Perfekte Menschen

Ein Zukunftsroman über einen Jungen, der Gärtner werden wollte, aber Krieger werden musste

Perfekte Menschen von Andrea Grill. Foto: leykam: Verlag
Perfekte Menschen von Andrea Grill. Foto: leykam: Verlag

Können Sie sich eine Welt ohne Schrift und ohne Gewässer vorstellen? In Andrea Grills neuem Roman “Perfekte Menschen” (Leykam Verlag) ist dies schon längst Realität: Flüsse werden aus Sicherheitsmaßnahmen trocken gelegt und Kommunikation findet rein mündlich bzw. über Videomessages statt. 

Andrea Grill. Foto: Minitta Kandlbauer
Andrea Grill. Foto: Minitta Kandlbauer

Andrea Grill

lebt als Dichterin und Schriftstellerin in Wien und Amsterdam, sie ist promovierte Evolutionsbiologin und übersetzt aus dem Albanischen. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, Lyrikbände, Erzählungen, Essays und Kinderbücher, zuletzt erschienen »Bio-Diversi-Was? Reise in die fantastische Welt der Artenvielfalt« (Leykam 2023) und »Seepferdchen« (Naturkunden Matthes & Seitz 2023). Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis und dem Anton-Wildgans-Preis, ihr Roman »Cherubino« (Zsolnay 2019) war für den Deutschen Buchpreis nominiert.

 

Andrea Grill

Perfekte Menschen

192 Seiten

ISBN 978-3-7011-8321-0

€ 24,50

 

 

»Andrea Grill ist eine Erzählerin par excellence – selbst die kleinsten, stillsten, wie auch gewaltigsten, existenziellsten Dinge werden von ihr mit größter poetischer Sorgfalt bedacht und dargelegt.«
Michael Stavarič

 

Science-Fiction-Neuerzählung des albanischen Mythos von Ballaban Badera, in der Tradition von George Orwell und Margret Atwood

In einer Welt, in der die Technik regiert und die Natur kontrollierbar geworden ist, wird Michael in Mat, einem Dorf in Albanien, geboren. Als Baby ertrinkt er beinahe – ein Vorfall, der zu einem Volksbegehren führt, das die komplette Trockenlegung aller Flüsse fordert, um Kinder vor dem Ertrinken zu schützen. Als Michael acht Jahre alt ist, wird er entführt und seiner Familie entrissen. Ein Schicksal, das viele Kinder in diesem Alter ereilt. Er wird in ein Camp für Jugendliche gebracht, wo ihnen die Erinnerung an ihre Herkunft ausgetrieben werden soll. Sein Name lautet fortan Balaban Badera und er wird zu einem modernen Krieger erzogen. Doch anders als die anderen Jungs widersetzt sich Balaban.

 

Die Geschichte eines Widerstands - eindringlich und spannend erzählt. Michael, genannt Balaban, unterscheidet sich nicht nur durch das eine l weniger, von der mythischen Figur Ballaban aus dem 15. Jahrhundert. Er, so sagt Andrea Grill in ihrer Einleitung, sei eigentlich ein Junge, wie es sie immer gab und geben wird, der einem zerstörerischen System zum Opfer fällt. Auch wenn wir damit zu Beginn des Romans den Tod des Protagonisten am Ende des Buchs schon vorweggenommen bekommen, ist es nicht allzu schlimm. Protagonisten in solchen Romanen müssen sterben - das ist ihr Weg. 

Andrea Grill blickt mit ihrer Neuerzählung des albanischen Mythos in eine unsichere Zukunft und erzählt eine fantastische Geschichte des Widerstands, eindringlich und spannungsgeladen. Die preisgekrönte Autorin, Übersetzerin und promovierte Biologin transportiert  dabei den albanischen Mythos um General Ballaban Badera in eine dystopische Zukunft, in der Kinder entführt und zu Kriegern ausgebildet werden. Und auch sterben. - Ein bewegender Roman, der zum Nachdenken über Gewalt, den Sinn von Widerstand und Tod anregt.- Gert Holle, Herausgeber und leitender Redakteur von "WIR IM NETZ - Kultur und Glaube Aktuell" / www.wirimnetz.net 

 

 


Autor: leykam: Verlag; zusammengestellt von Gert Holle - 5.03.2024