:innen begann ich, Noten für die Songs zu schreiben und eine Band zu gründen. Während meines Bürojobs, hatte ich ständig Arrangement-Ideen, die ich auf dem Klo auf mein Handy aufnahm. Der Lockdown begann, als wir die Aufnahmen mit dem Produzenten Fico Jessen starteten, und das Album wurde ein Home-Studio-Projekt. In erster Linie war es ein starkes Bedürfnis, meine Songs zu teilen und meine wahre Identität zu zeigen. Gleichzeitig hoffe ich, dass meine Songs die Zuhörer berühren und ihnen helfen, ihre Gefühle auszudrücken und zu reflektieren, und dass sie sich nicht alleine fühlen. 

Du hast erwähnt, dass du viele Herausforderungen erlebt hast, die deine Musik geprägt haben. Welche dieser Herausforderungen hat dich am meisten beeinflusst, und wie bist du damit umgegangen?

Pina Berlin: Eine große Herausforderung war meine Fibromyalgie, die mich zwang, beim Singen zu sitzen, aufgrund von Schmerzen und chronischer Erschöpfung. Inzwischen hat sich mein Zustand durch meine Hingabe zur Musik verbessert. Es gab schlechte Tage, an denen ich beim Singen fast umgekippt wäre. Dennoch habe ich versucht, humorvoll damit umzugehen, und habe von meinem Umfeld viel Unterstützung gekriegt. Eine weitere Herausforderung war die Unsicherheit darüber, wie ich aus meinem Corporate-Leben ausbrechen werde. Das thematisiere ich oft in meinen Songs. Zudem fehlte mir ein Verständnis für Musiktheorie und ich war nicht offen für neue Ideen. Dennoch zeigten meine Produzenten Geduld und ich freue mich, dass ich viel von ihnen gelernt habe.

Gibt es einen Song auf deinem Album, der eine besonders emotionale Bedeutung für dich hat? Wenn ja, welcher Song ist es und warum?

Pina Berlin: Jeder Song hat eine besondere Bedeutung für mich. "Im Süden / Güneyde" ist eine Botschaft an meine Familie. "There is Always Hope" erinnert mich an meine Stärke und Kreativität in dunklen Zeiten.  Er erhält auch viele positive Rückmeldungen von Zuhörern. "Little Girl Come Back" steht für die Verbindung zu meinem inneren Kind und motiviert dazu, Gefühle auszudrücken und positiv in die Zukunft zu blicken.

Welche kulturellen Einflüsse aus beiden Orten (Türkei und Deutschland) haben sich in deiner Musik eingearbeitet?

 Pina Berlin: Die melancholische Stimmung, das Gefühl der Dankbarkeit und mittelöstliche, anatolische Tonleitern spiegeln meine türkische Herkunft wider. Kritische Gedanken und der Wunsch nach individueller Freiheit sind deutsche Inspirationen. Mein Tangosong entstand während meiner Berliner Tango-Party-Zeiten. Die Entspannung in meinen Liedern reflektiert das langsamere Lebensgefühl in Berlin im Vergleich zur wettbewerbsorientierten Kultur in Bursa und Istanbul. 90er-Jahre-Pop aus der Türkei, sowie meine Begegnung mit brasilianischer Musik in Berlin prägen den lateinamerikanischen Einfluss. Meine Vorlieben für Elemente aus dem Jazz, Folk-Pop und Classic Rock wurden von meinen in den 60er und 70er Jahren aufgewachsenen Familienmitgliedern beeinflusst und haben sich daraus entwickelt.


Autorin: macheete; zusammengestellt von Gert Holle - 26.10.2023